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General Motors

Aus für drei Opel-Werke und Saab-Fabrik?

Foto: dpa

Update ++ Stellungnahmen ++ Der schwer angeschlagene US-Autobauer General Motors (GM) prüft einem Medienbericht zufolge die Schließung oder den Verkauf von drei Werken der Tochter Opel in Europa. Der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opelwerkeshat die Berichte als Falschmeldungen bezeichnet.

17.02.2009

Der schwer angeschlagene Auto-Konzern General Motors (GM) prüft einem Medienbericht zufolge die Schließung oder den Verkauf von drei Opel-Werken in Europa. 

Die Fabriken in Bochum und im belgischen Antwerpen könnten geschlossen, das Werk in Eisenach veräußert werden, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag (17.2.) unter Berufung auf jemanden meldete, der mit den Plänen vertraut ist. In Deutschland beschäftigt Opel mehr als 25.000 Menschen in vier Werken in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern.

Nordrhein-Westfalens Regierungschef Jürgen Rüttgers (CDU) warnte auf seiner USA-Reise vor Werksschließungen. Wer mit dem Gedanken spiele, Fabriken in Deutschland oder Europa zu schließen, produziere Kosten in Milliardenhöhe, sagte er im "ARD-Morgenmagazin".

Auch Saab-Fabrik vor dem Aus

Dem Bloomberg-Bericht zufolge soll die schwedische Tochter Saab ebenfalls verkauft oder ganz geschlossen werden, wodurch ein weiteres Werk wegfallen könnte. Die Überlegungen seien Teil des Rettungsplans, den General Motors am Dienstag der US-Regierung für weitere Milliardenkredite vorlegen wollte. Die Opel-Mutter ist nach dramatischen Absatzeinbrüchen von der Insolvenz bedroht.

"Ich möchte, dass hier jeder Manager weiß, dass er nicht einfach in Amerika Entscheidungen treffen kann, die dann in Deutschland, in Europa, in Nordrhein-Westfalen geschluckt werden müssen", sagte Rüttgers dem "Westdeutschen Rundfunk" in Washington. "Keiner kann alleine existieren, auch nicht General Motors ohne Opel", sagte er dem ARD-Morgenmagazin. Rüttgers mahnte eine gemeinsame Lösung und "tragfähige Unternehmenskonzepte" an.

Günther Oettinger für staatliche Beteiligungen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", er halte staatliche Beteiligungen direkt oder indirekt über Landesbanken für ein legitimes Instrument der Standortpolitik. "Wir sehen doch, wie die Regierungen in Washington und Paris für Unternehmen in weit schlechterem Zustand mehr tun." Die Landesregierungen der Opel-Standorte diskutieren angesichts der existenzbedrohenden Lage des Mutterkonzerns GM über eine Beteiligung an den deutschen Opel-Werken.

Der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Fritz Kuhn, sprach sich laut der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" für eine zeitlich befristete staatliche Beteiligung an Opel aus. "Es wäre tragisch, wenn ein Automobil-Dino wie GM ein modernes Unternehmen wie Opel in den Untergang reißen würde", sagte er. Zuvor hatte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz die Ausgliederung von Opel/Vauxhall und von Saab als die «einzigen vernünftigen und machbaren Handlungsalternativen» beschrieben. Der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer hatte einen Börsengang von Opel Europe ohne Saab und Chevrolet empfohlen.

Opel-Betriebsrat spricht von Falschmeldung


Unterdessen hat  der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opelwerkes hat angebliche Pläne der US-Mutter General Motors (GM) zu Werksschließungen in Europa als Falschinformation bezeichnet. "Es gibt derartige Entscheidungen nicht", sagte Einenkel am Dienstag (17.2.) in Bochum. "Wir werden weiter gute Autos bauen", sagte Einenkel. Die Bochumer Opel-Beschäftigten seien nicht weiter beunruhigt. "Die Belegschaft hat ein feines Gespür, ob etwas provoziert werden soll."

Als Lösung sieht der Betriebsrat die Abkoppelung von GM als Muttergesellschaft. "GM sollte Opel einfach loslassen", sagte Einenkel. Opel könne dann mit einem anderen Partner zusammenarbeiten oder aber auch mit GM. "Dann aber als gleichberechtigte Partner."

In Bochum werden derzeit Zafira- und Astramodelle gebaut. 2011 soll Bochum nach bisherigen Plänen das einzige Werk sein, das den Zafira baut. Dazu soll der Astra Caravan kommen. Insgesamt arbeiten in Bochum 5.000 Menschen in den Opelwerken.

Roland Koch will Eigenständigkeit von Opel

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat erneut die Eigenständigkeit des Autoherstellers Opel in Europa gefordert. Ein europäisches Geschäftsmodell unabhängig vom angeschlagenen US-Mutterkonzern General Motors (GM) solle die Gewähr dafür bieten, dass Opel "die Investitionen finanzieren kann, die notwendig sind, um das Unternehmen in Zukunft wettbewerbsfähig zu halten", sagte Koch in Wiesbaden. Nur so könnten die Regierungen, die an den Verhandlungen über die Sanierung beteiligt sind, weitere Gespräche rechtfertigen.

Der Ministerpräsident lehnte die angeblich von GM ins Gespräch gebrachte Schließung von Opel-Werken in Europa ab. "Für uns ist eine Diskussion über eine Schließung von Standorten nicht akzeptabe", sagte Koch. Dies sei auch in die USA übermittelt worden. Das europäische GM-Management habe bislang zugesichert, dass eine Sanierung des angeschlagenen US-Autobauers ohne Schließungen von Werken in Europa auskommen werde. Die Arbeitsplätze bei Opel seien zukunftsfähig.

Thüringens Finanzministerin zeigt sich überrascht

Auch Thüringens Finanzministerin Birgit Diezel (CDU) zeigte sich überrascht von den Meldungen aus den USA. Zur Sicherung der deutschen Opel-Standorte müssen nach ihrer Ansicht alle Möglichkeiten genutzt werden. Neben der seit Wochen diskutierten Milliarden-Bürgschaft schloss die Ministerin auch eine Unternehmensbeteiligung als "Konstrukt von Bund und Ländern" mit Opel-Standorten nicht aus. "Es ist aber noch nichts entschieden."

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