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GM

Tarifvertrag gebilligt

Foto: ams

Die Gewerkschaftsführer von mehr als 80 amerikanischen General-Motors-Fabriken und anderen GM-Betrieben haben einstimmig einen neuen vierjährigen Tarifvertrag gebilligt. Sie empfahlen am Freitag den mehr 73.000 amerikanischen GM-Arbeitern die Annahme.

29.09.2007

Diese sollen von Sonntag bis zum 10. Oktober über den neuen Tarifvertrag abstimmen. Das hat die amerikanische Automobilarbeitergewerkschaft UAW (United Auto Workers) am Freitag (28.9.) in Detroit bekannt gegeben.

Die Tarifeinigung war am Mittwoch nach einem zweitägigen Streik der GM-Arbeiter erfolgt. UAW-Präsident Ron Gettelfinger will in der nächsten Woche festlegen, ob die nächste Tarifverhandlungsrunde zuerst mit Ford oder Chrysler geführt werden soll. Die beiden Autohersteller müssen sich ebenfalls noch mit der Gewerkschaft über neue vierjährige Tarifabkommen einigen. Diese dürften sich eng an die GM-Vereinbarungen anlehnen.

Die Gewerkschaft gab erstmals Details des neuen GM-Tarifvertrages bekannt. Die UAW stimmte der Einrichtung eines neuen von der Gewerkschaft zu verwaltenden Krankenversicherungsfonds zu. Er wird die zukünftigen Krankenversicherungsverpflichtungen von GM für rund 340.000 Betriebsrentner und deren Angehörige von 2010 an übernehmen. GM zahlt 29,9 Milliarden Dollar (21 Mrd Euro) in den Fonds ein und übernimmt die zwischen 2008 und 2010 anfallenden Krankenversicherungskosten von 5,4 Milliarden Dollar. Außerdem sagte GM andere Leistungen und Zahlungen über 20 Jahre von insgesamt bis zu 1,6 Milliarden Dollar zu, falls die Fondsausstattung unzureichend sein sollte.

Die GM-Arbeiter erhalten über die Laufzeit des Vertrages insgesamt 13.056 Dollar an Zusatzleistungen, erklärte die Gewerkschaft. Sie bekommen einen Abschlussbonus von 3.000 Dollar bei Annahme des Tarifvertrages und Boni von drei, vier und drei Prozent des Jahreslohnes in den letzten drei Jahren des Tarifabkommens. Sie bekommen außerdem inflationsbezogene Lebenshaltungskosten-Zuschläge. Die Löhne der Arbeiter an den Fließbändern werden von 28,12 auf 28,85 Dollar je Stunde bei Ende des neuen Tarifabkommens steigen.

Die Gewerkschaft stimmte aber auch erstmals einem zweiteiligen Lohnsystem zu. Neue eingestellte Hilfskräfte wie beispielsweise Fahrer, die nicht am Fließband arbeiten, sollen zukünftig nur 14,00 bis 16,23 Dollar je Stunde erhalten. Den momentan zum vollen Lohn in diesen Funktionen eingesetzten 16.000 Bediensteten sollen Abstandsangebote gemacht werden, und sie sollen bei Ausscheiden durch die billigeren neuen Arbeiter ersetzt werden.

GM hat für 16 von 18 amerikanischen Autofabriken Produktionszusagen gemacht und will 3.000 Teilzeitarbeiter zum vollen Lohn zu Vollzeitbeschäftigten machen.

Die Gewerkschaft hat damit ihr Hauptziel erreicht, die Löhne und sonstigen Bezüge der sowie die Arbeitsplätze der derzeitigen Mitglieder zu sichern. GM wird durch den neuen Krankenversicherungsfonds und das zweigleisige Lohnsystem nach Schätzungen von US-Autofachleuten drei Milliarden Dollar pro Jahr einsparen.

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