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GM Asia-Pacific-Chef Nick Reilly

"China-Absatz bald bei zwei Millionen Einheiten pro Jahr"

Nick Reilly Foto: GM 7 Bilder

GM Asia Pacific-Chef Nick Reilly spricht im Interview mit auto-motor-und-sport.de-Redakteur Harald Hamprecht über die Bedeutung der Region für den Konzern. Allein in China will der US-Konzern seinen Absatz in den kommenden fünf Jahren fast verdoppeln.

12.05.2009 Harald Hamprecht

Schon dieses Jahr rechnen die GM-Verantwortlichen damit, dass das Reich der Mitte erstmals größer werden könnte als der USA-Markt und damit zum weltgrößten Automobilmarkt überhaupt avanciert. Opel spielt dabei nur eine Nischenrolle.

Herr Reilly, China scheint gerade ein Lichtblick für GM zu sein.
Reilly: Ja, wir haben in China im ersten Quartal 363.700 Fahrzeuge verkauft, ein Plus von 16.8 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2008. Der April war ebenfalls ein absoluter Rekordmonat für uns – mit einem Plus von 50 Prozent auf 151.100 Einheiten zum Vorjahres-April.

Werden Sie diesen Schwung beibehalten könnten?
Reilly: Im Gesamtjahr rechne ich mit einer Zahl zwischen 1,1 und 1,2 Millionen Neuzulassungen für GM. Mehr als 90 Prozent davon produzieren wir lokal.

Wie wird sich der chinesische Markt entwickeln?
Reilly: Wir erwarten, dass der Markt dieses Jahr zum ersten Mal die zehn Millionen Marke überschreitet – und damit zum ersten Mal die USA überholt. Damit könnte China auch zum ersten Mal für GM der größte Einzelmarkt – nach den USA – werden.

Das heißt, Sie erwarten auch ein Hoch beim Marktanteil?
Reilly: In 2008 hatten wir ein Marktanteil von 12 Prozent im Gesamtmarkt und 9,4 Prozent im Pkw-Markt. Es gibt keinen Grund daran zu zweifeln, dass wir diese Position nicht verteidigen könnten.

Wie ist die Mittelfristprognose für GM in China? GM-China-Boss Kevin Wale hat angekündigt, in den kommenden fünf Jahren auf einen Jahresabsatz von zwei Millionen GM-Fahrzeugen zu kommen. Ist das realistisch?
Reilly: Unsere Pläne sind ehrgeizig, aber realistisch. Die chinesische Markt wird weiter wachsen und wir haben ein sehr starkes Produkt Portfolio mit eine Menge neuer Modelle von Buick, Chevrolet and Wuling im Portfolio, die wir in die kommenden Jahren auf den Markt bringen werden.

Wie schlägt sich Opel in China?
Reilly: Opel ist in China eine Nischen-, ja fast eine Premiummarke. Wir machen Geld mit Opel in China, obwohl die Stuckzahlen begrenzt sind – auf 3.000 und 4.000 Autos im Jahr. Und ich gehe hier auch nicht von einer großen Steigerung aus. Dennoch: Die Kunden schätzen die Marke und das "German Engineering". Unsere Volumenmarken in China sind aber Buick, Chevrolet und Wuling. Nur wenn Sie eine Marke hier in China produzieren, können Sie sich auch richtig wachsen.

Welche Bedeutung hat Ihre Marke Wuling, die außerhalb Chinas niemand kennt?

Reilly: Wuling ist unsere Einstiegsmarke in China. Menschen, die vom Rad auf das Moped umsteigen, zielen als nächstes Fortbewegungsmittel auf ein Produkt der Marke Wuling. Man kann sagen: Wuling ist der Tata aus China. Wir haben bei unserem Joint-Venture SGMW gerade sieben Wuling-Modelle plus den Chevrolet Spark im Portfolio – und die Partnerschaft läuft so gut, dass wir sie möglicherweise auf weitere Produkte ausdehnen werden.  Im vergangenen Jahr hat SGMW 647.300 Einheiten verkauft, dieses Jahr rechne ich mit 700.000. Die Marke profitiert gerade stark vom "Stimulus Package" der chinesischen Regierung, dass Fahrzeuge mit einem Motor von weniger als 1,6 Litern Hubraum steuerlich begünstigt. Allein im März hat SGMW 90.784 Einheiten in China verkauft. Die Millionen-Marke ist damit nicht mehr unrealistisch.

Wie steht es um Ihre Kapazitätsauslastung Ihrer Werke?
Reilly: Wir haben acht Werke an fünf Standorte in China, deren Auslastung im Schnitt knapp über 100 Prozent liegt. Wuling liegt darüber, SGM unter der genannten Zahl. Unser Wuling-Werk bauen wir weiter aus.

Werden Sie weitere Werke bauen?
Reilly: Bei SGM kann ich das für die kommenden zwei, drei Jahre ausschließen, denn hier können wir bei Bedarf von Zwei- auf Dreichschicht-Betrieb wechseln.

Wo liegt die Kapazität Ihrer bestehenden Werke?

Reilly: Unsere installierte Kapazität in China liegt bei 1,2 Millionen Einheiten – und wir können sie ohne zeitlichen oder finanziellen Aufwand auf 1,5 Millionen erhöhen, indem wir einfach eine Schicht hinzufügen.

Planen Sie einen Export aus China?
Reilly: Im geringen Umfang findet der schon statt – und zwar in Richtung Südamerika und Osteuropa. Und zwar bei den Modellen Chevrolet Aveo und Buick Excelle. Je mehr globale Architekturen wir haben, desto einfacher wird ein Export aus China. Allerdings bleibt der Markt hier so stark, dass wir primär den lokalen Markt bedienen werden.

Würde ein Export von in China produzierten Opel-Modellen nach Westeuropa geplant?
Reilly: Mit den Kapazitäten, die wir in Westeuropa haben, gibt es keine Notwendigkeit für eine Produktion und einen anschließenden Export nach Westeuropa.

Wie schlägt sich GM sonst in der Region Asia-Pazifik?
Reilly: Wir haben die erwähnten acht Werke in China, vier in Korea, zwei in Indien und jeweils eines in Australien und Thailand. Insgesamt also 16 Werke mit einer Gesamtkapazität von über zwei Millionen Einheiten

Im vergangenen Jahr haben Sie einen Verlust von 664 Millionen Dollar eingefahren. Wie wird das 2009 aussehen?
Reilly: Ich hoffe auf einen Gewinn.

Wie beeinflusst die GM-Krise Ihr Geschäft?
Reilly: Wir müssen unser Geschäft inzwischen so planen, also ob wir eigenständig operieren würden. Und das läuft auch ganz gut, denn in China arbeiten wir profitabel. In Indien und Thailand haben wir ambitionierte Wachstumspläne. Wir versuchen, liquide Mittel wo möglich im Unternehmen zu halten, sprich wir verschieben einige Investitionen, die nicht zwingend notwendig sind. Allerdings gibt es hier keine drastischen Beispiele.

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