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Gebrauchtwagen Marktreport

Secondhand wird teurer

Verschiedene Modelle Foto: Hans-Dieter Seufert 10 Bilder

Am Gebrauchtwagenmarkt sind vor allem Klein- und Kompaktwagen gefragt. Sie legen weiterhin im Preis zu, während SUV und die gehobene Mittelklasse an Wert verlieren.

21.02.2012 Henning Busse Powered by

Das Jahr 2011 war für den Autohandel sehr erfreulich. Nicht nur der Neuwagenabsatz stieg mit fast neun Prozent deutlich an, auch beim Gebrauchtwagenverkauf ging es aufwärts. Er legte gegenüber 2010 um fast sechs Prozent zu und konnte sogar zum Teil die Verluste bei den privaten Neuwagenverkäufen ausgleichen. Sie lagen 2,5 Prozent unter dem Niveau von 2010.

Mehr noch: Vor allem hochwertige Gebrauchtwagen wurden am Markt angeboten. Wie die Onlinebörse mobile.de in Untersuchungen herausfand, kletterte der durchschnittliche Preis der angebotenen Secondhand-Fahrzeuge auf über 18.000 Euro - der höchste Wert der vergangenen Jahre. Mit diesem Ergebnis kann der Handel zufrieden sein, und es scheint, dass es mit dem Aufschwung auch 2012 weitergeht. Denn bisher ist die Kaufbereitschaft der Kunden ungebrochen. Das bedeutet: Die Gebrauchtwagennotierungen für manche Fahrzeugklassen werden laut mobile.de auch in den nächsten Monaten noch steigen.

Obere Mittelklasse und SUV für Schnäppchenjäger

Doch anders als bei den Neuwagen dominieren im Secondhand-Bereich nicht Geländewagen und Autos der oberen Mittelklasse, sondern eher kleinere Autos. Dies unterstreicht schon ein Blick auf die Preisentwicklung in den jeweiligen Fahrzeugklassen: Laut mobile.de verzeichnete die obere Mittelklasse allein im Dezember ein Minus von 3,7 Prozent, die Geländewagen liegen sogar 6,1 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Zurzeit wird ein rund vier Jahre altes Auto vom Schlage eines Audi A6, BMW 5er oder einer Mercedes E-Klasse im Durchschnitt für etwa 28.000 Euro angeboten. Nicht viel teurer sind momentan die Geländewagen, ein gut drei Jahre altes Exemplar liegt im Schnitt bei 29.400 Euro. Für Schnäppchenjäger sind diese Fahrzeugklassen aktuell ein guter Tipp. Kleinwagen hingegen legen im Preis weiter zu. Obwohl im Dezember das Plus mit gerademal 0,6 Prozent gering ausfiel, hat dieses Segment in den letzten Monaten doch deutlich dazugewonnen. Für gut erhaltene VW Polo und Co. müssen Kunden nun mit mindestens 9.700 Euro rechnen.

Hohe Zugeständnisse bei hohen Preisen

Auch bei den Kompaktwagen und den Vans ging es nach oben. Hier werden 14.300 beziehungsweise 14.800 Euro aufgerufen. Allerdings sind viele Käufer nicht bereit, diese Preise zu zahlen. Laut mobile.de suchen Gebrauchtwagenkunden vor allem Autos in der Preisklasse 5.000 bis 10.000 Euro. Danach folgen Autos im Bereich bis 15.000 Euro. Dafür machen sie Zugeständnisse. Wie sonst erklärt sich, dass über die Hälfte aller Anfragen bei mobile.de auf Gebrauchte mit einer Laufleistung zwischen 70.000 und 150.000 Kilometer entfallen.

Geht es um Markenvorlieben, unterscheidet sich der Gebraucht- kaum vom Neuwagenmarkt. Er wird ebenfalls von den deutschen Marken beherrscht, denn 66 Prozent der Anfragen bei mobile.de beziehen sich auf Modelle heimischer Produktion.

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