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GM Europe-Chef Forster

"Sparsam, aber nicht spartanisch"

Foto: De Fusco, Polo

GM Europe-Chef spricht mit auto-motor-und-sport.de über den Einsatz von kleineren Motoren, Hybriden und Elektro-Antrieben.

17.07.2007 Harald Hamprecht

Herr Forster, Sie haben im Juni eine Öko-Offensive für Opel gestartet. Wie soll sich die in messbarem Absatz niederschlagen?
Forster: Allein im kommenden Jahr wollen wir 60.000 Eco-Turbo-Modelle verkaufen. Schon damit werden wir  9.700 Tonnen weniger CO2 pro Jahr emittieren. Und das wird nur die erste Stufe sein. Allerdings will ich hier keine weitergehenden Absatzprognosen treffen. Wir werden flexibel auf die Nachfrage reagieren können. Und sind sicher, dass die Nachfrage größer sein wir zuletzt bei den Eco-4-Modellen. Denn die neuen Eco-Flex-Modelle sind zwar sparsam, aber nicht spartanisch. Sie bedeuten keine Mehrkosten, dafür aber mehr Fahrspaß.

Was investieren Sie in die  Öko-Offensive?
Forster: In den kommenden fünf Jahren werden es 700 Millionen  Euro sein, die wir in neue Motoren und Getriebe investieren. Das ist mehr als ursprünglich geplant. Die Mittel, die wir durch die verbesserten globalen Synergien im Konzern generieren, stecken wir zusätzlich in die Powertrain-Entwicklung.

Das neue Opel-Flaggschiff wird ein Crossover

In der von Ihnen jüngst vorgestellten Öko-Offensive spielen Hybrid-Motoren keine Rolle?

Forster: Wir sehen Voll-Hybriden als eine von vielen möglichen Lösungen an.Gerade für kleine und mittlere Baureihen ist sie aber sicher nicht die bevorzugte, denn der erhöhte Anschaffungspreis wird einer breiten Einführung im Wege stehen. Und damit ist weder uns geholfen, noch der Umwelt. Für große Baureihen indes kann ein Benzin-Vollhybrid Sinn machen und in Konkurrenz zum Diesel treten. Hier werden wir mit einem eigenen Angebot vertreten sein.

Wann und bei welcher Marke?
Forster: Spätestens Anfang 2009 mit dem neuen Cadillac Escalade, der damit für den europäischen und amerikanischen Markt noch attraktiver wird. Ich kann mir einen Benzin-Hybriden aber auch bei Saab vorstellen.

Was ist mit Diesel-Hybriden?
Forster: Allein ein Diesel ist schon zwei- bis zweieinhalb-tausend Euro teurer als ein Benziner. Ein Hybrid-Motor kostet noch einmal deutlich mehr.

Glauben Sie, dass sich das im Volumenmarkt durchsetzt?
Forster: Wir nicht. Wir setzen deshalb bei Opel von Anfang an auf reine Elektrofahrzeuge.

Wie sehen hier die Details aus?
Forster: Auf der IAA im September werden Sie ein Opel-Modell mit einem E-Flex-Aggregat sehen, wie wir es im Januar beim Chevrolet Volt-Konzeptfahrzeug vorgestellt haben. Dieser alternative Antrieb ist weniger komplex als ein Hybrid und wird ultimativ gesehen sicher auch günstiger sein.

Was heißt "ultimativ gesehen"?
Forster: Sobald wir in die Massenproduktion gehen können, um die Fixkosten zu drücken. Ich denke, dank der globalen Synergien im GM-Konzern können wir schon Ende 2010 so weit sein - auch für einen Einsatz in Europa bei Opel. Das schöne daran ist, dass wir hier im Gegensatz zum Hybrid bei einer Reichweite von 60 Kilomentern absolut keine fossilen Brennstoffe mehr verbrennen  müssen, sondern auf regenerativ erzeugten Strom zurückgreifen können.  

Was ist mit der ultimativen Lösung der Brennstoffzelle?
Forster: GM hat schon dieses Jahr eine Kleinserie von 100 Fahrzeugen in den USA in Kundenhand gegeben. Wir sind hier also schon weiter als unsere Wettbewerber, die mit einem solchen Programm erst Anfang kommender Dekade starten wollen.

Kommen wir von Gewissen-beruhigenden Öko-Aggregaten doch nun zu Herzrasen-verursachenden Autos. Wann macht Opel an  dieser Front mal wieder von sich reden?
Forster: Da haben wir doch zuletzt etwa  unseren GT anzubieten - und dieNachfrage ist überwältigend. Im ersten Halbjahr dieses Jahres haben wir europaweit 940 Einheiten unseres Roadsters verkaufen  können.

Wann etwa kommt endlich ein neues Flaggschiff?
Forster: Ein "Top of the line"-Fahrzeug hat für uns derzeit  nicht oberste Priorität, aber wir arbeiten daran. Und wir haben hier schöne Ideen. Die ersten Stufen im Produktfreigabe-Prozess haben wir bereits erklommen. Das Flaggschiff wird definitiv kommen - und zwar nicht als klassische Limousine, sondern als dynamisch-flexibler Crossover. Wann, auf welcher Architektur und von welchem Fertigungsband müssen wir aber noch abschließend klären.

Die weiteren Themen von auto motor und sport, Heft 16, das ab 18.7. im Handel ist:

  • Highspeed-Test in Nardo
  • Test Renault Twingo
  • Doppeltest VW Passat 2.0 TDI gegen Mercedes C 220 CDI
  • Feinstaub: Neuer streit um Fahrverbote in den Umweltzonen

Vorstellung Audi Cross Coupé Quattro

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