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GM-Sanierung

US-Regierung sieht Insolvenz als besten Sanierungsweg

GM Logo Foto: dpa 93 Bilder

Im Überlebenskampf der Opel-Mutter General Motors (GM) hält die US-Regierung laut Medien eine schnelle, geordnete Insolvenz für den wahrscheinlichsten Weg zur Sanierung.

01.04.2009

Die Opel-Mutter General Motors (GM) steuert in ihrem Überlebenskampf immer mehr auf eine kontrollierte Insolvenz als letzte Chance zur Sanierung zu. Eine rasch und geordnet durchgezogene "Blitz-Insolvenz" mit der Aufspaltung in einen "guten" und einen "schlechten" Konzernteil ist laut US-Medien zunehmend wahrscheinlich. Dadurch steigt der Zeitdruck für eine Lösung bei Opel.

GM-Insolvenz wird zunehmend wahrscheinlicher

US-Präsident Barack Obama halte eine Insolvenz im Schnelldurchgang für die wahrscheinlichste Variante zur Rettung von GM, berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg am Mittwoch (1.4.). Dieser Weg erscheine laut zwei Kongressabgeordneten unausweichlich. Auch der neue GM-Chef Fritz Henderson hatte ihn zuvor als inzwischen "wahrscheinlicher" bezeichnet.

Das Weiße Haus nannte dagegen Obamas Haltung unverändert. Der Präsident wolle eine Sanierung möglichst ohne Insolvenzverfahren erreichen, sagte ein Sprecher US-Medien. Als letzte Frist hatte er GM dafür bis Ende Mai Zeit gegeben.

Die Börse rechnet zunehmend mit einer Insolvenz, die GM-Aktien weitgehend entwerten würde. Nach schweren Vortagesverlusten brach GM zum US-Handelsstart am Mittwoch erneut um mehr als zehn Prozent ein.

US-Regierung müsste Garantien geben

Bei einer "Blitz-Insolvenz" würden Rahmenbedingungen der Sanierung vorher festgelegt, um das Gerichtsverfahren selbst abzukürzen. In einer langen Insolvenz ist zu befürchten, dass GM noch mehr Kunden als ohnehin davonlaufen.

Die Regierung müsste bei einer Schnellvariante die Finanzierung sichern und neue Garantien abgeben. Der zukunftsfähige Konzernteil würde dann von den zu entsorgenden Altlasten abgespalten werden. Auch GM selbst hatte bereits die Trennung von Marken wie Hummer und Töchtern wie Saab in Schweden angekündigt.

Gewerkschaften sind der Knackpunkt

Größte Hürde für GM sind derzeit stockende Verhandlungen mit der Gewerkschaft UAW und Gläubigern über von der Regierung verlangte Zugeständnisse in Milliardenhöhe. Bei einer Pleite müssten beide noch mehr bluten. Die Insolvenzdrohung gilt daher auch als Druckmittel für GM in den Verhandlungen.

Der ebenfalls krisengeschüttelte Wettbewerber Chrysler verhandelt derweil unter Hochdruck mit dem italienischen Fiat-Konzern über Details einer Allianz. Obama hat den Einstieg von Fiat zur Bedingung für weitere Finanzhilfen gemacht und dafür ein Ultimatum bis Ende April gestellt.

GM und Chrysler brauchen inklusive schon erhaltener Gelder laut ihren bisherigen Plänen insgesamt 39 Milliarden Dollar zur Sanierung. Am US-Automarkt ist unterdessen keine Besserung in Sicht. Bei den Verkaufszahlen für den Monat März erwarteten Experten erneut schwere Einbrüche.

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