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Formel 1 GP Australien 2009

Triumphaler Doppelsieg vom neuen Team Brawn GP

Foto: dpa 54 Bilder

Beim Auftakt-Rennen der Formel 1-Saison 2009 in Melbourne fuhr das neue Brawn GP Team einen triumphalen Doppelsieg ein. Für das ehemalige Honda-Team siegte Pole-Mann Jenson Button vor Rubens Barrichello beim Großen Preis von Australien. Dritter wurde wegen einer nachträglich verhängten Zeitstrafe für Jano Trulli der Weltmeister Lewis Hamilton.

29.03.2009 Tobias Grüner Powered by

Die neue Saison begann und endete mit einem Knalleffekt: Nach einem Startcrash in der ersten Kurve kam auch der Schluss des Rennens nicht ohne Feindkontakt aus. Sebastian Vettel und Robert Kubica fuhren sich im Kampf um Rang zwei gegenseitig ins Auto und lösten vier Runden vor der Zielflagge eine Safety Car-Phase aus. Danach wurde das Rennen nicht mehr freigegeben.

Es war kein leichtes Rennen

"Es ist mir egal, dass das Rennen so zu Ende ging. Es ist einfach nur schön für uns", erklärte der überwältigte Sieger Jenson Button. "Es war kein leichtes Rennen für uns." Ähnlich äußerte sich auch sein Teamkollege Rubens Barrichello, der am meisten vom deutsch-polnischen Gerangel profitierte und von Rang vier auf zwei vorrückte.

Der Brasilianer war nach der ersten Kollision des Jahres in der ersten Kurve mit einem lädierten Frontflügel bereits weit zurückgefallen, konnte aber mit Glück und Geschick den verlorenen Boden wieder gutmachen.

Dahinter fuhr der aus der Box gestartete Toyota-Pilot Jarno Trulli als Dritter durchs Ziel.

Glock aus der Box auf Rang fünf

Timo Glock ging nach einem beherzten Rennen als bester deutscher Pilot einen Platz dahinter auf Rang vier in die Wertung. Wie sein Teamkollege Trulli war der Kölner aus der Box gestartet und musste im Rennen einen Fahrer nach dem anderen überholen. Im Kampf gegen Fernando Alonso kam es zwischenzeitlich sogar zu einem Dreher des Toyota-Piloten.

Für den Rest des deutschen Quintetts verlief das Rennen unglücklich. Nico Rosberg verlor schon am Start wertvolle Plätze und viel Zeit hinter langsamen Konkurrenten. Als dann noch beim Boxenstopp die Radmutter klemmte, waren alle Hoffnungen auf einen Podiumsplatz dahin. Durch den Ausfall von Vettel und Kubica kurz vor Schluss sowie die Rückstufung Trullis, konnte sich der Williams-Pilot auf Rang sechs wenigstens noch über drei Zähler freuen.

Podiumtraum endet abrupt

Für Vettel hatte es dagegen das ganze Rennen nach einem sicheren Podiumsplatz ausgesehen. Erst nachdem der 21-Jährige in den letzten Runden die weichen Reifen aufziehen musste, verlor er viel Zeit. Beim Überholversuch durch den heranstürmenden Robert Kubica kam es dann zur verhängnisvollen Kollision. "Ich hätte ihn einfach ziehen lassen sollen", entschuldigte sich der junge Deutsche später. Beide Piloten fuhren zunächst weiter, crashten aber ohne Frontflügel schon in der nächsten Kurve unsanft in die Mauer.

Für Nick Heidfeld waren die Träume auf ein gutes Ergebnis schon in der ersten Kurve beendet, als er in einen Unfall mit Rubens Barrichello, Mark Webber und Heikki Kovalainen verwickelt wurde. Für Kovalainen war mit defekter Radaufhängung direkt Schluss, Barrichello fuhr mit lädiertem Frontflügel weiter. Heidfeld konnte sich davon nicht mehr erholen und rollte auf Rang zehn ins Ziel. Adrian Sutils Force India war zum Saisonauftakt ebenfalls nicht in der Lage die Pace der Spitze mitzugehen und landete einen Platz vor Heidfeld auf Rang neun.

Ohne Punkte begann das Jahr auch für Ferrari. Sowohl Felipe Massa als auch Kimi Räikkönen mussten das Rennen vorzeitig mit technischem Defekt beenden.

Safety-Car sorgt für Probleme

Zwischendurch sorgte ein selbst verschuldeter Abflug von Williams-Pilot Kazuki Nakajima in Runde 19 für die erste Safety-Car-Phase der neuen Saison. Mit insgesamt fünf Runden dauerte es ungewöhnlich lange, bis das Feld hinter dem Führungsauto versammelt und die Trümmer des Williams beseitigt waren. Für Nelson Piquet wohl etwas zu lange. "Die Bremsen spielten einfach verrückt", entschuldigte der Brasilianer seinen Crash direkt in der ersten Kurve nach dem Restart. Andere Piloten berichteten über massive Probleme, Temperatur in die Reifen zu bekommen.

Für eine kleine Lachnummer sorgte Giancarlo Fisichella. Bei seinem ersten Stopp verpasste der Italiener die Einfahrt in seine Box und fuhr beinahe die Mechaniker um. Die verdutzte Crew musste den Boliden erst einmal ein paar Meter zurückschieben, um ihn dann regelgerecht an den vorgesehen Platz zum Tanken zu befördern.

Grand Prix Australien in Melbourne (58 Runden à 5,303 km/307,574 km):

1. Jenson Button (Großbritannien) Brawn GP 1:34:15,784 Std. (Schnitt: 195,775 km/h);
2. Rubens Barrichello (Brasilien) Brawn GP + 0,807 Sek. Sek.;
3. Jarno Trulli (Italien) Toyota + 1,604;
4. Timo Glock (Wersau) Toyota + 4,435;
5. Fernando Alonso (Spanien) Renault + 4,879;
6. Nico Rosberg (Wiesbaden) Williams + 5,722;
7. Sébastien Buemi (Schweiz) Toro Rosso + 6,004;
8. Sébastien Bourdais (Frankreich) Toro Rosso + 6,298;
9. Adrian Sutil (Gräfelfing) Force India + 6,335;
10. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) BMW-Sauber + 7,085;
11. Giancarlo Fisichella (Italien) Force India + 7,374;
12. Mark Webber (Australien) Red Bull + 1 Runde;
13. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red Bull + 2 Runden;
14. Robert Kubica (Polen) BMW- Sauber + 3 Runden;
15. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari + 3 Runden


Ausfälle:
Heikki Kovalainen (Finnland) McLaren-Mercedes (1. Runde/Kollision); Kazuki Nakajima (Japan) Williams (18. Runde/Unfall); Nelson Piquet Jr. (Brasilien) Renault (25. Runde/Defekt); Felipe Massa (Brasilien) Ferrari (46. Runde/Defekt); Lewis Hamilton (Disqualifiziert)

Schnellste Rennrunde: Nico Rosberg (Williams) 1:27,706 Min.
Pole Position: Jenson Button (Brawn GP) 1:26,202 Min.

Fahrer-Wertung nach 1 von 17 Rennen:
1. Jenson Button 10
2. Rubens Barrichello 8
3. Jarno Trulli 6
4. Timo Glock 5
5. Fernando Alonso 4
6. Nico Rosberg 3
7. Sébastien Buemi 2
8. Sebastien Buemi 1

Team-Wertung nach 1 von 17 Rennen:

1. Brawn GP 18
2. Toyota 11
3. Renault 4
5. Williams 3
5. Toro Rosso 3


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