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GM

Billigauto für unter 4.000 Dollar

Foto: dpa

General Motors will weltweit stark in die Entwicklung von Billigautos investieren und ein Low-Cost-Fahrzeug für unter 4.000 Dollar entwickeln.

10.09.2007 Harald Hamprecht

GM CEO Rick Wagoner sagte im Interview mit auto motor und sport, GM wolle seine Stärken im Billigsegment ausspielen und dort stark wachsen: "In Brasilien sind wir in diesem Segment mit Chevrolet gut vertreten. Schon heute haben wir hier eine Architektur, die uns rund 4.000 Dollar kostet. Wir haben weltweit einige sehr wettbewerbsfähige Low-Cost-Architekturen. Wir werden hier aber weiterhin sehr hart arbeiten."

Besonders in Indien sieht Wagoner Wachstumschancen, aber auch Preisdruck. "Indien ist - neben Brasilien - ein Treiber dieser Entwicklung, deswegen wollen wir unser Geschäft dort ausbauen. Das gilt auch für unser Entwicklungszentrum in Bangalore. Indien wird unsere südkoreanischen Plattformen weiterentwickeln, um die Kosten weiter zu reduzieren. Denn wenn sich ein 3.500 Dollar-Auto in Indien durchsetzt, dann müssen wir darauf reagieren. Wir wollen lernen, hier mitzuspielen. So wie wir es in China mit Wuling machen und in Brasilien mit Chevrolet schon tun. Wir wollen die Stärke in diesem Segment global ausspielen." Ein Rennen mit knappem Ausgang erwartet Wagoner im Wettstreit mit Toyota um den Titel des weltweit absatzstärksten Autoherstellers. "Wir wollen weiterhin Weltmarktführer bleiben", betont Wagoner. "Unser Vorteil gegenüber Toyota ist unsere starke Position in Wachstumsmärkten, vor allem in Key Markets, wie China und Russland sowie Südamerika.

In den zehn größten Märkten weltweit gewinnt GM in neun von zehn Fällen meist mit signifikantem Vorsprung. In Japan hingegen liegen wir weit zurück." Ob GM zum Jahresende vorne liegen wird, hänge davon ab, welche Märkte am meisten zulegen. "Meine Kristallkugel für den globalen Weltmarkt von 70 Millionen Einheiten ist noch nicht so präzise, dass ich sagen kann, ob wir zum Jahresende 40.000 Einheiten mehr oder weniger verbuchen können. Wenn Brasilien, Russland und China weiter wachsen wie verrückt, wird das für uns von Vorteil sein. Wenn Japan plötzlich zulegen sollte, wovon ich nicht ausgehe, würde uns das heftig treffen. Es wird ein sehr knappes Rennen sein." GM hat angekündigt, 2007 rund 9,3 Millionen Fahrzeuge zu verkaufen, Toyota will nach eigenen Aussagen 9,34 absetzen. Im ersten Halbjahr 2007 hatten die Japaner die Amerikaner bereits überholt. In den USA erwartet Wagoner einen weiteren Rückgang des eigenen Marktanteils, der 2006 bei 24,6 Prozent lag." Ich gehe von einer Reduktion auf etwa 22, vielleicht 23 Prozent Marktanteil aus. Und das ist zum Teil geplant. Denn schon allein im ersten Halbjahr haben wir fast 100.000 Neuzulassungen weniger verbucht, weil wir das wenig profitable Geschäft mit Autovermietern reduziert haben. Unser Fokus ist es von Anfang an gewesen, unser Geschäft mit Privatkunden auf einem stabilen Level zu halten. Wir hoffen hier vor allem in der zweiten Jahreshälfte mit weiterem Momentum. Auch das Flottengeschäft wollen wir weiter ausbauen. Allerdings spüren wir gerade einen heftigen Grad der Schwäche im US-Markt, die signifikant stärker ausgeprägt ist, als wir es noch vor einem halben Jahr erwartet hätten."

Folgen hat der Absatzrückgang für das Markenportfolio von GM. Zwar will Wagoner keine Marken eliminieren, doch soll die Zahl der Modelle reduziert werden. Wagoner: "Allerdings werden einige unserer US-Marken ein noch fokussierteres Portfolio bekommen. Die Zeiten, das Buick und Pontiac jeweils zehn verschiedene Modelle im Portfolio hatten, sind vorbei. Eine Marken-Konsistenz lässt sich auch mit drei Modellen erreichen. GMC ist unser Spezialist für Mid-luxury Trucks, Pontiac für sportliche Autos zu vernünftigen Preisen und Buick der Anbieter von Premium-Automobilen für Amerika. Zusammen bilden diese drei Marken in einem Vertriebskanal ein breites und sehr wettbewerbsfähiges Portfolio."

Keine Interesse hat General Motors, eine der Premiummarken von Ford - Jaguar, Land Rover oder Volvo - zu übernehmen. "Nein, da haben wir kein Interesse geäußert. Derzeit haben wir global 13 Marken. Und wir wollen keine weitere hinzufügen", betont Wagoner. "Wir sind klar aufgestellt - mit einigen globalen Marken, wie Chevrolet und Cadillac, mit multiregionalen, wie Opel, oder rein regionalen Marken, wie zum Beispiel Pontiac, GMC, Saturn in den USA oder Wuling in China. Derzeit bauen wir die Synergien zwischen den weltweiten Marken global aus, wie etwa bei der Verschwisterung zwischen Saturn und Opel. Schade ist, dass wir nicht zehn Jahre früher auf diese Idee gekommen sind."

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