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Gewinneinbruch bei Volkswagen

Mitten im festgefahrenen Tarifkonflikt um drastische Kostensenkungen hat Europas größter Autobauer Volkswagen am Donnerstag (28.10.) erneut einen Gewinneinbruch gemeldet.

28.10.2004

Nur die ertragsreiche Sparte Finanzdienstleistungen bewahrte den Konzern in den ersten neun Monaten unter dem Strich vor einem Sturz in die roten Zahlen. Mit dem reinen Verkauf von Autos verdiente VW nach Steuern kein Geld mehr, sondern schrieb Verluste.

Hauptgründe sind Absatzprobleme vor allem auf den wichtigen Märkten Deutschland und USA sowie die weiterhin ungünstige Wechselkurssituation wegen des starken Euro. Volkswagen hielt dennoch an seinem im Juli gesenkten Ergebnisziel für das Gesamtjahr von 1,9 Milliarden Euro beim operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen fest.

Im dritten Quartal brach der Überschuss um 65 Prozent auf 76 Millionen Euro ein, wie VW in Wolfsburg mitteilte. Der Umsatz verbesserte sich um 0,8 Prozent auf knapp 21,46 Milliarden Euro.

Bis Ende September brach das Konzernergebnis nach Steuern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43 Prozent auf 459 Millionen Euro ein. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen sank um 20 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro. Nach Sondereinflüssen - dies sind vor allem Vorleistungen im Rahmen des Sparprogramms "ForMotion" - ging das Ergebnis um 28 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz dagegen stieg bis Ende September um 5 Prozent auf 67,4 Milliarden Euro.

Autosparte verzeichnet Verluste

Im Konzernbereich Automobile verzeichnete VW in den ersten neun Monaten beim Ergebnis nach Steuern einen Verlust von 38 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Plus von 344 Millionen Euro. Die Sparte Finanzdienstleistungen dagegen erwirtschaftete ein Nachsteuer-Ergebnis von 497 (469) Millionen Euro, so dass insgesamt ein Sturz in die roten Zahlen vermieden wurde.

Die Kernmarkengruppe Volkswagen - dazu zählen unter anderem Golf, Passat, Polo und Phaeton - verzeichnete bis Ende September einen operativen Verlust von 47 Millionen Euro, nach einem Plus von 388 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Verlust von VW Nutzfahrzeuge erhöhte sich um sieben Millionen auf 159 Millionen Euro. Ertragsbringer dagegen waren die Markengruppe Audi mit einem operativen Ergebnis von 877 (814) Millionen Euro sowie die Sparte Finanzdienstleistungen mit einem Ergebnis von 768 (750) Millionen Euro.

ForMotion trägt Früchte

Mit dem Sparprogramm "ForMotion" erzielte der Konzern, bei dem derzeit weltweit rund 343.000 Menschen beschäftigt sind, in den ersten neun Monaten Ergebnisbeiträge von mehr als 850 Millionen Euro. Im Gesamtjahr werde dieser Beitrag auf deutlich über eine Milliarde Euro anwachsen. Dem stünden allerdings Vorleistungen und Sondermaßnahmen im Produktbereich sowie Struktur- und Ablaufänderungen gegenüber, hieß es. Diese würden in Form von Sondereinflüssen das Ergebnis in Höhe von bis zu 400 Millionen Euro belasten; in den ersten neun Monaten waren es 224 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr sei mit einem leichten Volumenwachstum des Weltautomobilmarkts zu rechnen, hieß es. "Dies wird jedoch vor dem Hintergrund von weltweiten Überkapazitäten nur durch einen intensiven Preis- und Konditionenwettbewerb erreicht.» Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch sagte, der Konzern werde zwar mehr Fahrzeuge absetzen als im Vorjahr, aber die ursprünglichen eigenen Erwartungen nicht treffen. Im Vorjahr hatte der Konzern 5,01 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Die eigenen Erwartungen hatte VW bislang nicht beziffert, nur davon gesprochen, das Vorjahresniveau übertreffen zu wollen.

Der VW-Konzern lieferte bis Ende September weltweit 3,7 Millionen Fahrzeuge an Kunden aus (plus 1 Prozent). In Deutschland sanken die Verkaufszahlen um 2,8 Prozent, in Nordamerika sogar um 10 Prozent. Dort schrieb VW operativ einen Verlust von 614 Millionen Euro, nach einem leichten Gewinn von 9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. In China verkaufte der Konzern 5,4 Prozent weniger Autos, bleibt aber Marktführer. In Südamerika/Südafrika dagegen geht es für VW wieder aufwärts - die Verkaufszahlen zogen um ein Viertel an.

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