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GP Europa

Alonso siegt im Eifelregen

Foto: dpa 50 Bilder

In einem an Dramatik nicht zu überbietenden Rennen am Nürburgring hat McLaren-Mercedes-Pilot Fernando Alonso am Sonntag (22.7.) seinen dritten Saisonsieg errungen.

22.07.2007 Gregor Messer Powered by

Der amtierende Weltmeister übernahm erst in der 56. von 60 Runden mit einem starken Manöver gegen Ferrari-Pilot Felipe Massa die Führung. Bei einsetzendem Regen zog Alonso vor der Uniroyal-Kurve längsseits und überholte Massa über die Außenseite. Beide Autos berührten sich dabei. „Wir haben uns zweimal berührt und fast nicht das Rennen beendet“, bestätigte Alonso. „Die ersten Runden waren unglaublich. Gut, dass das Safety Car herausfuhr. Es war unmöglich, in diesen Wassermassen zu fahren, trotz Regenreifen.“

Die Ferrari waren besonders bei Trockenheit bedeutend stärker, bestätigte der Spanier. „Normalerweise mag ich wechselnde Bedingungen, aber als ich auf Rang zwei lag, dachte ich mir: Jetzt noch einmal einsetzender Regen ist vielleicht nicht das Beste. Aber bei diesen Mischverhältnissen in den letzten zehn Runden lag unser Auto deutlich besser als der Ferrari.“ In der Weltmeisterschaft konnte Alonso bis auf zwei Punkte auf seinen Teamkollegen Lewis Hamilton aufschließen. Der WM-Spitzenreiter blieb auf Rang neun zum ersten Mal in dieser Saison ohne Punkte.

Diskussionen nach dem Rennen

„Ich hatte einen Reifensatz erwischt, der unglaublich vibriert hatte“, klagte Massa. „Damit gelang es mir nicht, eine gute Pace zu finden.“ Der Brasilianer und der Spanier trugen unmittelbar vor der Siegerehrung noch ein hitziges Wortgefecht wegen des Überholvorgangs aus. „Ich will eigentlich nur, dass in so einer Situation die Regeln des Sports akzeptiert werden. Wenn sich Alonso darüber aufregt, ist das nicht mein Problem.“ Massa hatte einen guten Start, bei dem er neben Alonso auch fast noch seinen Teamkollegen Kimin Räikkönen überholen konnte. „Aber der Regen war unfassbar. Sehr schwierig alles. Im Trockenen dann hatte ich alles mit einem schönen Speed unter Kontrolle.“ Räikkönen dagegen rollte kurz nach Halbzeit mit einem Hydraulikdefekt aus.

Hinter Alonso und Massa holte Mark Webber das zweite Podestergebnis für Red Bull nach David Coulthards drittem Platz in Monaco im vergangenen Jahr. „Das Team hat dieses Ergebnis so sehr verdient“, meinte der Australier. „Aber wie schnell die Strecke nach der ersten Runde unter Wasser stand, war absolut phänomenal.“ Hinter Webber komplettierten Alexander Wurz im Williams, Coulthard, Heidfeld, Kubica und Kovalainen die Punkteränge.

Regen sorgt für Chaos

Es war der aufregendste Grand Prix seit dem Großen Preis von Brasilien 2003. Allein die erste Runde bot Stoff für eine halbe Saison. In der Mercedes-Arena stieß Nick Heidfeld seinen Teamkollegen Robert Kubica in einen Dreher. Lewis Hamilton von Startplatz zehn aus gestartet, lag da schon sensationell auf Rang vier, bevor er durch einen Reifenschaden wieder an das Ende des Feldes durchgereicht wurde. Regen nach der ersten Runde stellte das Klassement dann erneut auf den Kopf.

Besonders in der ersten Spitzkehre, die aus Höchstgeschwindigkeit angebremst wird, gab es kein Halten: Als Ersten erwischte es Jenson Button. Dann schoss Hamilton geradeaus, der Sekundenbruchteile später von Winkelhocks Teamkollegen Adrian Sutil nur knapp verfehlt wurde. Anschließend flog auch der Toro Rosso von Scott Speed heraus, gefolgt von Williams-Pilot Nico Rosberg. Speeds Teamkollege Tonio Liuzzi leistete sich den spektakulärsten Abgang, als er in der gleichen Ecke das Safety Car von Bernd Mayländer um knapp einen Meter verfehlte und dann auch noch leicht gegen einen Bagger stieß, der gerade mit dem Abtransport von Hamiltons Auto beschäftigt war.

Mit einsetzendem Regen war schnell klar, dass nur ein Wechsel auf profilierte Reifen eine Lösung brachte. Doch Kimi Räikkönen, der von der Pole Position die Spitze übernahm, rutschte in der Boxeneinfahrt geradeaus auf die Strecke zurück und musste einen weiteren Umlauf auf Trockenreifen zurücklegen.

Winkelhock sammelt Führungskilometer

Die ganz große Show bot indes Markus Winkelhock. Der Grand Prix-Debütant, ohnehin nur für den letzten Startplatz qualifiziert, steuerte in der Einführungsrunde seine Box an. Der Coup von Winkelhock und seinem Spyker-Team ging voll auf: Noch während der ersten Rennrunde entwickelte sich aus feinem Nieseln ein heftiger Gewitterguss. Dadurch konnte der 27-jährige Waiblinger bei seinem ersten Formel 1-Rennen Grand Prix-Geschichte schreiben. Keinem Fahrer ist es zuvor je gelungen, bei seinem Debüt vom letzten Startplatz innerhalb der ersten Runde bis zur Spitze vorzudringen. Winkelhock übernahm die Führung, da er bereits auf Intermediate-Reifen gewechselt hatte. Nach zwei Runden führte Winkelhock sensationell mit 19,2 Sekunden.

Dass Winkelhock nach der Unterbrechung schnell sieben Plätze nach hinten rutschte und in der 14. Runde mit technischem Defekt ausfiel, schmälert seine Leistung ebenso wenig wie das Glücksgefühl, das er mit seiner feinen Fahrt den 134.000 Zuschauern am Nürburgring beschert hatte.

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