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Genesis G70

Koreas Premium-Marke strebt in die Mittelklasse

Hyundai Genesis G70 Foto: Hyundai 43 Bilder

Hyundais Nobeltochter Genesis hatte 2016 in New York die Studie eines neuen, kleineren Modells gezeigt. 2017 wurde aus dem Conceptcar der Genesis G70, der gegen BMW 3er oder Alfa Romeo Giulia antreten soll.

15.09.2017 Uli Baumann, Gerd Stegmaier 2 Kommentare

Im Hyundai·Genesis Design Center in Namyang bricht am Freitag (15.9.2017) eine neue Aera an. Unter dem Nobellabel Genesis haben die Koreaner den neuen G70 enthüllt, der künftig auf allen wichtigen Weltmärkten in der Mittelklasse mitmischen soll. Der G70 kommt auf eine Länge von 4,69 Meter, eine Breite von 1,85 Meter sowie eine Höhe von 1,40 Meter. Der Radstand liegt bei 2.835 Millimeter. Im Visier dürfte der Genesis G70 Wettbewerber wie den BMW 3er, die Mercedes C-Klasse, den Audi A4, aber auch die Alfa Giulia haben. In Korea geht der G70 bereits im September an den Start, die anderen Märkte sollen zeitnah folgen. Nach Europa und Deutschland kommt der G70 mit dem Markteintritt von Genesis Ende 2019 / Anfang 2020.

Zwei Benziner und ein Diesel im Angebot

Hyundai Genesis G70 Foto: Hyundai
Zum Marktstart in Korea stehen drei Motoren zur Wahl - zwei Turbobenziner und ein Diesel.

Für den koreanischen Markt tritt der G70 mit drei Motorisierungen an. Basisbenziner ist ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbo mit 252 PS und 360 Nm Drehmoment, mit einem optionalen Sportpaket sollen sogar 255 PS drin sein. Einziger Diesel ist ein 2,2-Liter-Vierzylinder mit Turboaufladung, der es auf 202 PS und 450 Nm Drehmoment bringt. Top-Aggregat ist im G70 Sport ein 3,3-Liter-V6 Turbobenziner mit einer Spitzenleistung von 370 PS und einem maximalen Drehmoment von 520 Nm. Damit soll die Limousine in 4,7 Sekunden auf Tempo 100 spurten und maximal 270 km/h erreichen. Alle drei Motorversionen können mit Hinterradantrieb oder mit einem heckbetont ausgelegten Allradantrieb geordert werden.

Zur Ausstattung – teilweise optional – gehören unter anderem zahlreiche Assistenzsysteme, wie Kollisionswarner, Notbremsassistent, Totwinkel-Überwachung, Müdigkeitsalarm, eine aktive Motorhaube, ein elektronisch gesteuertes adaptives Fahrwerk, eine elektrische Servolenkung, umfangreiches Vernetzungspotenzial, eine Launch Control, ein mechanisches Sperrdifferenzial, Torque Vectoring, Head-up-Display sowie ein automatisches Sitzeinstellungssystem und ein 8-Zoll-Touchscreen-Infotainmentsystem. Ebenfalls zu haben ist ein Highend-Soundsystem vom Anbieter Lexicon.

Preise für das neue Modell wurden noch nicht genannt.

Rückblick auf die Studie

Genesis New York Concept 2016 Foto: Gerd Stegmaier
2016 hatte Genesis in New York eine erste Studie zum G70 vorgestellt.

Das Exterieur der Studie bewegt sich irgendwo zwischen Alfa Romeo Giulia und Infiniti Q60, die Abmessungen ähneln denen eines BMW 4er Gran Coupé. Cooles und angeblich auch hilfreiches Detail: Ein Fenster in der B-Säule soll die Übersichtlichkeit stark verbessern. Typisch Concept Car sind die Räder groß und das Dach spannt sich etwas zu flach über die vier Einzelsitze, die von einer durchgehenden Mittelkonsole getrennt werden. Vielleicht wird ein kommender G70 einfach nur geräumiger, eine richtige Limousine.

