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Goodwood Revival Meeting 2010

Rennsport-Fans feiern in Goodwood

Goodwood Revival Foto: Dino Eisele 56 Bilder

Wenn Lord March zum Goodwood Revival Meeting in seinen Park einlädt, reisen nicht nur Rennsport-Legenden an, sondern auch viele zeitgenössisch gekleidete Fans. Die 2010er-Ausgabe sorgte vom 17. bis 19. September mit 140.000 Fans für einen neuen Besucherrekord.

20.09.2010 Powered by

Das Goodwood Revival Meeting, das alljährlich im September stattfindet, ist nicht nur ein Eldorado für alte Autos, nein, es ist auch ein Szenetreffpunkt für Freunde traditionsreicher Oberbekleidung: Mehr als Zwei Drittel der rund 140 000 Zuschauer traten bei schönsten Sonnenstrahlen kostümiert an. Und so hat auch der weiße Lackstiefel mit Plateauabsatz noch lange nicht ausgedient. Genauso wenig wie rote Kniestrumpf für Männer in Knickerbockern, röhnradartige Hüte für die Damen oder Pelzmoden für sie und ihn.

Martin Brundle greift im Austin A35 an

Vor dieser weltweit wohl einmaligen Kulisse machte es Ex-Formel 1-Pilot Martin Brundle offenkundig besonders Spaß, beim St. Mary's Trophy-Rennen für Limousinen, die zwischen 1950 und 1959 schon mal zu einem Rennen gestartet sind, richtig Gas zu geben. Voller Inbrust beschleunigte er seinen hellblauen Rennfloh mit 1,3 Liter-Motor und verschaffte sich von Anfang an Respekt zwischen den ehrwürdigen Viertürern vom Schlage eines Jaguar Mk VII mit 3,5-Liter-Motor oder Tatra T603 mit 2,5-Liter-Motor. Wie ein Flummi sprang er zwischen den Flaggschiffen herum, bis ihn ein technisches Problem vorzeitig an die Box und dann zur Aufgabe zwang. Nicht der einzige Ausfall beim Goodwood Revival für einen Austin A35: Das Team William Lynch und Tony Jardine schlägt nach einem Dreher auf offener Strecke im nächstgelegenen Reifenstapel ein und muss aufgeben. Die Fans konnten anschließend die Blech-Blessuren im Fahrerlagen ausgiebig bewundern.

Tom Kristensen dominiert das Rennen

Die Dominanz der Austins war damit keinesfalls gebrochen. Le Mans-Pilot Tom Kristensen zählte mit seinem Austin A95 Westminster mit 2,5 Liter-Motor von Anfang an zu den Favoriten und ließ so Rennfahrerlegende Derek Bell im Jaguar MK I richtig alt aussehen. Der Klassensieg über den insgesamt 2,38 Meilen langen Rundkurs des Goodwood Revivals mit sieben langen Kurven war ihm so nicht zu nehmen.

Viele Rennfahrerlegenden vor Ort

Gerhard Berger, Jochen Mass  und Sterling Moss zählen zu den weiteren Rennfahrer-Legenden, die sich beim Goodwood Revival sowohl auf als auch neben der Strecke blicken ließen. John Surtees überbrückte Pausen mit Interviews, die auf riesige Leinwände für die Zuschauer übertragen wurden. Der heute 76-Jährige startet im März 1960 sein erstes Rennen in Goodwood in der Fomula Jugend und musste sich knapp Jim Clark geschlagen geben. Der Erfolg holte ihn später trotzdem noch ein: Surtees wurde sowohl auf vier als auch auf zwei Rädern Weltmeister.

Hunderte von Oldtimern im Paddock Club

Dabei wurden den Motorsportgrößen der Vergangenheit im Paddock Club des Goodwood Revival schon mal von Rennwagen der frühen Jahre die Show gestohlen: Wer hat schon mal das Vergnügen, sich die Einsitzer-Rennwagen vom Schlage eines Bugatti Type 73 C von 1947 neben einem Maserati 8CM von 1934 und einem Era C- Type von 1938 nebeneinander anschauen zu dürfen - ohne Zaun und Sicherheitskräfte, einfach live und in Farbe direkt vor dem Auge des Betrachters. Bemerkenswert war auch die weltweit größte Ausstellung alter BRM-Rennwagen anlässlich des 60. Firmenjubiläums. 1945 haben Raymond Mays und Peter Berthon die Marke gegründet, um ein siegfähiges Rennauto für England zu entwickeln - mit spätem Erfolg: Erst in den sechziger Jahren gelang es, ein konkurrenzfähiges Auto zu entwickeln. Graham Hill gewann einen F1-Titel auf BRM, Jackie Stewart und Jim Clark konnten auf BRM zumindest einzelne Rennen für sich entscheiden.

Heiße Kopf-an-Kopf-Rennen

Auf der Strecke schenkten sich die Stars der Vergangenheit indes nichts. Beim Freddie March Memorial mit Rennwagen, die im Geiste des Goodwood Neun-Stunden-Rennens standen und dort zwischen  1952 und 1955 an den Start gingen, flogen gleich zwei Ferrari 250 ab - vor den Augen von Gitarrist Mark  Knopfler, der in einem Austin Healey 100 S selbst an diesem Rennen teilnahm.

Mag manch eine Netzstrumpfhose aus den fünfziger Jahren angesichts so aufregender Rennen Laufmaschen kassiert haben -  an der Kostümfreude der Engländer wird sich trotzdem auch beim  Goodwood Revival Meeting 2011 nichts ändern.

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