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Unfall-Forschungs-Skulptur Graham

Hässlicher Mensch, der jeden Crash überlebt

TAC Project Graham Foto: TAC 13 Bilder

Die australische Verkehrssicherheitsbehörde hat überlegt, wie der menschliche Körper gebaut sein müsste, damit er Autounfälle möglichst gut übersteht – und einen solchen Menschen geschaffen. Der Traumkörper sieht anders aus.

22.07.2016 Gerd Stegmaier 2 Kommentare

Graham, so der Name des Unfallmenschen, ist nämlich, mit Verlaub, fürchterlich hässlich: Ein schrecklicher Wasserkopf mit eingewachsenen Ohren sitzt auf einem Körper ohne Hals mit Rippen wie implaniterte Stoßstangen.

Wie gut, dass Unfälle keinen Einfluss auf die Evolution hatten. Der Mensch hat es auch so weit gebracht. Seine geistige Entwicklung war so rasant, dass er Dinge erdacht hat, die zu schnell für ihn sein können, zu große Kräfte für ihn entwickeln und ihn umbringen können.

TAC Project Graham Foto: TAC
Grahams Schädel hat quasi eine Helmpolsterung integriert.
TAC Project Graham Foto: TAC
Zwischen den Rippen sitzen Luftsäcke - Airbags im Körper.

Unfallforschung – Technik ist stärker als unser Körper

Geschwindigkeiten, die er aus eigener Körperkraft erreichen kann, stellen kein lebensbedrohendes Problem für ihn dar, auch wenn mal was schief geht. Selbst wenn er im Vollsprint gegen ein unnachgiebiges Hindernis rennt, kann er das in der Regel überstehen. Mit 36 km/h gegen eine Mauer – klingt schauderhaft, ist der Mensch aber in der Lage zu überleben, sagt der Chef der australischen Verkehrssicherheitsbehörde TAC (Transport Accident Commission) Joe Calafiore.

TAC Project Graham Foto: TAC
Strukturen, die an Bauscham erinnern, sitzen unter seiner Gesichtshaut und sollen wie Knautschzonen wirken.

Aber im Straßenverkehr sind Geschwindigkeiten und Kräfte deutlich höher. Darum sterben Menschen bei Verkehrsunfällen. In Deutschland waren es letztes Jahr 3.475.

Das vergessen die meisten aber auch, wenn sie selbst im Auto sitzen. Darum haben sich die Australier überlegt, was sie jenseits traditioneller Straßensicherheitskampagnen tun können, um unser Bewusstsein zu schärfen, dass wir mehr zur Verhinderung von Unfällen tun müssen. Heraus kam „Graham“, ein Mensch, wie er aussehen könnte, wenn die Überlebensfähigkeit in Unfällen jahrtausendelang unsere Evolution beeinflusst hätte.

Künstlerin, Unfallexperte und Chirurg schaffen Graham

Dazu haben sie den Unfallchirurgen Christian Kenfield vom Royal Melbourne Hospital sowie den Sachverständigen für Verkehrsunfälle, David Logan von der Monash University in Melbourne, zusammengebracht. Die beiden Experten gaben der Künstlerin Patricia Piccinni Hinweise, wie das lebensgroße Modell „Graham“ aussehen sollte.

An sich mutet ein solches Vorgehen ja widersinnig an, denn der menschliche Körper entwickelt sich ja eben nicht durch Selektion in Verkehrsunfällen. Aber Graham ist jetzt Teil einer Ausstellung, die uns an unsere Verletzlichkeit erinnern soll, und das könnte funktionieren. Denn seine Deformationen wirken ähnlich heftig wie die mancher Unfallopfer, obwohl Graham ja so designt ist, dass er Unfälle überleben können soll.

Was ihm die Forscher mitgegeben haben, sehen Sie in unserer Bildergalerie.

Neuester Kommentar

Weil er nicht einem Clooney ähnelt ist er hässlich? Der Anblick ist vielleicht gewöhnungsbedürftig, hat eine andere Körperstruktur und ist ein für das Auto geschaffener Körper, mit dem man überleben kann.

Yogui 23. Juli 2016, 16:51 Uhr
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