Angetrieben wird das Concept Car von einem 2,0-Liter-Turbodiesel mit elektrischer Unterstützung. Der Hybrid soll 245 PS an eine 8-Gang-Automatik weiterreichen. Ohne dass es explizit erwähnt wäre, darf man wohl von einem Heckantrieb ausgehen. Die Antriebstechnik könnte sich bis zu einer Serienversion noch verändern. Das Interieur sicher auch, aber das Cockpitkonzept mit dem 21-Zoll großen, gewölbten Display von LG, das sich vor dem Lenkrad bis über die Mittelkonsole erstreckt, ist angeblich gar nicht so serienfern.

Futuristisches Cockpit im Genesis New York Concept – und im G70?

Zumindest wenn es nach Regina Kaiser geht. Sie ist Entwicklerin von HMI (Human Machine Interface) bei Hyundai in Rüsselsheim und meint: „Das Bedienkonzept in dieser Studie ist sicher der Weg in die nahe Zukunft. Mit großen zusammenhängenden Displays arbeiten ja viele Hersteller. Wir verzichten allerdings auf Touch-Displays. Sie haben aus unserer Sicht mehrere Nachteile: Die Handhaltung ist meist nicht passend, worunter die Treffsicherheit leidet, die Hand verdeckt die Fläche, die gerade bedient wird, und Fingerabdrücke sind unvermeidbar – egal welches Material Verwendung findet. Wir setzen auf das Central Control Panel und ergänzen die Bedienung darüber mit Sprach- und Gestensteuerung“.

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Das Central Control Panel ist ein nach innen gewölbtes Touchpad. Das soll den Vorteil haben, dass die Finger blind das Zentrum der Bedienfläche finden und sich bei Bedienbewegungen besser orientieren können. Schließlich sollen die Anzeigen im Bildschirm mehr oder weniger frei konfigurierbar beziehungsweise verschiebbar sein. Da ist es vielleicht gut, wenn ganz links im Armaturenbrett ein analoger Drehzahlmesser sitzt. Er sieht zwar nicht minder futuristisch aus, gibt aber allein schon deshalb Halt, weil er nicht durch Wischen oder Touchen verschiebbar ist.

Die Zukunft von Genesis

Die Zahl von Premiumablegern asiatischer Marken ist schon ohne Genesis beträchtlich: Lexus (Toyota), Infiniti (Nissan), Acura (Honda in USA) … Aber den Koreanern scheint es ernst – und sie investieren. Ob sie sich schon bald am anspruchsvollen europäischen Markt versuchen, ist unklar. Aber die USA sind ein erstes Ziel. Bis 2020 kündigt Fitzgerald, der zuvor 12 Jahre bei Lamborghini in leitenden Positionen tätig war, sechs neue Modelle an. SUVs sollen auch dabein sein. Stolz verweist er dazu auf das renommierte Personal der Marke Genesis: Ex-VW-Mann Peter Schreyer ist seit rund 10 Jahren bei Hyundai und inzwischen oberster Designverantwortlicher für alle Marken. Ende 2015 kam Luc Donckerwolke von Bentley als Chefdesigner für Genesis dazu. Außerdem arbeitet seit April 2015 auch Albert Biermann für die Koreaner. Und der war vorher langjähriger Entwicklungschef der BMW M GmbH.

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Was mir auffällt ist die Tatsache das immer mehr Top Entwickler und Designer aus Europa (speziell Deutsche) für koreanische, aber auch chinesische Autokonzerne arbeiten. China schnappt sich vor Allem die Spezialisten für E-Motoren und Batterietechnik samt Steuerung. Z.B Entwickler vom I3 und I8 von BMW.

Ich denke diese "Premium"-Marke wird es dennoch in der BRD oder Europa schwer haben. Hier liegen BMW, Audi und Mercedes weit vorn. Die AMS wird diese Modelle sicher schlecht bewerten, sind ja nicht von einem deutschen Konzern. In den USA oder anderen Ländern außerhalb Europas könnte was gehen.

Lexus oder Infiniti bauen sehr gute Autos, auch von der Optik und Preis/Leistungsverhälrnis, man sieht leider nur wenige fahren.

Quadmoto 16. September 2017, 21:04 Uhr
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