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GP Kanada

Safety-Car hat Tradition

Foto: dpa 46 Bilder

Ein Grand Prix in Montreal ohne Safety-Car-Phase gehört zu den Seltenheiten im Formel 1-Sport. Auch dieses Jahr deuten die Wetterprognosen ein arbeitsreiches Wochenende für den Safety-Car-Piloten Bernd Mayländer an.

06.06.2008 Michael Schmidt Powered by

Wechselhaft, Regen nicht ausgeschlossen - so sagen es die Meteorologen für Samstag und Sonntag (7./8. Juni) voraus. Damit könnte auch der 30. Auftritt der Formel 1 auf der Ile de Notre Dame in das gewohnte Chaos-Schema passen. Der GP Kanada wird seinem Ruf, turbulente Rennen zu produzieren, mit schöner Regelmäßigkeit gerecht. Das Problem auf dem Straßenkurs von Montreal ist ähnlich wie in Monte Carlo. Wenn es kracht, dann ist mangels Platz schnell die Strecke blockiert. Deshalb greift die Rennleitung hier besonders schnell zum Mittel der Neutralisation.

Tank-Lotterie im Vorjahr

Im letzten Jahr rückte das Safety-Car gleich vier Mal aus. Es gab Profiteure und Verlierer und auch einige, die einfach nur Glück hatten, nicht gerade tanken zu müssen, wenn das Safety-Car auf die Strecke ging. Fernando Alonso und Nico Rosberg mussten trotz Verbot tanken und wurden später zu einem Strafstopp verdonnert. Damit war ihr Rennen gelaufen. Felipe Massa und Giancarlo Fisichella passten in der Hektik nicht auf und übersahen an der Boxenausfahrt die rote Ampel. Sie wurden umgehend disqualifiziert.

Wegen der latenten Safety-Car-Gefahr in Montreal spreizen die Teams ihre Strategien extremer als sonst. Der Fahrer, der im zweiten Qualifikationsabschnitt der schnellere ist, darf entscheiden, ob er lieber mit wenig Benzin an Bord von vorne attackiert oder lieber konservativ mit viel Sprit im Tank auf seine Chance wartet, bei einem Safety-Car dafür aber mehr Spielraum hat. Wer etwas zu verlieren hat, der wird in der Regel zwei bis drei Runden vor dem geplanten Tankstopp an die Boxen kommen. So läuft er bei einer Safety-Car-Phase nicht Gefahr, zu einem "illegalen" Tankstopp gezwungen zu sein.

Profiteure des umstrittenen Systems

Für die kleinen Teams ist die stark kritisierte Safety-Car-Regel ein Segen. "Sie werden nie zustimmen, dass wir zurück zum alten System gehen", wirft Renault-Chefingenieur Pat Symonds ein. "Wer hinten liegt, hat nichts zu verlieren, dafür alles zu gewinnen. Wenn das Safety-Car einmal zu einem für ihn ungünstigen Moment kommen sollte, dann ist der Letzte immer noch Letzter." Doch selbst ein Team wie Renault braucht heute das Rennglück, um auf das Podest zu fahren. "Ein verrücktes Rennen mit vielen Safety-Car-Phasen ist unsere einzige Hoffnung weiter vorne mitzumischen", gibt Fernando Alonso zu. "Normalerweise sind wir hinter Ferrari, McLaren und BMW bestenfalls die vierte Kraft."

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