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GTE-Klasse 24h-Rennen Le Mans 2013

Hoffen und Bangen bei Porsche

Porsche 911 RSR, GTE-Klasse, 24h-Rennen LeMans 2013 Foto: Michel JAMIN / ACO 16 Bilder

Wer mit einem GTE-Rennwagen nach Le Mans kommt, der überhaupt erst seit wenigen Monaten fährt, hat immer ein paar Sorgen. Das gilt auch für das Porsche-Werksteam, dass unter der Leitung von Olaf Manthey mit zwei brandneuen 911 RSR an den Start geht. Teamchef Manthey erklärt im Exklusiv-Gespräch mit sport auto die Lage vor dem 24h-Rennen.

19.06.2013 Marcus Schurig Powered by

Manthey ist sich der Risiken und Fragezeichen, die hinter dem Einsatz eines neuen Autos in Le Mans stehen, durchaus bewusst, aber er bleibt positiv, und zwar aus Überzeugung: „Wir hatten in den ersten beiden Rennen zur Sportwagen-WM in Silverstone und Spa gemischte Resultate und Erfahrungen, aber wir haben daraus gelernt und einige Verbesserungen vorgenommen.“ Natürlich ist sich Manthey bewusst, dass die Gegner beim 24h-Rennen in Le Mans schwere Kaliber sind. „Ich habe großen Respekt besonders vor Corvette, Ferrari und Aston Martin, denn sie kennen Le Mans in- und auswendig.“

Wetter bereitet Porsche-Werksteam keine Sorgen

Nichtsdestotrotz gibt es mehr als einen Silberstreif am Horizont für das Porsche-Werksteam: „Der Vortest vor anderthalb Wochen lief recht gut für uns. Wir konnten wettbewerbsfähige Zeiten im Regen und bei Mischbedingungen vorlegen, dazu haben wir Setup-mäßig viel gelernt und sind zumindest für diese Wettbewerbsbedingungen gut sortiert.“ Das dürfte ein Vorteil sein, denn die Wetterprognosen sagen fürs Rennwochenende kühle Temperaturen und viel Regen voraus - also genau so wie beim Vortest.

Standfestigkeit statt maximale Performance

Seit dem Vortest wurde weiter an der Standfestigkeit einiger Bauteile getüftelt. „Aber wir hatten wegen des engen Zeitplans logischerweise keine Chance mehr, weitere Performance-Tests durchzuführen. Die Aufgabenstellung lautet jetzt vielmehr, die maximale Performance aus dem bestehenden Paket heraus zu kitzeln, und da haben wir beim Vortest einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht“, so Manthey.
 
Der Mann mit dem Schnauzbart ist sich aber auch bewusst, dass Porsche nicht unbedingt der Top-Favorit für den Sieg in der GTE-Pro-Klasse ist. „Ich hoffe, dass wir den Speed haben, um an der Spitze mit zu schwimmen. Wenn es regnen sollte, dann ist das Rennen ziemlich offen. Bei trockenen Bedingungen wird die Aufgabenstellung schwieriger, denn Ferrari und Corvette werden ganz sicher sehr schnell sein. Und die Aston Martin haben eine so gute Einstufung erhalten, dass wir alle glauben, dass sie unter Umständen das Tempo an der Spitze diktieren und kontrollieren können, und gleichzeitig noch ein wenig Luft nach oben haben.“

Die Fahrbarkeit des Porsche 911 RSR ist auch nach Einschätzung der Piloten mittlerweile auf ordentlichem Niveau. „Wir haben einen guten Kompromiss zwischen Abtrieb und Topspeed gefunden“, hält Manthey fest. „Wir haben genug Abtrieb, um in den schnellen Abschnitten wie den Porsche-Kurven schnell zu sein, und die Topspeedwerte scheinen auch im grünen Bereich zu sein. Da muss man der Aero-Abteilung bei Porsche mal ein großes Kompliment machen.“

GT-Langstreckenrennen im Sprintmodus

Ein Fragezeichen steht ganz generell noch hinter dem Thema Reifen und Reifenmanagement: Insgeheim besteht die Befürchtung, dass die Fahrer zu Beginn eines Doppelstints zu stark pushen könnten - dann kämen Graining und ein sehr großer Drop bei der Rundenzeit. Das Ziel ist aber eine mehr oder weniger lineare Rundenzeitenentwicklung über den Doppelstint, der Pflicht in der GTE-Klasse ist. Der Verbrauch ist bei Porsche kein Thema: „Ich denke, alle GTE-Teams werden 13 oder 14 Runden fahren“, so Manthey. Bleibt noch die Frage nach der Zuverlässigkeit: Hinter jedem neuen GTE-Auto steht beim allerersten Einsatz über die Ultradistanz in Le Mans ein Fragezeichen, das liegt in der Natur der Sache. „Es wäre eine großartige Leistung, wenn wir bei so einem Langstreckenrennen im Sprintmodus von allen Problemen verschont blieben“, sagt Manthey. Er glaubt, dass die meisten Wettbewerber in der GTE-Klasse einigermaßen eng beieinander liegen - mit Ausnahme von Aston Martin. „Aber auch für Aston wird es ein Sprintrennen werden, dass man erst einmal fehlerfrei fahren muss.“

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