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Gebrauchtwagen - Kauf- Ratgeber

Clever zum Gebrauchten

Magazinrecherche: Wunschliste festlegen Foto: Ingolf Pompe 5 Bilder

Einen Gebrauchtwagenkauf sollten Autofahrer gut planen. Doch wie findet man das richtige Modell, wie lässt es sich bewerten, und wie stellen Kunden fest, ob der Preis stimmt? Mit ein paar Tricks können das selbst Laien schaffen. Hier sind sie.
 

24.01.2012 Henning Busse

Der Autokauf gestaltet sich immer schwieriger. In den letzten Jahren hat die Modellvielfalt am Markt stark zugenommen, was jetzt besonders der Gebrauchtwagen- Interessent zu spüren bekommt. Damit nicht gleich zu Beginn des Kaufprozesses der Überblick verloren geht, sollte man strukturiert vorgehen (siehe Kästen). Denn das hilft, das riesige Angebot einzuschränken und das richtige Modell zu finden.
 
Damit ist der Gebrauchtwagenkauf aber noch nicht erledigt, er fängt gerade an. Der wichtigste Punkt bleibt die Besichtigung. Erst jetzt entscheidet sich, ob der Wagen wirklich hält, was die Annonce verspricht – und um das herauszufinden, muss man kein Experte sein. Wichtig ist, dass der Kunde bei der Fahrzeugbesichtigung die Zeichen richtig deutet. Das fängt mit den Fahrzeugpapieren an. Fehlt das Scheckheft oder ist es lückenhaft, ist das kein guter Start. Das deutet darauf hin, dass die Wartung beim Auto vernachlässigt wurde. Dieser Verdacht erhärtet sich, wenn das Fahrzeug nicht gewaschen ist. Schließlich lassen sich Roststellen, Dellen oder Lackschäden so schwerer ausmachen. Gerade die Suche nach Rost kann sich als schwierig erweisen. Doch wenn es im Innenraum muffig riecht oder Bodenbeläge feucht sind, dann zeugt das von Karosserie- Undichtigkeiten – Korrosionsschäden sind somit nicht mehr auszuschließen. Weitere Indizien für ein nicht einwandfreies Auto liefern zudem brüchige oder poröse Kabel beziehungsweise Schläuche im Motorraum sowie die Flüssigkeitsstände. Stimmen Öl und Wasserpegel nicht, ist ein weiterer Hinweis gegeben, dass der Vorbesitzer von der Wartung und Pflege wenig hielt.
 
Mehr noch: Zu niedrige Flüssigkeitsstände können auch auf Defekte am Motor hinweisen. Und wenn man dann noch zu Besichtigungsbeginn feststellt, dass der Motor bereits warm ist, liegt der Verdacht sehr nahe, dass etwas verschleiert werden soll. Denn manche ungesunden Klackergeräusche machen sich besonders im kalten Zustand bemerkbar. Bei solchen Anzeichen sollte der Gebrauchtwagen-Interessent den Kauf noch einmal überdenken. Allerdings ist auch Vorsicht geboten, wenn das Auto zu sauber daherkommt. Zwar lässt sich so der äußere Zustand des Wagens gut überprüfen, doch unter der Motorhaube bringt das wenig. Undichtigkeiten sind nur schwer auszumachen.
 
Schauen Sie auch auf die Reifen, die ebenfalls viel über den Zustand des Autos verraten können. Damit ist nicht allein die Profiltiefe gemeint, die sich einfach mit einer Ein-Euro-Münze überprüfen lässt – sieht man noch den goldenen Rand, ist der Reifen nah an der Verschleißgrenze und muss bald ausgetauscht werden. Das Reifenprofil sagt auch etwas über den Zustand des Fahrwerks aus. Weisen vor allem die Innen- oder Außenschultern der Pneus starken Verschleiß auf, stimmt die Fahrwerksgeometrie nicht mehr. Sind die Profilblöcke nicht rundherum gleichmäßig abgefahren, deutet das meist auf defekte Radlager, Stoßdämpfer oder Achsaufhängungen hin.
 

