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AdBlue-Tanks

Größe der Harnstofftanks variieren überraschend stark

Maserati Ghibli, AdBlue Foto: Arturo Rivas

Die Ausweitung des Dieselskandals und die stark ungleichen Schadstoffemissionen von Dieselmodellen haben offengelegt, dass die Autohersteller die Abgasnachbehandlung sehr unterschiedlich auslegen und einsetzen. Einige Hersteller nutzen die gesetzlichen Regelungen stark aus, die das Abschalten der Abgasreinigung tolerieren, wenn ansonsten Motorschäden drohen.

09.06.2016 auto motor und sport 3 Kommentare
Mercedes E-Klasse mit dem größten Harnstofftank

Die verschieden großen Tanks für den Zusatz AdBlue, den das SCR-System für die Abgasreinigung benötigt, legen aber die Vermutung nahe, dass die Hersteller die temporäre Abschaltung sogar einkalkulieren.

auto motor und sport hat die Größe der AdBlue-Tanks von Dieselmodellen verglichen und dabei auffallend große Unterschiede festgestellt. So weist beispielsweise die neue Mercedes E-Klasse, die bei NOx-Messungen von auto„nbsp‟motor„nbsp‟und„nbsp‟sport sogar die strengen Euro-6-Normen unterboten hat, mit „5,5 Litern einen großen Tank auf. Der in die Kritik geratene Opel Zafira dagegen verfügt über einen nur sehr kleinen AdBlue-Tank.

Opel Insignia mit sehr kleinem Harnstofftank

Sehr üppig mit AdBlue-Vorräten ausgestattet sind außerdem die Mercedes-Modelle GLS („‟,7 Liter) und GLE („‟ Liter), der Jeep Grand Cherokee („0 Liter), der A‟ von Audi („7 Liter), und der Porsche Macan (‟„,‟ Liter). Letzterer fiel dennoch bei den Messungen des Bundesverkehrsministeriums negativ auf.

Der Opel Zafira muss jedoch – wie auch die Opel-Modelle Cascada und Insignia – mit einem „-Liter-Tank auskommen. Opel steht im Verdacht, die Abgasreinigung besonders häufig abzuschalten. Aber auch andere Fahrzeuge haben auffallend kleine AdBlue-Tanks, zum Beispiel die VW-Modelle Caddy (9 Liter) und Touran (11 Liter), der Skoda Yeti (‟,5 Liter) und die S-Klasse von Mercedes als Hybrid-Version „00 h (‟ Liter).

Zwar hängt der Verbrauch des Harnstoff-Wasser-Gemischs stark von Fahrverhalten, Motorisierung und Auto ab, beispielsweise davon, ob der SCR-Kat in einem Dieselhybrid oder in Kombination mit einem NOx-Speicherkat arbeitet. Dennoch ist es verwunderlich, dass die Größe der AdBlue-Tanks bei Modellen mit SCR-System so stark variiert. Es stellt sich die Frage, wie bei AdBlue-Vorräten von zehn Litern und weniger die angekündigten Reichweiten von bis zu 10.000 Kilometern erreicht werden sollen? Ein Grund könnte sein, dass viele Hersteller den AdBlue-Verbrauch auf Basis der theoretischen Verbrauchswerte nach NEFZ kalkuliert haben. Der reale Sprit-, und damit auch der AdBlue-Verbrauch, weichen teils aber stark vom Normzyklus ab.

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Ich könnte mir vorstellen, dass die Tankgröße viel damit zu tun hat, ob der entsprechende Bauraum schon während der Konstruktion des Fahrzeugs berücksichtigt wurde oder nicht. Bei Modellen, die bei ihrem Debut lediglich mit Euro 5 ohne SCR-Kat erschienen sind, ist es wahrscheinlich ungleich schwieriger, nachträglich noch einen nennenswert großen Tank hineinzuquetschen, ohne den Lade- oder Innenraum zu beschneiden. Bei moderneren Konstruktionen hatte man dagegen von Beginn an die Möglichkeit, sich frühzeitig Gedanken über den Verbleib von ausreichend AdBlue zu machen.

Nichtsdestotrotz, ein Auffüllen alle paar tausend sollte doch kein Beinbruch sein? Der Durchschnittsfahrer fährt doch nach meiner Erinnerung eh keine 13.000km im Jahr (okay, bei ausschließlicher Betrachtung von Dieselmodellen vielleicht etwas mehr), da sollte das nicht in übertrieben hohe Arbeitslast ausarten...

alexg 10. Juni 2016, 19:59 Uhr
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