Geely - Portrait des chinesischen Autoherstellers: Vom Kühlschrank zum Volvo-Eigner

Geely China

Als der 23-jährige Li Shu Fu 1986 seine Produktionsfirma für Kühlschrankteile gründete, dachte er wohl kaum, dass er einmal den schwedischen Hersteller Volvo übernehmen wird. Doch es dauerte weniger als 25 Jahre.

Die Erfolgsgeschichte von Geely ist kurz, die Erfolgskurve steil. 1986 gründet Li Shu Fu im Alter von 23 Jahren eine Firma für die Produktion von Kühlschrankteilen, seit 1993 ergänzen Motorräder das Portfolio, ehe 1997 das erste Automobil gebaut wird. 2005 stehen Geely-Modelle erstmals auf der IAA in Frankfurt, 2010 kauft Geely für rund 1,3 Milliarden Euro den schwedischen Autobauer Volvo. Heute ist Geely der größte unabhängige chinesische Autohersteller. So kurz, so gut.

Motto: "Let Geely cars go to the whole world"

So lautet der Slogan des ersten privaten chinesischen Autoherstellers, der rund 10.000 Beschäftigte hat. Seit 2003 exportiert Geely Fahrzeuge ins Ausland. Im gleichen Jahr baut Geely das 100.000. Fahrzeug, 2009 werden bereits 325.413 Autos produziert.

Bis 2015 will Geely zwei Millionen Fahrzeuge pro Jahr bauen. Die Wachstumsraten lassen kaum daran zweifeln, dass die Chinesen ihr Ziel erreichen werden. Im März 2010 werden mit 30.249 gebauten Einheiten 25,6 Prozent mehr Autos hergestellt als im Vorjahr. Schon im ersten Quartal 2010 verlassen 102.838 Fahrzeuge die Produktionsbänder. So erscheint das Jahresziel für 2010 von 400.000 Autos realistisch.
 
Mit dem Kauf von Volvo erhofft sich Geely eine solide Voraussetzung für die Internationalisierung und den Markteintritt in den europäischen und amerikanischen Markt. Die Verträge zwischen dem Vorbesitzer Ford und Geely wurden im März 2010 unterzeichnet. Ford hatte Volvo für 6,5 Milliarden Dollar übernommen und tilgt mit dem Erlös nun die Schulden.
 
Für Volvo kann die Übernahme durch Geely und die damit eröffnete Chance, auf dem chinesischen Markt guten Tritt zu fassen, durchaus auch eine Chance auf bessere Zeiten sein. Das Entwicklungs- und Forschungszentrum und die Produktion soll laut Geely-Haupteigner Li Shu Fu in Schweden bleiben.

Die Modellpalette von Geely
 
"Wir bauen Autos, die sich jeder leisten kann", so eine Aussage der Geely-Verantwortlichen auf der ersten IAA, bei der der chinesische Autohersteller vertreten war.
 
Die Modellpalette umfasst derzeit fünf Modelle. Am oberen Ende steht der 4,60 Meter lange Geely FC, der von einem 138 PS starken Vierzylinder angetrieben wird. Der Hersteller gibt den Verbrauch mit 6,5 Liter im Mittel an. Drei Ausstattungsvarianten stehen zur Wahl, wobei die Einstiegsvariante 1.8GS M/T keine Airbags besitzt. Das Top-Modell kommt mit Lederpolsterung, Sitzheizung, elektrischem Schiebdach, Bordcomputer, Klimaautomatik und Einparkhilfe.
 
Unter dem FC ist der Geely MK mit einer Länge von 4,34 Meter angesiedelt. Ihn gibt es in zwei Motor- und sechs Ausstattungsvarianten. Die beiden Vierzylinder haben 1,5 und 1,6 Liter Hubraum und stellen 69 und 79 PS zur Verfügung, die für eine Höchstgeschwindigkeit von 165 und 175 km/h gut sind. Alle Modelle des MK besitzen einen Fahrer-Airbag, Servolenkung und ABS sowie Leichtmetallfelgen, Sitzheizung, elektrische Fensterheber und Klimaanlage - beste Voraussetzungen für einen Einstieg in den US-amerikanischen Markt.
 
Der Dritte im Bunde ist der Geely CK (4,15 Meter lang), der nur in einer Motorvariante gebaut wird. Auch er wird von dem 1,5-Liter-Vierzylinder mit 69 PS angetrieben. Die zwei Ausstattungslinien unterscheiden sich in wenigen Punkten: Das Top-Modell besitzt ABS und EBD, zwei Airbags und ein Lederlenkrad.
 
In der Klasse bis vier Meter Außenlänge ist der 3,99 Meter lange Geely MK 2 vertreten. Die drei Ausstattungslinien sind der einzige Unterschied, als Motorisierung kommt in allen der 69 PS starke 1,5-Liter-Motor zum Einsatz. Alle Modelle wurden mit ABS und EBD, Klimaanlage, CD- und MP3-Player, elektrischen Fensterhebern und Zentralverriegelung ausgestattet. Das mittlere Modell besitzt außerdem noch zwei Airbags und Einparkhilfe. Kennzeichen des Top-Modells 1.5GT sind ein elektrisches Sonnendach.
 
Den Einstieg in die Geely-Autowelt markiert der 3,59 Meter kurze Geely LC, der von einem 63 PS starken 1,3-LiterVierzylinder auf Touren gebracht wird. Erstaunlich ist der hohe Verbrauch, den Geely angibt: 6,85 Liter auf 100 Kilometer. Vier Ausstattungslinien sind verfügbar. Das Top-Modell GT bietet mit einer Soundanlage mit sechs Lautsprechern, sechs Airbags und einer Einparkhilfe ein Sorglos-Paket in der Kleinstwagen-Klasse. Das Einstiegsmodell des Geely LC muss dagegen auf ABS, EBD, EPS, Airbags und Leichtmetallräder verzichten.

Chinas Autohersteller im Portrait
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Kai Klauder

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