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Geländewagen-Oldtimer

Bezahlbare Klassiker fürs H-Kennzeichen

Jeep Cherokee XJ Foto: Jeep 22 Bilder

Kaufberatung – Diese Offroad-Oldies hat kaum einer auf dem Schirm: wir stellen historische Geländewagen vor, deren Preise noch nicht durch die Decke gegangen sind.

01.06.2015 Torsten Seibt Powered by

Das Oldtimer-Fieber ist längst auch zu den Geländewagen herübergeschwappt und macht so manches angejahrte Vehikel zum Spekulations-Objekt. Bekannte Klassiker wie der Jeep CJ, alte Mercedes G oder Land Rover, selbst der jahrelang als Billigheimer verschmähte Range Rover der ersten Serie gehen längst preislich durch die Decke.

Klassiker mit bürgerlichen Tarifen

Wer einen Oldtimer fahren möchte, weil er alte Technik toll findet und nicht, um ihn als Geldanlage in die Halle zu stellen, bekommt damit allmählich auch bei den Geländewagen Probleme, etwas bezahlbares zu finden. Dabei hält der Markt durchaus einige Schätzchen bereit, die bei den  Veterama-Profis mit den Dollarzeichen in den Augen bislang noch unter dem Radar fliegen.

Hauptproblem bei alten Geländewagen ist und bleibt der Rost, da gibt es keinerlei Ausnahme. Wenn der Wagen spätestens in fünfter Hand beherzt durch die Kiesgruben und Schlammlöcher geprügelt wird, beginnt der Verschleiß im Zeitraffer. Dafür können die Oldie-Geländegänger an anderer Stelle punkten: die Mechanik ist in der Regel weitaus robuster als bei gleich alten Pkw – schließlich waren Geländewagen früher einmal als ernsthafte Arbeits-Fahrzeuge ausgelegt, nicht als Kindergarten-Vehikel für Großstadt-Muttis.

Ein weiterer Pluspunkt der betagten Geländegänger ist ihr simpler Aufbau: große, ebene Blechflächen ohne viel Falze und Schnörkel, in aller Regel ein Leiterrahmen unter der Karosserie. Das freut den Spengler und den Hobby-Schrauber.

Aus dieser Liga der langlebigen Legenden haben wir elf Beispiele herausgesucht, die sich durch nach wie vor günstige Marktpreise und eine gesicherte Ersatzteilversorgung auszeichnen. Einige davon wurden sogar über das Jahr 1985 hinaus angeboten und sind daher momentan noch als Aspiranten auf das H-Kennzeichen entsprechend niedrig bepreist – höchste Zeit, sich ein Exemplar zu sichern.

Toyota Land Cruiser J7

Die 7er-Baureihe des Land Cruiser wird bis heute in der "Nutzfahrzeug-Version" gebaut, 1984 debütierte der J7 in einer "zivilen" und eben dieser "Heavy-Duty"-Version. Unter der Haube trug er im deutschen Zivilleben einen Vierzylinder-Turbodiesel, der aus 2,5 Liter Hubraum überschaubare 86 PS produzierte. Es gab den Land Cruiser in Deutschland zunächst als kurzen LJ70 und mittellangen LJ73 (das L stand für Light Duty, die Ziffer 7 für die Baureihe, die zweite Ziffer für die Aufbaulänge). Es gab ihn als Hardtop, Softtop-Cabrio und als geschlossene Variante. Die zivilen J7-Modelle können dank Schrauben- statt Blattfedern auch in Sachen Fahrkomfort zufrieden stellen. Vor allem aber sind die LJ nach wie vor erheblich günstiger zu haben als die Heavy-Duty-Modelle, bei denen auch für sehr gebrauchte Exemplare fantasievolle Preise aufgerufen werden.

Daihatsu Taft / Wildcat

Von den meisten längst vergessen, schlummern nach wie vor etliche Daihatsu Wildcat in deutschen Garagen und Scheunen. Bereits 1984 wurde er vom Nachfolgemodell Rocky abgelöst. Der Daihatsu Wildcat war seinerzeit praktisch eine Miniaturausgabe des Land Cruiser J4 und wies eine ähnliche mechanische Robustheit, leider aber auch desssen nicht existenten Rostschutz auf. Einen Wildcat sollten sich dahei in erster Linie Enthusiasten antun, die auch mit dem Schweißgerät umgehen können. Es gab den Daihatsu Wildcat als offene Softtop-Version und mit geschlossenem Stahlaufbau, auch Versionen mit Hardtop wurden seinerzeit angeboten.

Jeep Cherokee XJ

Für die legendäre Marke Jeep war der Cherokee XJ ein kühnes Unterfangen. Er läutete den Abschied von den Sauriern der 1960er-Jahre ein. Auch die Konstruktion war für damalige Verhältnisse revolutionär. Statt eines Leiterrahmens wurde die Uniframe-Konstruktion mit in die Karosserie integrierten Rahmenträgern eingeführt, die starre Vorderachse mit Schraubenfedern in Richtung Fahrkomfort getrimmt. Die ersten Modelljahre des Jeep Cherokee XJ waren neben dem legendären Vierliter-Reihensechszylinder-Benziner auch mit einem V6 von Chevrolet und einem 2,5-Liter-Vierzylinder ausgerüstet. Der Vierliter-Motor sollte klar die erste Wahl sein. In den Anfangsjahren war der Einspritzer-Motor noch auf Drehmoment im unteren Drehzahlbereich ausgelegt. Mit der stärkeren High-Output-Variante wurde auf höhere Drehzahlen gesetzt.