Selbst Unfallschäden können technische Laien mit ein paar Tricks auf die Schliche kommen. Unterschiedliche Spaltmaße an Türen, Kotflügeln und Heckklappe künden unter Umständen von Vorschäden. Danach hat der Lack einen genauen Blick verdient: Gibt es stumpfe Stellen, ist die so genannte Orangenhaut festzustellen, sind Farbläufer vorhanden oder bestehen gar Farbunterschiede? Das sind allesamt Anzeichen – genauso wie Lackspuren an Gummi- und Kunststoffteilen.
 
Letzte Klarheit über den Zustand des Autos liefert aber erst die Probefahrt. Darauf sollten Sie bestehen. Der Motor muss ohne Probleme anspringen – deshalb ist es wichtig, dass das Aggregat bei Besichtigungsbeginn kalt ist. Zudem darf der Motor nicht unrund laufen und auf Gasbefehle schlecht ansprechen. Sind beim Abbiegen an der Kreuzung während des vollen Lenkeinschlags Knackgeräusche zu hören, deutet das auf fehlerhafte Antriebswellen oder Radlager hin. Hält das Auto nicht die Spur, stimmt die Fahrwerksgeometrie nicht. Macht das Getriebe beim Schalten Geräusche, ist auch das ein Alarmsignal – ganz zu schweigen davon, wenn es sich nicht leicht bedienen lässt. Ist die Bremsleistung schwach, zieht das Auto beim Stoppen zu einer Seite oder ist nach der Probefahrt die Felge so heiß, dass man sie kaum anfassen kann – dann sind ebenfalls Mängel vorhanden.
 
 
Es ist nicht schwer, mit ein paar Tricks beim Gebrauchtwagenkauf die Spreu vom Weizen zu trennen – selbst für Laien nicht. Sogar Tacho-Manipulationen können Kunden aufspüren, wenn man die Anzeichen zu deuten weiß: Passt die angegebene Laufleistung zum Gesamteindruck des Autos? Erscheint sie zu niedrig, kann ein Blick in den Innenraum Hinweise geben. Wenn die Sitze stark durchgesessen und verschlissen, die Pedale stark abgenutzt sind und das Lenkrad abgegriffen aussieht, ist Skepsis angebracht.
 
Ebenso sollte man nach alten Händleraufklebern im Auto forschen; ein Anruf in dem Autohaus gibt meist viel Aufschluss  über die Fahrzeughistorie. Auch Ölwechselzettelmit dem Kilometerstand im Motorraum können eine Tachomanipulation auffliegen lassen.
 
Das ist eine Täuschung, die – wenn sie nach dem Kauf auffällt – auch bei Privatpersonen zur Gewährleistungspflicht führen kann. Ansonsten ist die Mängelhaftung bei privaten Verkäufen schwierig durchzusetzen. Daran sollten die Käufer denken. Mehr Sicherheiten verspricht der Handel, auch wenn er die Autos bis zu zehn Prozent teurer anbietet. Schließlich müssen die Firmen im Zeitraum von einem Jahr nach Verkauf eines Gebrauchtwagens für Sachmängel haften – das sorgt für Vertrauen beim Kunden, ersetzt aber nicht eine gründliche Fahrzeugbesichtigung.

1. Magazin- Recherche:
 
Auf der Suche nach einem Modell hilft beispielsweise das auto motor und sport- Gebrauchtwagenheft. Es gibt wichtige Hinweise zu 150 Autos, auch über Mängel der Fahrzeuge wird ausführlich informiert. Somit lässt sich schnell der Wunschwagen ausmachen.
 
Wunschliste festlegen:


Fahrzeug festlegen Kombi oder Limousine? Großes oder kleines Auto? Welche Ausstattung ist mir wichtig? Fahre ich viel oder wenig, Diesel oder Benziner? Diese Fragen sind hilfreich bei der Gebrauchtwagen-Suche. Preisrahmen bestimmen. Falls das Auto finanziert wird, nicht mehr als 15 Prozent des Einkommens für die Rate einplanen. Internetforen liefern auch zu seltenen Fahrzeugen am Markt nützliche Informationen.

