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Gebrauchte werden teurer

Kleinwagen am beliebtesten

Gebrauchtwagenmarkt Foto: Beate Jeske 79 Bilder

Die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt ziehen wieder an. Welche Modelle sind besonders gefragt und somit betroffen? Eine Analyse der Onlinebörse mobile.de zeigt, was bei den Autofahrern zurzeit gut ankommt.

03.11.2011 Henning Busse

Der Gebrauchtwagenmarkt ist in Bewegung, vor allem die Fahrzeugpreise nehmen Fahrt auf. Laut einer Untersuchung der Onlinebörse mobile.de legte der Durchschnittspreis der angebotenen Secondhand-Autos im August gegenüber dem Vorjahresmonat um mehr als drei Prozent auf rund 18.000 Euro zu. Für diese Entwicklung ist aus Sicht von mobile.de die erhöhte Kaufbereitschaft der Kunden verantwortlich.

Mit dieser Einschätzung liegen die Marktbeobachter nicht daneben, wie sich aus den Zulassungszahlen für August 2011 im Vergleich zum Vorjahr herauslesen lässt: Neben dem Neuwagen- zog auch das Gebrauchtwagengeschäft wieder an und konnte nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) um fast vier Prozent zulegen.

Kleine Gebrauchtwagen sind besonders gefragt

Doch die Entwicklung in beiden Bereichen verläuft unterschiedlich. Während bei den Neuwagen mit Aufleben des Gewerbekundenmarktes wieder besonders SUV und Fahrzeuge der oberen Mittelklasse vom Schlage eines Audi A6, BMW 5er oder einer Mercerdes E-Klasse gefragt sind, greifen die Gebrauchtwagenkunden vermehrt zu kleineren Autos. Dies unterstreicht schon ein Blick auf die Preisentwicklung in den jeweiligen Fahrzeugklassen: Laut mobile.de verzeichnete die obere Mittelklasse einen Anstieg von nicht einmal einem Prozent innerhalb eines Jahres, SUV kosten derzeit sogar 2,5 Prozent weniger. Kleinwagen hingegen wurden im gleichen Zeitraum um fast sieben Prozent teurer, Mittelklasse-Modelle wie VW Passat & Co. stiegen im Preis um immerhin fünf Prozent.

Eine von mobile.de exklusiv für auto motor und sport erstellte Analyse der Suchanfragen belegt ebenfalls den Trend zu kleineren Gebrauchten. Die rund 63 Millionen Besucher pro Monat suchten in der Onlinebörse von mobile.de aus den etwa 1,4 Millionen Angeboten, die zwischen Juni und August eingestellt waren, vornehmlich Modelle in der Preisklasse 5.000 bis 10.000 Euro (18,2 Prozent) - am häufigsten solche, die nicht älter als fünf Jahre waren (22,9 Prozent). Dafür gibt es vor allem, wie die Marktbeobachter feststellten, Fahrzeuge aus dem Minicar-Segment (im Schnitt für 7.283 Euro) sowie aus der Kleinwagenklasse (im Schnitt für 9.605 Euro).

10.000-Euro-Marke ist Schmerzgrenze

Wer nach Fahrzeugen der Kompaktklasse in dieser Altersspanne fahndet, muss durchschnittlich mit 14.346 Euro rechnen, bei der Mittelklasse mit 20.045, bei der oberen Mittelklasse mit 29.041 und bei den SUV sogar mit 30.469 Euro. Auch die teuren Preisregionen werden bei den Suchaufträgen bedient. Doch je höher der geforderte Preis ausfällt, desto mehr nimmt das Kundeninteresse ab.

Während sich noch eine große Anzahl der Anfragen in der Spanne zwischen 10.000 und 15.000 Euro bewegt (16,8 Prozent), geht die Kurve danach steil nach unten. So macht die Region zwischen 15.000 und 20.000 Euro lediglich 12,9 Prozent aller Suchaufträge bei dem Internet-Portal aus, die Gruppe 25.000 bis 30.000 Euro sogar nur noch 5,8 Prozent. Es scheint, dass die 10.000-Euro-Marke eine Schmerzgrenze im Gebrauchtwagenhandel darstellt. Immerhin wollen rund 64 Prozent der Kunden diese Hürde nicht nehmen.

Dafür machen sie Zugeständnisse. Wie sonst erklärt sich, dass der Laufleistungs-bereich 90.000 bis 100.000 Kilometer in der Untersuchung mit einem Anteil von 13,6 Prozent an der Spitze steht - dicht gefolgt von der Spanne 70.000 bis 80.000 km (13,0 Prozent). Insgesamt konzentrieren sich die Hälfte aller Anfragen auf Autos mit einer Laufleistung zwischen 70.000 und 125.000 Kilometer.

Markenbewusstsein statt Ansprüche an Laufleistung

Mit diesem Schritt lässt sich der Kaufpreis ebenso drücken wie mit dem Fahrzeugalter. Auch hier sieht es so aus, als ob die Kunden gerne ihre Ansprüche zurückschrauben. So entfallen 18 Prozent der Suchaufträge auf ein Modell mit sechs bis acht Jahren auf dem Buckel, bei 14,8 Prozent sind es sogar acht bis zehn Jahre.

So überraschend die Analyse zum Teil sein mag, in einem Punkt ist sie es nicht: Geht es um Markenvorlieben, unterscheidet sich der Gebrauchtwagenmarkt kein bisschen vom Neuwagenmarkt. Er wird ebenfalls von den deutschen Firmen dominiert, denn 66 Prozent der Anfragen beziehen sich bei mobile.de auf Autos heimischer Hersteller. In allen sieben Segmenten, die das Portal als Suchkriterium angibt, belegen sie mit verschiedenen Modellen die vorderen Ränge. Daher der Tipp: Wer keine ausgeprägte Marken-Affinität besitzt, fährt günstiger, wenn er sich nach einem weniger beliebten Modell eines ausländischen Produzenten umsieht. Denn auch im Gebrauchtwagenbereich gilt: Angebot und Nachfrage regeln den Preis.

Welche Autos in den einzelnen Kategorien besonders beliebt sind, sehen Sie in der Fotoshow.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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