GM-Absatz: Europa gleicht aus

Mit einem Absatzplus in Europa hat der US-Autobauer General Motors (GM) im ersten Halbjahr die Einbrüche auf dem US-Markt wettgemacht.

Der Opel-Mutterkonzern erzielte in Europa dank der starken Nachfrage aus Osteuropa einen Verkaufsrekord von 1,16 Millionen Fahrzeugen, teilte der Autobauer am Mittwoch (9.7.) in Zürich mit. Das waren knapp 375.200 Wagen mehr als im Vorjahreszeitraum und entspricht in etwa den Einbußen auf dem Heimatmarkt. In den USA hatte der mit Milliardenverlusten kämpfende Autoriese im ersten Halbjahr rund 318.000 Autos weniger verkauft, weil die Kunden immer mehr auf sparsame Kleinwagen setzen.

Der Marktanteil in Europa blieb im Jahresvergleich bei 9,5 Prozent. Vor allem die Kleinwagenmarke Chevrolet war - insbesondere in Russland - gefragt (plus 23,7 Prozent). Der Verkauf der Marke Opel, die rund 80 Prozent des GM-Geschäftes in Europa ausmacht, schwächelte dagegen und sank um 1,7 Prozent. Grund sei der Einbruch in Spanien und Italien gewesen, der nur teilweise von guten Ergebnissen in Zentral- und Osteuropa ausgeglichen wurde. In Deutschland hatte Opel im ersten Halbjahr 0,5 Prozent weniger Wagen verkauft und einen Marktanteil von 8,8 Prozent erzielt - mittelfristig sind zehn Prozent angepeilt. Mit Investitionen von neun Milliarden Euro will GM die Marke stärken.

Besonders starke Rückgänge verzeichnete die schwedische Marke Saab (minus 13 Prozent). Nach Medienberichten könnte sich der Autokonzern von der verlustreichen Marke ebenso wie der US-Linie Saturn trennen, die in Amerika unter anderem Opel-Fahrzeuge verkauft. Nach früheren Aussagen sucht GM für den Luxus-Geländewagenhersteller Hummer bereits einen Käufer. Der einst hochprofitablen Geländewagen kommt bei den Käufern wegen des hohen Benzinverbrauchs immer weniger an. In Europa verkaufte General Motors allerdings im ersten Halbjahr 1.325 Hummer, was einem Plus von 29 Prozent entsprach. GM leidet wie die anderen US-Autobauer schwer unter den rekordhohen Spritpreisen sowie einer verfehlten Modellpolitik und prüft den Abbau tausender Stellen. Die Einsparpläne dürften vor allem auf das schwer verlustreiche US-Geschäft zielen. Das Europageschäft, das vor einigen Jahren saniert wurde, ist nach Angaben aus Konzernkreisen davon nicht betroffen.

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dpa

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