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Grand Prix-Strecke Hockenheim (3)

Foto: 14 Bilder

Vorbei an der Ameisenkurve geht es auf den Grand Prix-Kurs – mit seinen langen Geraden, der engen Spitzkehre und dem Geschlängel in der Mercedes-Arena

07.01.2007 Powered by

Bereits die erste Kurve des weitläufigen Grand Prix-Kurses, die  Einfahrt Parabolica, hat es in sich. Besser gesagt ihr Bremspunkt. Denn nach der relativ langen Geraden hinter der Südkurve verschätzt man sich allzu leicht. Zumal der enge Rechtsknick nicht optimal einzusehen ist und sich somit die Anpassung der Geschwindigkeit schwierig gestaltet. Es bedarf wohl keiner weiteren Ausführungen, dass die Kurve weit links außen angefahren wird. Der Absetzpunkt liegt kurz vor dem Ende des linken Curbs. Schwierig zeigt sich hingegen das genaue Anvisieren des Scheitelpunkts. Denn der liegt sehr spät in der Kurve, durchaus um einiges weiter hinten, als man ihn vermuten würde. Wer die Rechts mit zu hoher Geschwindigkeit angeht oder zu früh nach innen lenkt, läuft Gefahr, am Kurvenausgang zu weit nach außen getragen zu werden. Kein optimaler Ausgangspunkt für den folgenden Linksbogen. Auf den Punkt gebracht: Ausgangs des engen Knicks nur bis etwa Mitte der Fahrbahn treiben lassen, um bereits optimal durch den schnellen Linksbogen beschleunigen zu können. Das Auto dort mit viel Gefühl „laufen“ lassen. Achtung auch beim Umsetzen in den Linksknick, denn gerade in diesem Moment ist ein Schaltvorgang notwendig. Mit dem SMG gestaltet sich dies natürlich deutlich einfacher als mit einem herkömmlichen Getriebe.

Jetzt ist Power gefragt. Mit möglichst viel Schwung und dem Ausnützen aller Leistungsresourcen geht es auf der langen Geraden in Richtung Spitzkehre – ein weiterer Bremsen mordender Abschnitt. Nach dem schnellen Linksbogen orientiert man sich auf die linke Seite der Strecke und bereitet sich schon mal auf ein optimales und hartes Bremsmanöver vor. Dabei sind Lenkkorrekturen natürlich zu vermeiden, da sie nur unnötige Unruhe ins Autro bringen. Viel Fahrspaß verspricht die enge Spitzkehre naturgemäß zwar nicht, aber sie bietet eine gute Möglichkeit, Konkurrenten auszubremsen. Im Optimalfall empfiehlt es sich, lange außen zu bleiben, um den Bogen so groß wie möglich zu gestalten. Wer zu hart einlenkt, provoziert ein Untersteuern und verliert wertvolle Zeit. Weiches und gefühlvolles Handeln am Volant lautet demnach die Devise. In dieser Zweite-Gang-Passage können die inneren Curbs getrost etwas mit in die Ideallinie einbezogen werden. Lieber etwas später einlenken, um die Lenkung früher öffnen zu können. Denn ein frühes Öffnen der Lenkung gewährleistet auch einen frühen Gaseinsatz. Und der ist hier immens wichtig, schließlich folgt nach diesem langsamsten Teil der Strecke wieder eine lange Gerade. Im Renngeschehen hat sich leider eingebürgert, dass der Sturzraum nach der Spitzkehre mit in die Linie einbezogen wird. Eine Unart, die den Sinn der Auslaufzone ad absurdum führt.

Nach der bislang eher etwas digitalen Streckenführung des Grand Prix-Kurses wird es in der Mercedes-Arena nun schon deutlich anspruchsvoller. Bereits die Einfahrt erfordert ein gutes Quantum an Mut. Denn der schnelle Vierte-Gang-Bogen geht nahezu voll – zumindest mit dem BMW M3 CSL. An dieser Schlüsselstelle empfiehlt es sich ebenfalls, frühes Einlenken zu vermeiden, sonst wird man am Kurvenausgang sehr spät sehr weit nach außen getragen. Das erschwert das Umsetzen an den rechten Fahrbahnrand, was zwingend notwendig ist, um den folgenden Linksknick optimal anzupeilen. Wer sich also früh an den rechten Curb orientiert, hat noch ausreichen Zeit, das Auto in einer geraden Linie zu verzögern. Im Fall des M3 ist diese Passage in der Mercedes-Arena im dritten Gang zu meis-tern. Der Absetzpunkt geht mit dem Beginn der rechten Curbs einher. Die inneren Abweiser werden mit Schleppgas überfahren. Danach wird sukzessive beschleunigt. Die Ausfahrt aus diesem Kurvengeschlängel zeigt sich ähnlich wie die Einfahrt: Nicht zu weit nach außen tragen lassen. Schließlich muss für die folgende Rechts schleunigst ganz nach links umgesetzt werden. Durch die Weitläufigkeit der Auslaufzonen gestaltet sich die optimale Linienführung äußerst schwierig, da die Anhaltspunkte fehlen. Es sind also schon einige Runden notwendig, um sich den perfekten Absetzpunkt zu verinnerlichen. Der lang gezogene Rechtsbogen wird unter weichem Gaseinsatz genommen. An dieser Stelle neigen Hecktriebler leicht zum Übersteuern. Es ist also Vorsicht geboten. Am Kurvenausgang ganz sanft bis auf die Curbs hinaustreiben lassen – natürlich nur bei Trockenheit! Im vierten Gang geht es nun wieder in Richtung Motodrom zurück. Das heißt: Ganz nahe an die linken Reifenstapel heran, um die Strecke vor dem schnellen Rechtsbogen voll auszunutzen. Achtung: Im Gegensatz zum Kleinen Kurs erfordert der Rechtsbogen ins Motodrom nun ein kurzes Bremsmanöver.

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