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GM & Delphi

Abfindungsangebote für US-Arbeiter

GM Logo Foto: GM

Der schwer angeschlagene amerikanische Automobilkonzern General Motors (GM) und der in einem Insolvenzverfahren befindliche größte US-Autoteilehersteller Delphi haben sich mit der Automobilarbeitergewerkschaft UAW auf umfangreiche Frühruhestands- und Abfindungsofferten für mehr als 131.000 US-Arbeiter bei beiden Firmen geeinigt.

23.03.2006

Die Abfindungsangebote liegen je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit zwischen 35.000 Dollar und 140.000 Dollar (116.000 Euro). Die weit reichenden Pläne für einen drastischen Abbau der amerikanischen Arbeitskräfte haben der weltgrößte Autokonzern GM, seine frühere Teilesparte Delphi Corporation sowie die Automobilarbeitergewerkschaft am Mittwoch (23.3.) nach wochenlangen harten Verhandlungen hinter verschlossenen Türen bekannt gegeben.

GM hatte angesichts rasant sinkender US-Marktanteile, massiver Konkurrenz der Autokonzerne aus Fernost und Europa sowie eines schwachen nordamerikanischen Autogeschäfts im vergangenen Jahr einen Verlust von 10,6 Milliarden Dollar verbucht. Delphi operiert seit 8. Oktober 2005 in einem Insolvenzverfahren und versucht sich unter Aufsicht eines Insolvenzrichters zu sanieren. Delphi ist noch immer der GM-Hauptlieferant.

GM übernimmt die Kosten des Delphi-Abfindungsprogramms

GM konnte die Kosten des Programms nicht mitteilen, da bisher nicht fest steht wie viele der 113.000 US-Arbeiter von den Abfindungsofferten Gebrauch machen werden. GM hat weltweit 327.000 Beschäftigte. GM wird auch die Kosten des Delphi-Abfindungsprogramms übernehmen. GM hatte die Kosten vergangene Woche auf 5,5 bis 12,0 Milliarden Dollar (zehn Milliarden Euro) geschätzt.

Bei Delphi können bis zu 13.000 US-Arbeiter von der Offerte Gebrauch machen. GM hat sich außerdem verpflichtet, bis zu 5.000 Delphi-Arbeiter bis 2007 zurück zu nehmen. Das Insolvenzgericht muss den Delphi-Plan erst genehmigen. US-Angestellte beider Unternehmen sind nicht an den Abfindungsprogrammen beteiligt.

GM will bis 2008 ein Dutzend nordamerikanische Auto- und Zubehörfabriken schließen. Die Frühruhestands- und Abfindungsprogramme dürften dieses vor einiger Zeit angekündigte Ziel erleichtern. GM-Konzernchef Rick Wagoner begrüßte die Einigung mit Delphi und der Gewerkschaft.

Hoher Druck auf Wagoner

Wagoner steht wegen der Riesenverluste, Untersuchungen der Wertpapier- und Börsenbehörde SEC, rückwirkenden Bilanzkorrekturen und wegen des schwachen nordamerikanischen Geschäftsgangs unter gewaltigem Druck. GM versucht auch sein Finanzsparte GMAC mehrheitlich zu verkaufen, um Geld herein zu holen. Der größte GM-Einzelaktionär Kirk Kerkorian hat inzwischen mit Jerome York einen eigenen Vertreter im GM-Verwaltungsrat und übt damit massiven Reformdruck aus.

Delphi sprach von einem "kritischen Meilenstein bei der Restrukturierung". Die Gewerkschaft verwies auf den gewaltigen Zeitaufwand und die enorme Geduld, die die Ausarbeitung des Programms wegen des Delphi-Insolvenzverfahrens erfordert habe. Damit sind die Delphi- und GM-Probleme allerdings noch nicht gelöst. Delphi-Chef Steve Miller verlangt eine Senkung der Stundenlöhne von 27 auf zwölf Dollar und andere weit reichende Konzessionen seiner Mitarbeiter. Delphi will mit der Gewerkschaft bis 30. März ein umfassendes Abkommen erreichen. Andernfalls werde die Gesellschaft beim Insolvenzrichter einen Tag später beantragen, die Tarifabkommen aufzuheben. Dies hat Delphi am Mittwoch erneut betont. Die Gewerkschaft, die diese drastischen Konzessionen bisher abgelehnt hatte, hatte zuvor bei einer solchen Aktion mit einem Streik gedroht. Ein Ausstand bei Delphi könnte GM und andere auf Delphi-Teile angewiesene Autohersteller rasch schwer treffen.

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