Opel: GM will über Zukunft entscheiden

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Der Verkauf von Opel hat eine wichtige Hürde genommen: Die Arbeitnehmer haben sich mit dem designierten Käufer Magna auf einen Beitrag der Belegschaft zur Sanierung des maroden Autobauers geeinigt. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass Opel an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna verkauft werden kann, wie der Gesamtbetriebsrat am Dienstag (3.11.) mitteilte.

Die Einigung glückte nach wochenlangen Verhandlungen unmittelbar vor einer richtungsweisenden Entscheidung beim Alteigentümer General Motors (GM) und könnte ein wichtiges Signal nach Detroit senden. Dort wollte der GM-Verwaltungsrat am Dienstagnachmittag erneut über den Verkauf des deutschen Autobauers an den Zulieferer Magna und dessen russische Partner beraten.



GM will 35 Prozent an Opel behalten

Die europäischen Mitarbeiter bringen unter anderem über Lohnverzicht jährlich 265 Millionen Euro ein. Dafür erhalten sie zehn Prozent der Anteile an "NewOpel" und sind künftig stimmberechtigte Investoren. Der Gesamtbetriebsrat knüpfte seine Zugeständnisse aber daran, dass Magna und der russische Partner Sberbank tatsächlich den Zuschlag für Opel erhalten. GM will im Falle der Übernahme 35 Prozent an Opel behalten, Magna und die Sberbank übernehmen jeweils 27,5 Prozent. Zu den Zugeständnissen der Arbeitnehmer gehört, das sie auf Teile des Weihnachts- und Urlaubsgeldes bis 2011 sowie vorübergehend auf Tariferhöhungen und Einzahlungen in die Betriebsrentenkasse verzichten.

"Die Einschnitte sind schmerzhaft für uns alle, doch wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen", sagte der Vorsitzende des europäischen Betriebsrats, Klaus Franz, laut Mitteilung. "Die Belegschaft wird erstmals stimmberechtigter Investor an ihrem Unternehmen, mit gleichen Rechten und Pflichten wie die anderen Eigner - das ist ein absolutes Novum." Zuletzt hatten Manager von Opel, Magna und GM sowie der Opel-Betriebsrat ihre Zuversicht geäußert, dass das GM-Gremium an seiner Empfehlung vom September festhält, Opel an Magna zu verkaufen.

Carl-Peter Forster wird doch nicht neuer Opel-Minister

Allerdings hielten sich hartnäckig Spekulationen, GM könne den Beschluss überdenken und Opel möglicherweise doch behalten. Auch eine Opel-Insolvenz wird von Beobachtern nicht ausgeschlossen. Unterdessen bereiten GM und Magna "New Opel" auch personell vor. So wird der bisherige Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Peter Forster,der lange als neuer Mister Opel galt, nun doch nicht die Führung des Autobauers übernehmen, wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet. Forster habe Magna darüber informiert, dass er für Opel nicht zur Verfügung stehe. Der 55-Jährige war von 2001 bis 2004 Opel-Chef und leitete zuletzt das GM-Europageschäft.

Herbert Demel könnte den Opel-Konzern leiten

Die "Wirtschaftswoche" hatte unter Berufung auf Kreise des österreichisch-kanadischen Zulieferers berichtet, dass mit Herbert Demel ein Manager aus den Reihen des potenziellen Eigners Magna den Autokonzern leiten soll. Demel ist ein Vertrauter von Konzernchef Siegfried Wolf und verantwortet derzeit die Magna-Steyr-Fahrzeugtechnik in Graz, die unter anderem für BMW und Daimler Autos entwickelt und produziert. Demel war bereits Chef bei Audi und kurzzeitig bei Fiat.

Opel wollte die Debatte um die künftige Unternehmensführung nicht kommentieren. "In der Phase zwischen der Unterzeichnung eines Vertrages (Signing) und seinem endgültigen Inkrafttreten (Closing) wird unter anderem auch das Führungsteam benannt. Wir werden rechtzeitig informieren, sobald es konkrete Entscheidungen gibt", teilte der Autobauer mit.

Im September hatte der GM-Verwaltungsrat die klare Empfehlung abgegeben, Opel mehrheitlich an Magna zu verkaufen. Nun befasst er sich aber abermals mit dem Thema, nachdem die EU-Kommission Zweifel an der Entscheidung geäußert hatte. Die Wettbewerbsbehörde verlangt eine schriftliche Klarstellung, dass das Votum für Magna allein aus wirtschaftlicher Überzeugung und nicht auf politischen Druck hin erfolgte. Magna fordert für die Opel-Sanierung Staatshilfen von 4,5 Milliarden Euro, die von der EU-Kommission genehmigt werden müssen. Mehrere EU-Länder mit Opel-Werken hatten Magna vorgeworfen, deutsche Standorte wegen der Hilfszusagen aus Berlin beim Arbeitsplatzabbau zu bevorzugen. Inzwischen wurde aber etwa in Großbritannien und Spanien nachverhandelt.

Jeder Monat Verzögerung kostet 100 Millionen Dollar

Dem "Wall Street Journal" zufolge haben die Mitglieder des GM-Verwaltungsrates einen Brief des Vorstands um Konzernchef Fritz Henderson erhalten, in dem die Vorzüge eines Verkaufs an Magna betont werden. Zudem werde der Zeitdruck stärker: Magna wolle den Deal neu verhandeln, wenn bis zum 30. November kein Vertrag unterzeichnet werde. Der Zulieferer argumentiere, jeder Monat Verzögerung koste 100 Millionen Dollar, schrieb das Blatt unter Berufung auf eine informierte Person. Nach Angaben von Opel-Gesamtbetriebsratschef Franz "verbrennt" Opel jeden Monat 70 Millionen Euro.

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dpa/ama

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