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GM-Verkaufsoption

Fiat bleibt italienisch?

Foto: Fiat; GM 8 Bilder

Das Rätselraten um die zukünftigen Beziehungen zwischen dem Fiat-Konzern und seinem US-Partner General Motors (GM) hat vorerst ein Ende.

22.10.2003

Während viele den Verkauf der angeschlagenen Fiat-Autosparte an den amerikanischen Giganten lange als letzte Hoffnung für die Rettung des Turiner Traditionsunternehmens sahen, macht Fiat-Präsident Umberto Agnelli seinen Landsleuten jetzt wieder Hoffnung: Vielleicht bleiben die Fiat-Autos am Ende doch in italienischer Hand, vielleicht kann die Krise überwunden werden. "Wir haben weiter ein Recht auf unsere Verkaufsoption, aber wir werden sie sicher nicht 2004 ausüben", erklärte Agnelli bei der Tokio Motor Show.

Die Allianz zwischen General Motors und Fiat war am 13. März 2000 beschlossen worden. Seither hält GM einen Anteil von 20 Prozent am Fiat-Aktienkapital, während die Turiner sich zunächst mit 5,1 Prozent an GM beteiligten. Das italienische Unternehmen verkaufte seinen Anteil im vergangenen Jahr im Zuge seiner finanziellen Krise wieder. Die vereinbarte Put-Option besagt, dass Fiat Auto ab 2004 innerhalb einer fünfeinhalbjährigen Frist zu einem fairen Marktpreis ganz an GM abgegeben werden kann.

Auch Fiat-Vorstandschef Giuseppe Morchio, der im Juni einen neuen Sanierungsplan für die Gruppe vorgelegt hatte, sagte kürzlich der US-Fachzeitung "Automotive News“: "Wir haben keinerlei Absicht, den Put auszuüben“. Das Blatt bezeichnete diese Entscheidung jedoch als eine Art "Übergangskompromiss“.

Neue Modell bringen erst 2004 positive Ergebnisse

Zwar versuche General Motors bereits seit geraumer Zeit, angesichts der kritischen Finanzlage der Fiat-Autosparte aus dem Deal auszusteigen. Jedoch handele es sich seitens des italienischen Konzerns wahrscheinlich nur um einen Aufschub, nicht um eine Aufhebung der Klausel. "Die Ausübung der Option könnte einfach um ein Jahr von Januar 2004 auf Januar 2005 verschoben werden", hieß es.

Unterdessen scheint der neue Fiat-Rettungsplan langsam zu greifen. "Der Krisenstatus ist erst einmal zu den Akten gelegt", brachte es die italienische Zeitung "Il Sole 24 Ore" am Mittwoch (22.10.) auf den Punkt. Wenn der neue Sanierungsplan eingehalten wird, bedeute dies für Fiat die Rettung, glaubt auch Agnelli. Schließlich habe es bis Mitte Oktober bereits 70.000 Vorbestellungen für den neuen Panda gegeben. Nach einer langen Durststrecke scheint Turin dank neuer Köpfe im Führungsmanagement endlich wieder schnittige und konkurrenzfähige Modelle auf den Markt zu bringen - was sich bald positiv auf die Verkaufszahlen auswirken dürfte.

Dennoch prognostizieren Analysten für das dritte Quartal noch keinen durchgreifenden Aufschwung bei der Bilanz für die Autosparte. Für den Zeitraum Juli bis September erwarten sie Verluste zwischen 250 und 300 Millionen Euro - eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahresquartal (minus 340 Millionen Euro), aber eine leichte Verschlechterung gegenüber dem zweiten Quartal 2003 (minus 234 Millionen Euro). Die neuen Modelle Panda, Lancia Y und Fiat Idea werden Experten zufolge erst zwischen dem letzten Quartal 2003 und dem ersten Quartal 2004 erste positive Ergebnisse bringen.

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