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GM verliert Milliarden - Opel im Plus

GM Logo Foto: GM

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) steckt weiter tief in der Verlustzone. Im ersten Quartal fuhr der größte US-Autobauer vor allem wegen des schwachen Heimatmarktes und hoher Kosten für den Konzernumbau ein Minus von 3,3 Milliarden Dollar ein (2,1 Milliarden Euro).

30.04.2008

Das ist bereits der dritte Quartalsverlust in Folge. Der Umsatz sank trotz eines starken internationalen Geschäfts um knapp zwei Prozent auf 42,7 Milliarden Dollar, teilte GM am Mittwoch (30.4.) in Detroit mit. Analysten hatten allerdings einen noch weit größeren Verlust erwartet. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um etwa vier Prozent auf rund 22 Dollar zu. Ein Jahr zuvor hatte das bereinigte Minus lediglich 42 Millionen Dollar betragen. Ganz unter dem Strich war sogar ein Gewinn von 62 Millionen angefallen.

Schwach in den USA, gut in Europa

In den vergangenen drei Jahren erlitt GM besonders wegen des schwachen US-Marktes insgesamt Verluste von über 50 Milliarden Dollar. Die deutsche Tochter Opel hatte es 2007 zum zweiten Mal in Folge in die schwarzen Zahlen geschafft. Auf den Gewinn drückten im ersten Quartal enorme Belastungen durch die GM-Finanzsparte und die in einem Insolvenzverfahren steckende ehemalige Zuliefertochter Delphi. Weitere Milliardenkosten entstanden durch Stellenstreichungen und den Konzernumbau sowie durch negative Steuereffekte in Europa.

Bereinigt um alle Sonderlasten erzielte GM im Kerngeschäft mit der Autoproduktion einen operativen Gewinn vor Steuern von 392 Millionen Dollar (Vorjahr: 161 Millionen Dollar). Ein deutlicher Zuwachs gelang GM außerhalb der USA angeführt von Schwellenländern wie China, Brasilien, Russland und Indien. Mit dem japanischen Erzrivalen Toyota liefert sich der US-Hersteller ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des absatzstärksten Autobauers der Welt. Während GM im ersten Quartal mit 2,25 Millionen Autos etwas weniger Wagen verkaufte als im Vorjahr, legte Toyota zu. Die Japaner sind zudem sehr profitabel. In Europa erzielte GM allerdings dank der großen Nachfrage aus Osteuropa zum Jahresauftakt einen Absatzrekord.

Opel nimmt Fahrt auf

In seinem Europageschäft steigerte GM im ersten Quartal 2008 mit der Hauptmarke Opel den Vorsteuergewinn auf 198 (Vorjahr: 61) Millionen US-Dollar. Die Umsätze kletterten binnen Jahresfrist von 8,5 Milliarden auf 9,9 Milliarden Dollar (6,4 Milliarden Euro). In Europa verkaufte GM von Januar bis Ende März die Rekordzahl von 572.000 Autos. Der Marktanteil sank binnen Jahresfrist allerdings leicht von 9,7 auf 9,6 Prozent.

Als Grund für die besseren Geschäfte in Europa nannte der Autobauer geringere Materialkosten und höhere Qualität der Fahrzeuge. So hätten Aufwendungen für Reparaturen während der Garantiezeiten gesenkt werden können. Zu schaffen macht GM, dass in vielen Ländern etwa in Osteuropa die Autos zwar gut verkauft werden, aber dort eher die einfache und damit günstigere Ausstattung gefragt ist. GM weist Ergebnisse nicht mehr für Marken aus, sondern nur für die Region Europa (GM Europe/GME). In diesen Zahlen ist außer Opel/Vauxhall auch Saab enthalten. Opel macht etwa 80 Prozent aus. Ein Nettogewinn wird auch nicht mehr bekanntgegeben. Im ersten Quartal 2007 hatte GM in seinem Europageschäft einen Nachsteuergewinn von 42 Millionen Dollar ausgewiesen. Der GM-Konzern steckt aber weiter tief in der Verlustzone.

Massiver Stellenabbau geplant

Erst diese Woche kürzte GM die Fertigung der sich immer schlechter verkaufenden, spritfressenden Pickups und schweren Geländewagen um gut zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. 3.500 Stellen sollen wegfallen. Zudem laufen Abfindungsangebote an Zehntausende Mitarbeiter. Der zweitgrößte US-Autobauer Ford überraschte vergangene Woche mit einem Gewinn für das erste Quartal. Allerdings rechnet Ford für 2008 insgesamt weiter mit roten Zahlen und plant erst ab 2009 Überschüsse im Gesamtjahr. Auf dem notleidenden US-Automarkt erwarten Experten 2008 auch wegen der Konjunkturkrise einen verschärften Rückgang auf rund 15 Millionen verkaufte Wagen nach 16,7 Millionen im vergangenen Jahr.

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