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Goodwood Revival-Auktion

Landy mit Rolls-Royce-Power

Bonhams Goodwood Revival Auktion 2014 Foto: Bonhams 62 Bilder

Nur 2 der 80 PS starken Allrad-Testwagen überlebten: Beim Goodwood Revival Meeting wird ein Exemplar der Land-Lust auf vier Rädern bei einer Auktion angeboten. Ein olivgrüner Farbtupfer unter den meist roten Supersportwagen.

10.09.2014 Dirk Johae Powered by

Wohl an keinem anderen Ort ist der militärgrüne Land Rover-Prototyp von 1950 an diesem September-Wochenende (12. bis 14. September 2014) besser aufgehoben, als im südenglischen Goodwood. Beim Revival Meeting wird nicht nur die große Tradition der schnellen, 1948 eingeweihten Rennpiste gefeiert, sondern in diesem Jahr ganz besonders auch die Historie des Militärflugplatzes Westhampnett: 1938 wurde auf dem heutigen Infield der Rennstrecke von der Royal Air Force ein geheimer Stützpunkt für die Jagdflieger errichtet.

Land Rover-Rarität

Nur wenige Monate, bevor in Goodwood 1948 erstmals die Rennmotoren dröhnten, feierte der Land Rover auf der Autoausstellung in Amsterdam im April seine Premiere: Von Englands Antwort auf den US-amerikanischen Jeep wurden noch im Premierenjahr 1.758 Exemplare verkauft; bis 1950 wuchs die Zahl auf insgesamt fast 31.000 Landys. Nur schätzungsweise 34 dieser ersten Land Rover-Generation bekamen zu Versuchszwecken einen 2,8 Liter großen Rolls-Royce-Vierzylinder eingepflanzt.

80 PS-Motor von Rolls-Royce

Aber wie kam es zur Hochzeit des neuen englischen Geländewagens mit der Nobelmarke aus Derby? Der als „B40“ bezeichnete Vierzylinder mit 80 PS Leistung war eine Auftragsarbeit der Rolls-Royce-Motorenabteilung für die britische Armee. Das robuste Aggregat sollte nie eine "Spirit of Ecstasy", die legendäre Kühlerfigur von Rolls-Royce, mobilisieren, sondern einen Vergleich mit dem herkömmlichen Modell des Land Rover ermöglichen. Dieser verfügte über einen nur 50 PS starken und mit 1,6 Litern Hubraum wesentlich kleineren Vierzylinder.

Die ungewöhnliche Verbindung ging nie in Serie: Stattdessen trieb der Rolls-Royce-Motor den Austin-Geländewagen an, von dem es neben der Militärversion auch die zivile Variante namens "Champ" gab. Der Land Rover mit Rolls-Royce-Motor ist äußerlich lediglich durch wenige Details von seinen Serienexemplaren zu unterscheiden: Er verfügt über einen 1 Inch längeren Radstand (81‘‘) und die Motorhaube ist leicht angehoben, um dem größeren Rolls-Royce-Motor mehr Raum zu verschaffen.

69.000 Euro für 4x4-Legende

Vor zwei Jahren erst bot das britische Auktionshaus Bonhams den raren Land Rover schon mal an: Damals erwarb ihn sein heutiger Besitzer, ein englischer Land und Range Rover-Sammler, für den Preis von umgerechnet 58.900 Euro. Jetzt liegt das Mindestgebot bei bis zu 69.000 Euro - angesichts der gewaltigen Preissteigerungen für manches Ferrari-Sammlerstück ein bescheidener Wert.

Der Käufer des im Januar 1950 gebauten Land Rover-Prototyps mit der Chassisnummer RO61 04618 bekommt eine urige 4x4-Legende mit interessanter Geschichte: Das britische Verteidigungsministerium verkaufte den Geländewagen nach drei Jahren an den Kompressorhersteller Belliss & Morcom, der in Birmingham heute noch existiert.

Über 25 Jahre in einer Sammlung

Nach einer Restaurierung nach mehreren Concours-Auszeichnung gelangte das Auto 1985 in eine englische Sammlung mit über 240 Klassikern im Großraum Birmingham. 2012 gehörte der seltene Land Rover zu den Autos, die aus dieser Sammlung verkauft wurden. Jetzt ist der Landy-Prototyp mit Rolls-Royce-Motor wieder auf dem Markt.

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