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Gotthard wieder dicht

Foto: Gotthard-Tunnel

Die Autobahn A2 am Schweizer Gotthard-Tunnel ist am Freitag (2.6.) wenige Stunden nach ihrer Freigabe wieder gesperrt worden. Bei Gurtnellen, wo am Mittwoch Felsbrocken auf die Autobahn gestürzt waren und ein Auto mit zwei Deutschen zerquetscht hatten, habe es erneut Steinschlag gegeben, sagte Karl Egli, Sprecher der Polizei des Kantons Uri, am Nachmittag.

02.06.2006

Diesmal seien aber keine Gesteinsbrocken auf die Fernstraße gefallen. Bei der erneuten Sperrung handle es sich um eine Sicherheitsmaßnahme. Wie lange die wichtige Nord-Süd- Verbindung zwischen der Schweiz und Italien nicht befahren werden darf, konnte die Polizei nicht sagen.

Ein Posten, der von der gegenüberliegenden Talseite aus den in Bewegung geratenen Hang beobachtete, habe um 12.30 Uhr ein Rumpeln gehört und sofort Alarm geschlagen. Die Polizei sperrte darauf die Autobahn und die Kantonsstraße. Geologen sollten jetzt die Situation analysieren. Am Donnerstag hatten die Behörden erklärt, vorerst seien keine weiteren größeren Abbrüche mehr zu erwarten.

An der gleichen Stelle waren nach Informationen der Schweizer Nachrichtenagentur SDA bereits vor einem Jahr Felsen auf die A2 gefallen. Laut Jann Marx, Leiter der Abteilung für Naturgefahren des Kantons Uri, wurden danach ein Schutzdamm und Steinschlagnetze geplant. Diese Maßnahmen seien aber nicht umgesetzt worden. Allerdings hätte auch dadurch der Felssturz vom Mittwoch nicht verhindert werden können.

Das Gebiet gelte als einer der am meisten gefährdeten Abschnitte entlang der A2. Ein Felssturz dieses Ausmaßes in einem Gebiet mit Bannwald wie bei der Abbruchstelle oberhalb Gurtnellen war laut Experten nicht voraussehbar. Ein Untersuchungsrichter des Kantons Uri prüft inzwischen in einem formellen Verfahren, ob bei dem Unglück Fahrlässigkeit im Spiel war.

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