Suzuki LJ 80

Es gibt tatsächlich noch Exemplare, auch wenn man sie inzwischen mit der Lupe suchen muss. Doch obwohl die allermeisten der Geländezwerge in irgendwelchen Trial-Wettbewerben ihr Leben aushauchten, haben sich die wenigen erhaltenen Exemplare immer noch nicht zu nennenswerten Preisen aufgerafft. Für rund 5-6.000 Euro bekommt man einen schönen, zeitgenössischen und möglichst unverbastelten Suzuki LJ. Hier jedoch unbedingt darauf achten, ob eine der in den 1990er Jahren so beliebten Kunststoff-Karosserien verbaut ist, was zu Problemen mit dem H-Kennzeichen führen kann.

Suzuki SJ 410 und SJ 413

Wie der kleine Bruder LJ gehören auch der 1982 eingeführte Suzuki SJ 410 und sein stärkerer Nachfolger SJ 413 zu den Modellen, die als Gebrauchtwagen gnadenlos im Gelände verheizt wurden, was den Bestand an erhaltenswerten Modellen stark ausgedünnt hat. Und auch diese Geländewagen werden im Vergleich zu anderen Oldies für kleines Geld gehandelt. Platz und Fahrverhalten der ersten Baureihen sind identisch, so dass man sich weniger von der etwas besseren Leistung des 413ers als vom technischen Gesamtzustand bei der Kaufentscheidung leiten lassen sollte.

Jeep Wagoneer

Bei weitem nicht so günstig wie die bisher aufgezählten Fahrzeuge ist der Jeep Wagoneer. Er fährt allerdings auch in Sachen Raum und Luxus in einer anderen Klasse. Vergleichbar ist er mit frühen Ausgaben des Range Rover, die inzwischen bereits in der Geldanlage-Liga gelandet sind und entsprechend immer teurer werden. Wem das H-Kennzeichen egal ist, der darf sich auch gerne auf jüngere Exemplare im entsprechenden Erhaltungszustand konzentrieren. Denn der 1963 entwickelte Offroad-Saurier wurde bis 1991 gebaut. Mehr Oldie-Feeling bei einem verhältnismäßig jungen Auto geht kaum.

Toyota Land Cruiser J6

Die japanische Alternative zum Wagoneer ist der damals größte Toyota-Geländewagen, der J6. Er ist direkter Vorfahre der heutigen Wuchtbrumme Land Cruiser V8. Trotz der seinerzeit üblichen Blattfedern an den Starrachsen fährt er sich durchaus bequem und kann in Sachen Hubraum mit dem Vierliter-Reihensechszylinder-Diesel aus dem Vollen schöpfen. Das führte allerdings auch zu einer gehörigen Ausdünnung des Angebots, denn die nach und nach immer katastrophaleren Steuersätze für ältere Dieselmodelle wollten sich nur noch wenige Fans leisten. Mit dem H-Kennzeichen und dem ermäßigten Steuersatz ist jedoch Abhilfe in Sicht.

Datsun/Nissan Patrol

Das leidige Thema großer Diesel, heftige Steuer sorgte auch beim Nissan Patrol, der zum Beginn seiner Dienstzeit noch als Datsun vermarktet wurde, für rapide sinkendes Interesse der Käuferschaft. Dabei zeichnen sich speziell die ersten Baujahre mit den Saugdieseln durch eine legendäre mechanische Haltbarkeit aus. Solange man – wie bei allen anderen alten Geländewagen auch – den Rost im Griff hat, ist der alte Patrol nahezu unzerstörbar.

VW Iltis

Der von Audi entwickelte VW Iltis löste bei der Bundeswehr den Munga und den "Kübelwagen" VW 181 ab. Während dieser VW 181 inzwischen preislich längst abgehoben hat, gibt es gut gebrauchte Iltis nach wie vor zu bezahlbaren Preisen. Trotz vieler verwendeter Großserienteile (zum Beispiel der Motor vom Passat) ist einiges an der Technik des Iltis allerdings recht speziell und damit teuer. Zivile Modelle sind heute praktisch unauffindbar, wegen des extrem hohen Preises auf dem Level des damaligen Mercedes G-Modells wurde der Iltis so gut wie ausschließlich von der Bundeswehr geordert.  Eine exotische Eigenheit des Iltis ist sein 4+1-Getriebe mit kurzem Geländegang statt Untersetzung, der sich zum einfachen "freischaukeln" direkt gegenüber des Rückwärtsgangs befindet. Dank der Stofftüren und Flatterdach lässt sich der Iltis ausgesprochen luftig strippen, Versionen mit Hardtop sind noch seltener als zivile Modelle überhaupt. Für den Iltis spricht die ausgesprochen rührige und sachkundige Szene, die sich um den Offroad-Oldie kümmert.

Lada Niva

Wie kein anderes Auto passt der Lada Niva in diesen Beitrag. Echtes, authentisches Klassiker-Feeling, beherrschbare und überschaubare Technik, richtig erfreuliche Tarife. Nicht fürchten darf man sich indes vor schmutzigen Fingern und dem freundlichen Tankwart. Irgendetwas zu basteln gibt es selbst an akribisch gewarteten Nivas immer, und die frühen Vergasermodelle nehmen sich gerne ein Extra-Schlückchen. Dafür wird man mit einem für die damalige Zeit komfortablem Fahrwerk und 70er-Jahre-Feeling der Extraklasse belohnt. Viel Zeit bleibt dem Niva ohnehin nicht mehr, bis Ende 2015 soll der Deutschland-Import eingestellt werden. Vielleicht spricht sich dann herum, was für ein klasse Klassiker der Russe ist.

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