Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

GM

Die neuen Chevrolets aus Korea

Foto: GM 4 Bilder

Die GM-Marke Chevrolet kommt mit neuen Modellen made in Korea by Daewoo nach Europa. Geplant sind neue Klein- und Kompaktwagen, eine Mittelklasse-Limousine, ein Minivan und ein SUV.

28.01.2005

General Motors wechselt Namen und Strategien häufiger als manche die Hemden. Auf Tradition wird da keine Rücksicht genommen. Oldsmobile beispielsweise, die älteste GM-Division, wurde unlängst sang- und klanglos eingestellt. Die vergleichsweise junge GM-Sparte Saturn – ursprünglich als alternatives Einsteiger-Label für Auto-Normalverbraucher gegründet – wird jetzt mit Opel-Styling zur Vorzeige-Marke aufgepäppelt.

Europäer schütteln darüber ebenso den Kopf wie über den jüngsten GM-Coup: Seit 1. Januar 2005 firmieren in Europa alle Daewoo-Automobile unter dem Chevrolet-Logo. General Motors hatte 2002 die koreanische Daewoo Motor Company übernommen und als GM DAT (Daewoo Auto & Technology) in den Konzern eingegliedert.

GM will Chevrolet – mit jährlich knapp vier Millionen produzierten Einheiten die größte Division des amerikanischen Auto-Giganten – als globale Einstiegsmarke positionieren. Es bleibt nicht allein beim Namenswechsel. Denn gleichzeitig startet unter Führung des ehemaligen Vauxhall-Chefs Nick Reilly eine Modelloffensive bei GM DAD.

Erste Sprosse sind der frisch lancierte zweitürige Chevrolet Kalos und die facegeliftete Version des Kleinwagens Matiz, die als Studie M3X auf dem Pariser Salon im Herbst 2004 zu sehen war. Auf der gleichen Messe gab das Showcar Chevrolet S3X (Länge 4,64 Meter, Radstand 2,70 Meter) einen Ausblick auf den im Sommer 2006 an den Start gehenden siebensitzigen SUV, von dem es parallel auch eine kürzere fünfsitzige Opel-Version als Frontera-Nachfolger geben soll, die ebenfalls in Korea vom Band rollt.

Langfristiges Ziel ist, den Daewoo-Bereich vollkommen in die globale Plattformstrategie von GM zu integrieren. Bislang ist dies nur bruchstückhaft möglich, weil die CAD-Computerprogramme nicht kompatibel sind und weil wegen der langen Modellzyklen im Autogeschäft noch einige Neuheiten auf ehemaligen Daewoo-Plattformen zu erwarten sind.

Größerer Rezzo mit Schiebetüren

Dazu gehört 2006 die Neuauflage der Mittelklasse-Limousine Evanda, aber auch der für 2007 terminierte Kompaktvan Rezzo. Die nächste Generation des Siebensitzers soll nicht nur flotter aussehen, sondern auch deutlich größer werden, damit die Passagiere in der dritten Reihe vernünftig sitzen können. Bislang ging es dort sehr beengt zu, weil der aktuelle Rezzo wegen Steuerermäßigungen auf dem koreanischen Heimatmarkt als Siebensitzer deklariert ist. De facto handelt es sich aber um einen besseren Fünfsitzer.

Radstand und Karosserielänge legen beim Neuen deshalb um gut zehn Zentimeter zu, Schiebetüren sollen den Ein- und Ausstieg hinten erleichtern. Die übernächste Rezzo-Generation wird dann wahrscheinlich in Kooperation mit Opel (Zafira) angegangen.

GM Daewoo produziert in Korea jährlich eine Million Autos, von denen 200.000 nach Europa gehen. Deutschland ist hier hinter Italien, Spanien und Großbritannien der viertwichtigste Markt mit 18.000 angepeilten Einheiten für 2005. Davon entfallen 60 Prozent auf das Kompaktsegment (Matiz, Kalos).

Auf die Einführung ur-amerikanischer Chevrolet-Automobile will man indes verzichten. Die Kroymans-Vertriebsgruppe hat deshalb in Europa den Supersportwagen Corvette vom Chevy-Etikett befreit und wird die Chevrolet-Offroader Tahoe und Trailblazer aus dem Angebot nehmen. Sie werden durch die Cadillac-Modelle SRX und Escalade ersetzt.

Derweil überlegen die GM-Bosse, die nächste Trailblazer- und Tahoe-Generation eventuelle dann unter dem GMC-Label nach Europa zu bringen. Auf einen Etikettenwechsel mehr oder weniger kommt es wohl auch nicht mehr an.

Mit dem Nubira in der Tourenwagen-WM am Start

Ziel der neuen Chevrolet-Ausrichtung ist auch, zumindest eine weltweit bewerb- und vermarktbare Marke im Portfolio zu haben. Die übrigen GM-Labels sind bis auf die Luxus-Division Cadillac alle regional begrenzt. Unterstützt wird das Marketing durch die Teilnahme an der FIA-Tourenwagen-Weltmeisterschaft mit drei Autos auf Chevrolet Nubira-Basis.

Gasgeben muss Chevrolet aber auch auf dem Dieselsektor, ohne den in Europas Schlüsselmärkten kein Blumentopf zu gewinnen ist. Deshalb wurde bei den italienischen Entwicklungs-Spezialisten von VM Motori eine völlig neue Vierzylinder-Turbodiesel-Generation (1,5 und 2,0 Liter Hubraum) in Auftrag gegeben, die ab 2006 eingesetzt werden kann. Ursprünglich hätten die Diesel-Triebwerke aus dem GM-Fiat-Powertrain-Jointventure kommen sollen. Weil aber die Italiener Daewoo/Chevrolet als direkte Konkurrenz zu Fiat sehen, verweigerten sie diesen Motorendeal, obwohl dem Jointventure dadurch 200 Millionen Euro jährlich durch die Lappen gehen.

Doch auch ohne Dieselmotoren scheint das Chevrolet-Konzept bislang schon aufzugehen: 2004 konnte Daewoo/Chevrolet den Absatz in Europa um 42 Prozent steigern.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Autokredit berechnen
Anzeige