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Gebrauchtwagen im Internet

Das suchen Online-Käufer

VW Polo alt Foto: VW 21 Bilder

Dank Internet wird die Gebrauchtwagensuche heute fast zum Kinderspiel. Der Neue aus zweiter Hand ist meist nur wenige Mausklicks entfernt. Eine Analyse von Mobile.de zeigt, was derzeit bei potenziellen Käufern hoch im Kurs steht.

25.01.2011 René Olma

Das Internet macht vieles einfacher – die Gebrauchtwagensuche zum Beispiel. Ein paar Klicks bei einem Internet-Fahrzeugportal zeigen in Sekunden, wie viel man für den Traumwagen als Budget einkalkulieren sollte und was derzeit überhaupt angeboten wird. 

Meistgesucht: VW-Modelle

Doch das Angebot ist nur die eine Seite der Medaille; entscheidend ist, was gerade gesucht wird. Mobile.de, mit rund 62 Millionen Besuchern pro Monat der meistfrequentierte Fahrzeugmarkt Deutschlands und damit auch ein wichtiger Marktbeobachter, hat exklusiv für auto motor und sport die Anfragen seiner User ausgewertet.

Wenig überraschend: Das Gros der Kaufinteressenten (14,7 Prozent) sucht nach einem VW, weil die Wolfsburger mit weitem Abstand auch die meisten Autos auf Deutschlands Straßen stellen. Dicht dahinter folgen mit BMW (14,3 Prozent), Mercedes (14,0 Prozent) und Audi (12,0 Prozent) die drei deutschen Premiummarken. Weit abgeschlagen landen Opel (5,0 Prozent) und Ford (4,1 Prozent) auf Rang fünf und sechs.

Dass Porsche (2,3 Prozent) Platz sieben einnimmt, nährt die Vermutung, dass so mancher Internet-Nutzer wohl auch einfach mal aus Interesse schaut, was ein Zuffenhausener Modell aus zweiter Hand kostet. Wie oft das Interesse zu einem Kauf führt, kann Mobile.de indes nicht feststellen.

Betrachtung nach Segmenten

Aussagekräftiger als die Markenanalyse erscheint die Betrachtung nach den sieben Segmenten, die das Portal als Suchkriterium anbietet. Sie helfen, das Angebot von rund 1,2 Millionen Annoncen zu sortieren. Da die Auswertung alle Autos mit gleicher Modellbezeichnung zusammenfasst, haben es namensgleiche Baureihen über mehrere Generationen natürlich einfacher, auf den vorderen Plätzen zu landen. Beispiel Toyota: Die Umbenennung der unteren Mittelklasse von Corolla in Auris führt automatisch dazu, dass sich die Suchanfragen eben auf zwei Modelle verteilen, während beim VW Golf alle Autos seit der Markteinführung 1974 mit eingeschlossen sind.

Von diesem Effekt profitieren auch die Spitzenreiter in der Kategorie Kleinwagen. Dennoch hat der VW Polo mit 12,3 Prozent die Nase vor Opel Corsa (8,9 Prozent) und Ford Fiesta (4,5 Prozent). Diese Fahrzeugklasse liefert zudem den genauesten Überblick, da sich alle Modelle schon als Neuwagen auf einem ähnlichen Preisniveau bewegen, in den sechs anderen Gruppen mischen sich die Preisklassen deutlich stärker.

Beispiel Limousinen: Hier landen zum einen klassische Stufenheckmodelle wie der Spitzenreiter BMW 5er (11,7 Prozent) oder die Mercedes E-Klasse (10,9 Prozent), aber auch der VW Golf. Offenbar klicken viele Mobile.de-Nutzer auf dieses Merkmal, wenn sie eben keinen Kombi oder Van suchen.

Folglich bildet diese Kategorie vom Kleinwagen bis zur Luxuslimousine alle Preisklassen ab. Die Top Ten zeigen aber, dass sich das Interesse auf Modelle der normalen und der oberen Mittelklasse konzentriert. Mit dem BMW 7er schafft es allerdings auch ein Oberklassemodell in die Hitliste. Immerhin 1,8 Prozent der Anfragen beziehen sich auf ihn.

Neuwagenbestseller sind auch gebraucht gesucht

Überraschende Ergebnisse fördern die Analysen nur in wenigen Kategorien zu Tage: Gefragt ist, was sich auch neu am besten verkauft, und das sind meist Modelle deutscher Marken. Zudem zeigt sich ein klarer Trend zu gebrauchten Premium-Modellen. Der vergleichsweise hohe Wertverlust sorgt eben dafür, dass auch ein Kombi der oberen Mittelklasse nach ein paar Jahren zu erschwinglichen Preisen gehandelt wird.

Und der Preis bleibt eines der entscheidenden Kaufkriterien, wie die Mobile.de-Auswertung zeigt. Mehr als 61 Prozent aller Anfragen bewegen sich im Segment bis 10.000 Euro, 44 Prozent möchten sogar nicht mehr als 6.000 Euro investieren. Um unter dieser Schwelle zu bleiben, werden sogar hohe Laufleistungen akzeptiert. 61,8 Prozent können mit sechsstelligen Tachoständen leben, 13,2 Prozent verlieren selbst bei rund 200.000 Kilometern noch nicht die Lust am Gebrauchtwagenkauf.

Altersgrenze liegt bei zehn Jahren

Allerdings kennt die Kompromissbereitschaft Grenzen: Maximal zehn Jahre alt sollte ein Gebrauchter sein, finden 74,5 Prozent. 40 Prozent der Mobile.de-Besucher ziehen das Alterslimit bei fünf Jahren Wie erfolgreich die Suche verläuft, lässt sich aus der Erhebung nicht herauslesen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass gerade im Preissegment bis 6.000 Euro gepflegte Autos Mangelware sind. Vor allem Kleinwagen sind begehrt, was den Wertverfall bremst. Hinzu kommt, dass viele Vertragshändler um preiswerte Fahrzeuge einen Bogen machen. Sie fürchten hohe Folgekosten aus Gewährleistungsansprüchen. Wenn überhaupt, dann treibt man Schnäppchen bei freien Händlern oder von Privatleuten auf.

Trotzdem können Käufer von der Analyse profitieren. Je größer die Nachfrage und je geringer das Angebot ist, desto höher ist am Ende der Preis des Secondhand-Modells. Schließlich gibt es ja genügend andere Interessenten. Wer also nicht auf ein bestimmtes Modell fixiert ist, fährt oft günstiger, wenn er sich nach einem weniger beliebten Auto umsieht.

Vorsicht ist bei verlockend günstigen Offerten, gerade aus dem Ausland, geboten: Nach wie vor tummeln sich viele Betrüger im Netz. Besteht der Verkäufer auf Vorkasse oder sperrt er sich gegen eine Besichtigung vor Ort, sollte man besser vom Kauf Abstand nehmen. Schließlich findet man online meist mit geringem Aufwand schnell eine entsprechende Alternative.

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