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Technik: Gasfedern

Halt doch die Klappe - bitte oben

Technik Gasfedern Foto: Hardy Mutschler 6 Bilder

Die Gasfedern zum Öffnen und Halten der Heckklappe kamen bei den Autos der frühen Siebziger so richtig in Mode. Mit zunehmendem Alter ermüden sie, Ersatz ist nicht immer einfach zu finden.

23.12.2010 Bernd Woytal Powered by

Während die Gallier Angst hatten, der Himmel könnte ihnen auf den Kopf fallen, befürchten Youngtimer-Besitzer dies von der Heckklappe ihres Autos. Der Grund sind müde gewordene Gasfedern, weil das Gas entwichen ist.

Nach rund 50.000 Lastwechseln ist die Luft raus

Die erste serienmäßig produzierte Gasfeder der Welt entstand 1962 beim deutschen Hersteller Stabilus. Dessen Produkte sind laut Geschäftsführer Hans-Josef Hosan auf eine Lebensdauer von mindestens zehn Jahren und etwa 40.000 bis 50.000 Lastwechsel ausgelegt. Die wartungsfreien Gasfedern werden aber selten so oft beansprucht. Ihnen macht eher das Alter zu schaffen.

Den Aufbau der Gasfeder oder Gasdruckfeder, die auch für Motorhauben verwendet wird, zeigt die Skizze in unserer Fotoshow. Ober- und unterhalb des Kolbens befindet sich verdichteter Stickstoff. Der wirkt zwar mit gleichem Druck auf beide Seiten des Kolbens, aber wegen der Kolbenstange auf der einen Seite nicht auf eine gleich große Fläche. Daraus ergibt sich eine Kraft in Ausschubrichtung, wodurch sich die Klappe sozusagen von selbst öffnet. Nach und nach entweichen die Gasmoleküle, was sich daran zeigt, dass sich die Heckklappe immer schwerer nach oben bewegen lässt. Und bei kälteren Temperaturen bleibt sie nicht mehr von selbst offen.

Gut, dass Sie verglichen haben - Ersatzteilpreise variieren stark

Zeit, sich um einen Ersatz zu kümmern. Für viele Youngtimer ist das kein Problem. Hier gibt es sogar eine gewisse Auswahl, sprich, unterschiedlich teure Produkte. Der Laie kann allerdings keine Qualitätsunterschiede erkennen, sondern muss auf den guten Namen der Hersteller vertrauen. Eine beispielhaft für einen Porsche 928, Baujahr 1979, durchgeführte Recherche ergab, dass sowohl für eine Gasdruckfeder bei Wessels & Müller als auch im Porsche Zentrum rund 25,50 Euro fällig sind, ein Stabilus-Produkt kostet etwa 35 Euro. Nach intensiver Suche im Internet gab es weitere Resultate: etwa eine Feder von Triscan für 19,90 Euro. Die günstigste Feder, immerhin eine von Lesjöfors, gab es bei www.fuerst-autoteile.de für 14,88 Euro plus Versand.

Unter www.lesjoforsab.com, Menüpunkt Automotive/Kataloge, oder unter www.stabilus.de lässt sich die Verfügbarkeit von Federn für bestimmte Autos checken, herstellerübergreifend auch unter www.autoteile-online.biz.

Es sollte die passende Gasfeder sein

Aber wenn das Auto dort nicht gelistet ist, etwa ein Ford Capri? Für dieses Modell wurden wir in Deutschland bei www.motomobil.de fündig. Man kann die Capri-Federn auch bei www.sgs-engineering.com in England bestellen, für 85 Euro das Paar inklusive Versand.

Selbst wenn intensivste Suche keinen Erfolg hat, ist irgendeine Standardfeder fehl am Platz. Denn die Eigenschaften der Gasfedern wie Kraft, Geschwindigkeitssteuerung oder Endlagendämpfung sind stets auf das jeweilige Fahrzeug abgestimmt. "Man nimmt ja auch nicht irgendeine Feder für das Fahrwerk", warnt Hosan. In solchen Fällen bietet sich die Rücksprache mit einer Werkstatt an. Für Notfälle offeriert SGS Engineering eine Wiederbefüllung mit Gas, doch das macht nur bei einer intakten Dichtung Sinn.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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