2. Internet- Recherche:


Internet-Börsen bieten mittlerweile eine riesige Auswahl an Gebrauchtwagen-Annoncen. mobile.de und  autoscout24.de gehören zu den bekanntesten Portalen. Aber auch die Autohersteller bieten bereits Online- Börsen an.
 
Angebot eingrenzen:


Suchmasken so ausführlich wie möglich ausfüllen, damit man schneller das Wunschauto findet. Verschiedene Auto-Angebote im gleichen Preisrahmen berücksichtigen. Vorsicht bei Angeboten, die zu günstig sind. Hier kann Betrug lauern. Niemals in Vorkasse gehen, auch wenn die Geschichte des Verkäufers plausibel ist. Ohne Besichtigung kein Kauf Stets daran denken, auf Bildern sieht jedes Auto gut aus.

3.Fahrzeugcheck:


Die Besichtigung ist der wichtigste Punkt beim Gebrauchtwagenkauf. Dazu sollte man sich im Vorfeld über die Problemzonen des Modells informieren. Vereinbaren Sie einen Termin bei Tageslicht und nehmen Sie zur Sicherheit einen Fachmann aus Ihrem Bekanntenkreis mit. Lassen Sie sich bei der Besichtigung nicht hetzen.
 
Kontrolle statt Vertrauen:


Fahrzeugpapiere Serviceheft und Rechnungen sollten vorhanden sein, genauso der Prüfbericht der Hauptuntersuchung. Fehlen sie, ist Vorsicht geboten. Überprüfen Sie die Angaben im Fahrzeugschein. Unfallschäden Schauen Sie hier genau hin, unterschiedliche Spaltmaße können ein Indiz sein. Gibt es Farbunterschiede? km-Stand Passt der Tachostand zum Gesamteindruck des Autos? Falls nicht – Vorsicht.

4.     Probefahrt:


Eine Probefahrt muss immer stattfinden, sie gehört mit zum Fahrzeugcheck. Falls der Verkäufer sich in Ausreden verstrickt und Sie nicht fahren lassen will – Vorsicht. Seien Sie kritisch und sensibilisiert bei Geräuschen während der Fahrt – vor allem, wenn sie von den bekannten Problemzonen kommen.
 
Auf Details achten:


Motor Er sollte zu Besichtigungsbeginn kalt sein, sonst lassen sich manche Mängel schwer feststellen. Zeit nehmen Eine Probefahrt um den Häuserblock bringt nichts, bestehen Sie auf einer längeren Tour. Volle Straßen meiden, auch außerorts fahren. Einige Mängel zeigen sich bei höherem Tempo. Nach der Probefahrt noch einmal das Auto inspizieren. Sind Undichtigkeiten zu sehen?

5. Vertragsabschluss:

Ist das passende Auto gefunden, steht der Vertragsabschluss an. Schauen Sie noch einmal, ob das Auto nicht zu teuer angepriesen wurde. Vergleichen Sie das Angebot mit anderen im Internet – notfalls muss nachverhandelt  werden. Bevor Sie den Vertrag unterschreiben, lesen Sie ihn sorgfälltig. Es sollten alle mündlichen Zusagen enthalten sein wie zum Beispiel die Unfalloder Mängelfreiheit des Autos.
 
Das Kleingedruckte beachten:

Das Kleingedruckte beachten:
 
Wer verkauft? Wenn ein Händler einen anderen Namen im Vertrag angibt – Vorsicht. Das kann ein Trick sein, um die Gewährleistung zu umgehen. Kauf bei Privatpersonen Hier gibt es in der Regel keine Gewährleistung – nur bei arglistiger Täuschung. Bezahlung erst dann, wenn es Kfz-Brief und Schlüssel gibt. Autodokumentation Darauf achten, dass man alle Papiere und Rechnungen bekommt.

Es ist nicht schwer, mit ein paar Tricks beim Gebrauchtwagenkauf die Spreu vom Weizen zu trennen - selbst für Laien nicht.

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