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Geisterfahrer

Bund tut sich schwer mit Fakten

Foto: Asfinag

Der Bund tut sich nach wie vor schwer mit eindeutigen Fakten zum Problem Geisterfahrer. Für eine genauere Statistik, gäbe es keine Rechtsgrundlage, so Ramsauer.

15.11.2012 auto motor und sport

Während der ADAC die Ursachen für Geisterfahrten aktuell in einer Studie analysiert hat, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auto motor und sport, dass der Bund weder über die ADAC-Zahlen verfügt, noch über aussagekräftige eigene Daten. Derzeit würden Unfälle mit Geisterfahrern noch gemeinsam mit Unfällen mit entgegenkommenden Fahrzeugen auf Autobahnraststätten, Autobahnparkplätzen sowie im Bereich von Baustellen ohne Mittelleitplanken erfasst. "Eine genauere Trennung dieser Unfallart ist nach der geltenden Rechtslage nicht möglich", so Ramsauer.

Genauen Ursachen für Falschfahrten häufig nicht feststellbar

"Nach Erkenntnissen der Bundesanstalt für Straßenwesen konnte bisher noch kein gesicherter Zusammenhang zwischen Mängeln bei der Beschilderung, Markierung oder Verkehrsführung und der Entstehung von Falschfahrten nachgewiesen werden", so Ramsauer. "Die genauen Ursachen für Falschfahrten seien vielmehr häufig gar nicht feststellbar."

Allerdings will Ramsauer Konsequenzen ziehen aus einer Studie, die die Bundesanstalt derzeit über die Ursachen für Falschfahrten erarbeitet. Ende Oktober hatte der Minister nach einem schweren Unfall auf der A 46 bei Meschede in Nordrhein-Westfalen, bei dem ein Geisterfahrer vier Menschen mit in den Tod gerissen hatte, Warnschilder an Auffahrten nach österreichischem Vorbild vorgeschlagen.

ADAC hält Maßnahmen an Auffahrten für erforderlich

Der ADAC hält vor allem Maßnahmen an Autobahnauffahrten für dringend erforderlich. "Gezielte Gegenmaßnahmen müssen dort ergriffen werden, wo das Unheil am häufigsten seinen Lauf nimmt", so ADAC-Verkehrsexperte Jürgen Berlitz. Die mit 42,7 Prozent meisten Geisterfahrten beginnen nach Auswertung des ADAC an Autobahnauffahrten. Hinzu kommen 4,9 Prozent, die an den Autobahnauffahrten der Raststätten und Tankstellen beginnen. Damit sind die Verhältnisse an den Auffahrten zur Autobahn für fast jede zweite Falschfahrt verantwortlich.

Zudem erhöhen zunehmendes Alter und Alkohol die Gefahr einer Falschfahrt. Laut ADAC sind 45 Prozent der Falschfahrer älter als 65 Jahre, 23 Prozent der Falschfahrer sind alkoholisiert.

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