General Motors Insolvenz: Die Knackpunkte für den "neuen" GM-Konzern

Der insolvente US-Autobauer General Motors (GM) muss einen Berg von Problemen abwerfen und sich gesundschrumpfen. Das sind die größten Brocken der geplanten Sanierung im Gläubigerschutz- Verfahren nach US-Recht ("Chapter Eleven")

SCHULDENABBAU:
Rund 27 Milliarden Dollar schuldet GM Zehntausenden von sogenannten nachrangigen privaten Gläubigern. Hinzu kommen sechs Milliarden Dollar für besonders geschützte Kreditgeber, die als Sicherheit sogar Zugriff auf die Werke hätten. GM geht zwar mit Kompromissen zum Schuldenverzicht in die Insolvenz - diese müssen aber allen Einwänden Stand halten und vom Gericht abgesegnet werden.

EUROPAGESCHÄFT:

GM muss sich gesundschrumpfen und zieht sich darum aus Opel und der britischen Schwester Vauxhall großteils zurück. Ein Grund: Präsident Barack Obama will keine US-Hilfen nach Europa abfließen lassen. Aber: Die erzielte Einigung mit dem kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna muss noch wasserdicht werden. GM bleibt zudem mit gut einem Drittel an Bord.

MARKENVERKAUF:
Die schwedische Tochter Saab sowie die US-Marken Hummer und Saturn sollen abgestoßen werden. Pontiac muss sterben.

STELLENABBAU:
Weltweit sollen weniger als 200.000 Jobs der heute noch 235.000 Jobs im gesamten GM-Konzern (inklusive Opel) übrigbleiben. In Nordamerika sollen erneut zehntausende Stellen wegfallen - auf weit unter 100.000 in der Region. Vor zehn Jahren gab es weltweit und in Amerika jeweils noch mehr als doppelt so viele.

HÄNDLERNETZ und FABRIKEN:

40 Prozent der heute noch 6.000 US-Händler sollen dichtmachen. Nochmals mindestens 14 der verbliebenen 46 Fabriken werden stillgelegt.

SOZIALKOSTEN:
Für die riesigen Gesundheitskosten von Betriebsrentnern hat GM mit der Gewerkschaft einen Kompromiss erzielt. Ein Gutteil der ausstehenden 20 Milliarden Dollar wird als Beteiligung an GM von zunächst 17,5 Prozent gezahlt. Es bleibt aber noch ein erdrückender Berg von Pensionslasten.

AUTOS:
Bei einem weiter steilen Absturz der Absatzzahlen hat GM keine Überlebenschance. 2008 verkaufte der Traditionskonzern 8,35 Millionen Autos, ein Minus von elf Prozent. In den USA brach der Absatz mehr als doppelt so stark auf den niedrigsten Stand seit 50 Jahren ein.

GELD:
GM verbrennt ständig Unsummen an Kapital. Fast 20 Milliarden Dollar musste der Staat schon zuschießen, für die Sanierung über die Insolvenz sind weitere 30 Milliarden Dollar vorgesehen.

INSOLVENZ:
Das sogenanntes Gläubigerschutz-Verfahren ist nun der letzte Rettungsweg. GM soll Lasten abwerfen und zu über 70 Prozent verstaatlicht werden. Eine Herkulesaufgabe angesichts des erwarteten Rechtsstreits. Es ist die bisher größte Insolvenz dieser Art in der US-Geschichte.

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dpa/hwi

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