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GP Japan

McLaren schlägt zurück

Foto: dpa

Update + + Nach einer Ferrari-Demonstration am Vormittag schlug McLaren-Mercedes in der zweiten Trainingssitzung zurück. Lewis Hamilton markierte mit 1.18,734 die Bestzeit vor seinem Teamkollegen Fernando Alonso.

28.09.2007 Michael Schmidt Powered by

Hamilton freundete sich schnell mit der neuen Strecke an: „Ich habe ja Erfahrung mit neuen Strecken. Es ist für mich schon die vierte in diesem Jahr.“ Felipe Massa kam nur auf 1.19,483 und war damit um 0,3 Sekunden langsamer als Kimi Räikkönen, der Schnellste des im Morgentrainings. Die Ferrari-Fahrer klagten über ein Problem, das sie schon seit Saisonbeginn verfolgt. „Wir sind in der ersten Runde zu langsam“, schimpfte Massa. Mit den Dauerläufen war der Brasilianer zufrieden. Auf der weicheren Reifenmischung fuhr er konstant tiefe 1.20er und hohe 1.19er Zeiten und lag damit im Bereich der McLaren.

Strecke wird besser für McLaren

Die Silberpfeile profitierten am Nachmittag davon,dass immer mehr Gummi auf die Ideallinie kam. „Wir haben in diesem Jahrschon öfter erlebt, dass uns Ferrari auf einer grünen Strecke überlegen ist“, erklärte Mercedes-Sportchef Norbert Haug die Ferrari-Show vom Morgen. Eine Setup-Änderung löste die Traktionsprobleme, die McLaren am Vormittag gebremst hatten. „Außerdem haben unsere Fahrer weniger über Untersteuern geklagt“, verriet McLaren-Direktor Martin Whitmarsh. Der neue Frontflügel hat sich laut Whitmarsh bewährt: „Wir haben schon letzte Woche beim Test in Jerez gemerkt, dass dieses Flügelkonzept der richtige Weg ist. Wir können damitkonstantere Rundenzeiten fahren.“

DiePositionen 10 und 15 für Robert Kubica und Nick Heidfeldzeigen es zwar nicht, doch BMW ist wieder mal dritte Kraft im Feld. Kubica und Heidfeld glauben sogar, dass sie diesmal näher an Ferrari dran sind als bei den letzten Rennen. In den Dauerläufen fehlten im Schnitt nur zwei Zehntel auf die roten Autos, während der Vorsprung auf die Renault von zwei auf vier Zehntel anwuchs. Heidfeld schaffte nur deshalb keine besseren Rundenzeiten, weil er seinen letzten Versuch auf weichen Reifen wegen Problemen mit dem Getriebe abbrechen musste. Das Getriebe wird für das Samstagstraining getauscht.

Weiche Reifen erste Wahl

Die Reifenwahl ist diesmal einfach. Der weiche Reifen ist in der ersten Runde um drei bis vier Zehntel Sekunde schneller und er baut auch über die Distanz nicht stärker ab als die härtere Variante. „Der harte Reifen ist zu hart“, urteilte Williams-Technikchef Sam Michael. Die Reifen können das Rennen trotzdem entscheiden. Die lang gezogenen schnellen Rechtskurven und die vielen langsamen Ecken strapazieren die Reifen auf der linken Seite. Wer mit zu wenig Abtrieb fährt, riskiert starken Gripverlust über längere Distanzen. Das wirkt sich in Fuji deshalb so stark auf die Rundenzeit aus, weil die Fahrer in die Kurven hineinbremsen. „Wenn man gerade auf eine Kurve zubremst, dann kosten dich nachlassende Reifen nicht soviel Zeit als wenn du beim Bremsen gleichzeitig einlenkst. Da rutscht das Auto noch mehr“, erklärt Heikki Kovalainen, der das zweite Training als Siebter abschloss. Allerdings mit nur 30 Kilogramm Sprit im Tank. Die anderen Fahrer in den Top Ten erzielten ihre Zeiten mit 50 Kilo Benzin und mehr.

Als man bei Renault hörte, dass Nico Rosberg am Samstag den Motor tauschen muss und deshalb um zehn Startplätze zurückfällt, brach im Lager der Titelverteidiger Jubel aus. Das zeigt, dass man doch noch Angst hat, Williams könnte Renault in der Teamwertung noch einholen. DerUnterschied beträgt nur elf Punkte. Teamchef Flavio Briatore spielt die Gefahr herunter: „Damit Williams elf Punkte holt, müssen Ferrari, McLaren und BMW ausfallen. Und dann wären immer noch wir da.“

Williams mit Problemen

Bei Williams musste man eine der Modifikationen am Auto wieder einpacken. Mit den verkleideten Vorderrädern trat ein Problem auf, dass die Reifenwechsel im Rennen zum Risiko gemacht hätte. „Wir können das Problem vor Ort nicht lösen“, gibt Technikchef Sam Michael zu. „Aber in Shanghai treten wir mit den verkleideten Rädern an.“ Die anderen Modifikationen (Zusatzflügel auf der Motorabdeckung, neueVerkleidung vor den Hinterrädern) erwiesen sich als Erfolg. Rosberg und Wurz urteilten im Einklang: „Ein Schritt nach vorne.“ Wegen der Strafversetzung von Rosberg liegt die Verantwortung jetzt auf Wurz, wenigstens einen Williams unter die Top Ten zu bringen. „Es wird wie immer eine enge Kiste“, glaubt der Österreicher, der mit 1.20,233 auf Rang zwölf landete. Mit der Rennsimulationen war Wurz zufrieden: „Wir waren heute schwer unterwegs, und die Zeiten sind trotzdem gut. Wir sind bei der Musik.“

Sebastian Vettel gefällt die Strecke von Fuji. „Vor allem der langsame Teil ist sehr anspruchsvoll. Es geht steil bergauf, die Straße ist breit, und es ist schwierig, den Scheitelpunkt zu treffen. Wenn du da keine Traktion hast, bist du verloren.“ Vettel fuhr nach dem Elektrikschaden am Morgen im zweiten Training mit 1.20,997 Minuten auf Platz 19 fast die gleiche Zeit wie Teamkollege Vitantonio Liuzzi einen Platz vor ihm. „Am Morgen konnte ich leider nur 20 Minuten fahren. Ich musste fast das ganze Programm in den Nachmittag packen.“ ToroRosso muss in den letzten drei Rennen aufpassen, nicht noch von Spyker überholt zu werden. Adrian Sutils 16. Platz mit 1.20,765 Minuten war ein Fingerzeig dafür, dass seine exzellente Vorstellung in Spa keine Eintagsfliege bleibt.

ToroRossos großer Bruder Red Bull gab das Experiment, mit Monza-Flügeln anzutreten, nach der ersten Trainingssitzung auf. Mark Webber war auf der Geraden zwar 20 km/h schneller als der Rest, doch der Reifenverschleiß sprach gegen den Plan, die Konkurrenz mit wenig Abtrieb auszutricksen.

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