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Gebrauchtwagen - Gasautos

Gib Gas!

Ford Focus 2.0 CNG Foto: Achim Hartmann, Beate Jeske, Hans-Dieter Seufert, Picture Alliance 8 Bilder

Hohe Spritpreise machen Gasautos für viele Autofahrer interessant. Doch nicht immer muss es ein Neuwagen sein. Mittlerweile gibt es ein großes Angebot am Gebrauchtwagenmarkt. Worauf müssen Käufer achten, und wie finden sie das richtige Modell? Mit ein paar Tricks wird man leicht fündig.

15.02.2012 Henning Busse

Die Spritpreise für Gasautos sind verführerisch und machen bei einem Unterschied von bis zu 75 Cent pro Liter gegenüber dem Benzin richtig Lust auf einen Wechsel – wäre da nicht der teils heftige Mehrpreis bei der Anschaffung. Doch es muss ja nicht gleich ein fabrikneues Modell sein, ein Gebrauchter tut es schließlich auch. Das spart viel Geld – zumindest auf den ersten Blick.
Gasautos sind auch am Secondhand- Markt nicht billig. Das belegt eine Untersuchung von auto motor und sport. Gegenüber einem vergleichbaren Benziner werden sie bis zu 2700 Euro teurer gehandelt (siehe Übersicht rechts). Das bedeutet: Erst nach vielen Kilometern wird der Zuschlag durch die niedrigen Spritkosten amortisiert. Je nach Modell kann eine Laufleistung von mehr als 60 000 Kilometern notwendig sein.
Wer sich davon nicht abschrecken lässt, darf sich mittlerweile über ein großes Angebot freuen. Allein bei mobile.de sind fast 15 000 Annoncen zu Fahrzeugen für Gasbetrieb gelistet. Jetzt sollten die  Interessenten nur noch klären, was sie überhaupt suchen. Denn der Markt kennt Autos für Flüssiggas (LPG) und Erdgas (CNG) und unterscheidet zwischen Gasanlagen ab Werk oder nachgerüsteten Fahrzeugen.
Vor allem umgebaute Autos verdienen einen genauen Blick. Zwar lässt sich jeder Benziner auf den Gasantrieb umrüsten, doch nicht jedes Modell verträgt diese Kur. Ursache dafür sind die höheren Abgastemperaturen im Gasbetrieb, die sich kritisch auf die Auslassventile auswirken können. Laut einer ADACUmfrage macht ein daraus resultierender Schaden aber nur zwei Prozent aller Probleme bei umgebauten Gasautos aus. Oft liegt es nur an der Einstellung der Anlage, was ein Software- Update beheben kann.
Diese Arbeiten sollten nur zertifizierte Betriebe durchführen. Deshalb ist vor dem Kauf die Zusicherung wichtig, dass ein Fachbetrieb die Umrüstung erledigt hat. Diese speziellen Werkstätten können auch die Frage beantworten, ob ein Modell überhaupt für den Gasbetrieb geeignet ist – dazu haben sie Übersichten.
Diese Frage erübrigt sich bei Autos, deren Motoren schon ab Werk für den Gasbetrieb umgerüstet wurden. Da bleibt es beim normalen Gebraucht-Check. Hier ist vor allem ein lückenloses Scheckheft wichtig – denn je nach Modell kann es Vorschriften geben, die ein vergleichbarer Benziner nicht hat.
 

Gasanlage: Diese Mängel traten auf:


Oft sind nur Einstellungsarbeiten nötig
Eine ADAC-Umfrage unter Besitzern von Gasfahrzeugen hat ergeben, dass nur 26 Prozent Ärger mit der Gasanlage hatten. Lediglich bei zwei Prozent der Problemfälle traten Motorschäden auf. Hauptsächlich gab es Schwierigkeiten mit der Einstellung der Anlage, was oft durch ein Software-Update behoben wurde. Auch das Tanksystem (13 Prozent) sowie das Einspritzsystem (11 Prozent) bereiteten Probleme.
 
Urteile zur Nachrüstung:

Umrüstung auf Autogas
Rüstet eine Werkstatt ein Fahrzeug auf Autogas um, muss sie prüfen, ob es dazu überhaupt geeignet ist. Außerdem hat sie über die Risiken aufzuklären. Tut sie das alles nicht und kommt es zum Schaden, muss sie ihn auch ersetzen (OLG Frankfurt; Az. 8U211/05).
 
Defekte Gasanlage und Mehrkosten
Bei einer defekten Gasanlage kann man zwar vom Vertrag zurücktreten,  Schadenersatz wegen entstandener Mehrkosten im Benzinbetrieb wird jedoch nicht ohne weiteres gewährt (OLG Oldenburg; Az. 13U59/11).
 
Leistungsverlust nach Umrüstung
Leistungsverluste muss der Kunde bei einer Umrüstung (LG Osnabrück; Az.  O2244/09) hinnehmen, da bekannt ist, dass Motoren im Gasbetrieb nicht die gleiche  Leistung haben wie im Benzinbetrieb.

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