GTI-Treffen 2008 - VW-Spitzenmanager tritt locker auf

Attacke mit neuer, lockerer VW Golf-Familie

Für einen frischeren Markenauftritt springen VW-Spitzenmanager schon mal über ihren Schatten, wie beim GTI-Treffen am Wörthersee zu erleben war. Konzernchef Martin Winterkorn kam in Jeans und Lederjacke, und Technikvorstand Ulrich Hackenberg chauffierte eine heiße Blondine aus der Heidi-Klum-Show "Germany’s next Topmodel" auf die Bühne.

Für einen frischeren Markenauftritt springen VW-Spitzenmanager schon mal über ihren Schatten, wie beim GTI-Treffen am Wörthersee zu erleben war. Konzernchef Martin Winterkorn kam in Jeans und Lederjacke, und Technikvorstand Ulrich Hackenberg chauffierte eine heiße Blondine aus der Heidi-Klum-Show "Germany’s next Topmodel" auf die Bühne. Selbst der nicht gerade als Ausbund an Temperament bekannte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch wippte im Rhythmus des Sprechgesangs der Fantastischen Vier, die als neue "Markenbotschafter" fungieren. Der Auftritt war Teil einer großen Modell- und Technikoffensive.

Das fand auf dem VW Golf GTI-Treffen statt

"Volkswagen ist die Volumenmarke, die für Innovation und Ingenieurskunst steht", bekräftigt Winterkorn. "Wir wollen kräftig wachsen und eine große Zahl neuer Modelle auf den Markt bringen. Aber jedes Auto muss sich rechnen und seine Renditeziele erfüllen." Als Erstes bekommt im Herbst der Golf einen Nachfolger - zunächst in Form des GTI mit neuem Zweiliter-TFSI der EA 888-Baureihe.

Neuer Golf auch als Cabrio

Der Golf VI basiert zwar auf den wichtigsten Modulen des Vorgängers, soll aber in puncto Qualität und Nutzwert deutlich zulegen. Bei marginal verändertem Karosserie-Rohbau wirkt das Exterieur dank intensiver Detailarbeit wieder schnörkellos, sauber und zeitlos- konservativ - genau so, wie Golf- Fahrer dies mögen. Mit über einem Jahr Abstand folgt ein emotionsgeladenes Derivat: das Golf Cabrio.

Vorweggenommen wird es durch eine Roadster-Studie, die bereits im November 2008 auf der Los Angeles Autoshow debütiert. Serienchancen hat dieser rassige Zweisitzer mit niedrigerer Frontscheibe und abgedecktem hinterem Wagenteil allerdings nur wenige. Das künftige Cabrio bietet vier vollwertige Sitzplätze und teilt sich die Verdeckkonstruktion mit dem offenen Audi A3; entwickelt wurde sie gemeinsam mit Edscha. Damit ist die ursprüngliche Idee, ein von Karmann konstruiertes Softtop mit einem besseren Zugang zum Kofferraum einzusetzen, aus Kostengründen vom Tisch.

Start-Stopp-System ab 2009

Die Technik unterm Blech des Golf - von den Designern "Unterwäsche" genannt - nutzt bekannte Baugruppen, wird aber teilweise aktualisiert. Es geht vor allem um eine bessere Akustik, mehr Sicherheit und Komfort bei deutlich weniger Verbrauch.

Dafür gelangen neue Motoren zum Einsatz: Common-Rail-Diesel mit 1,6 und zwei Liter Hubraum sowie aufgeladene DI-Benziner von 1,2 bis zwei Liter. Eine VR6-Version für den Golf - etwa als R32 - ist noch nicht positiv entschieden, denn VW setzt zunehmend auf kleine, sparsame und dennoch leistungsstarke Aggregate. Dazu gesellen sich schnell schaltende, komfortverbessernde Doppelkupplungsgetriebe sowie ab 2009 ein Startstopp-System via Ritzelstarter für den Golf. Wahlweise werden Vorder- und Allradantrieb angeboten; zudem soll es eine Elektro-Version und eine Hybrid-Variante geben.

Cross-Derivate werden bis Mitte 2010 aufgefrischt

Golf Plus und Touran samt ihrer Cross-Derivate werden bis Mitte 2010 aufgefrischt. Aufbauend auf dem Steilheckmodell arbeitet Chefgestalter Walter de Silva derzeit am neuen Jetta. Dieses in Mexiko und künftig auch in China gefertigte Stufenheckauto soll sich äußerlich viel stärker vom Golf unterscheiden als heute und endlich als eigenständiges Fahrzeug durchgehen. Debütieren wird es 2010 in stark abgespeckter Form als preisgünstiges Angebot in den USA (New Compact Sedan) und in China; anschließend kommt eine besser ausgestattete Variante nach Europa. Anders der nächste New Beetle, der beim preiswerten Technik-Unterbau des einstigen Golf IV bleiben soll und die Verbundlenker-Hinterachse behält. Das Auto wird in tradiertem, behutsam weiterentwickeltem Design erst Anfang 2012 auf den Markt rollen - als Limousine und später auch als Roadster.

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Eberhard Kittler

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