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Kerkorian will noch mehr Anteile

Foto: dpa

GM-Großinvestor Kirk Kerkorian macht weiter Druck auf das Topmanagement des US-Autobauers in Sachen Renault-Nissan-Allianz: Die Ankündigung, sein Aktienpaket weiter aufzustocken flankierte er mit der Forderung nach einer unabhängigen Prüfung, welche Synergieeffekte eine solche Allianz brächte.

29.09.2006

Wer geglaubt hatte, der 89-jährige GM-Großaktionär Kirk Kerkorian werde schon Ruhe geben, nachdem die mögliche Allianz zwischen GM und Renault-Nissan zwar nicht vom Fleck gekommen ist, dem Milliardär aber eine ordentliche Steigerung der Aktienkurse brachte, sieht sich getäuscht. Während GM-Boss Rick Wagoner in Paris verkündete, dass es weitere Gespräche mit Renault-Nissan geben werde, gleichzeitig aber mit jedem Statement seine Abneigung gegen den viel diskutierten Dreierbund durchblicken lässt, holte Kerkorian am Donnerstag (28. 9.) in New York zum krachenden Konter aus. Kerkorian überraschte das GM-Management mit der Ankündigung, das Aktienpaket, das er über seine Investmentfirma Tracinda an GM hält, um 12 Millionen Aktien aufstocken zu wollen und damit seinen Anteil am Autokonzern von 9,9 Prozent auf 12 Prozent auszuweiten. Parallel dazu forderte der greise Milliardär eine Prüfung der möglichen Synergieeffekte einer solchen Allianz durch unabhängige Experten. Der Vorwurf hinter der Forderung blieb unausgesprochen: Kerkorian hegt offenbar den Verdacht, dass die GM-eigenen Untersuchungen vordringlich dem Zweck dienen, den Effekt einer Allianz klein zu reden.

Konfrontationskurs mit Wagoner

US-Medien sehen im Vorgehen Kerkorians einen offenen Angriff auf GM-Boss Rick Wagoner. Ihm hatte der eigenwillige Multimilliardär einen unentschlossenen Sanierungskurs vorgeworfen, mehr oder weniger deutlich Wagoners Ablösung gefordert und mit Jerry York seinen Top-Berater im GM-Aufsichtsrat platziert, der wiederum im Auftrag Kerkorians auch die Idee von der Allianz mit Renault-Nissan auf die Tagesordnung drückte.

Nachdem GM zuletzt überraschend schnelle Sanierungsfortschritte gemacht hatte, schien Wagoner wieder fest im Sattel zu sitzen, was sich nicht zuletzt in seinem selbstbewussten Auftreten nach den Gesprächen mit Renault-Nissan Chef Carlos Ghosn dokumentierte. Mit den Ankündigungen jetzt hat Kerkorian allerdings klar gemacht, dass er nicht nachzugeben gedenkt. Wie angespannt das Verhältnis zwischen Wagoner und Kerkorian inzwischen ist, dafür ist auch der Weg Indiz, auf dem der GM-Boss von den Plänen seinen Groß-Aktionärs in Kenntnis gesetzt wurde: Spät am Mittwoch abend wurde Wagoner von Kerkorians Anwalt über die geplanten Schritte informiert.

An Wall Street wurde die Ankündigung Kerkorians mit einem deutlich steigenden GM-Kurs quittiert. Bevor aber Kerkorians Investment-Gesellschaft Tracinda ihren Anteil aufstocken kann, ist die Börsenaufsicht gefragt.

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