Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Gute Feinde

die Hassduelle der Formel 1

Foto: Wilhelm, Reinhard, LAT, Best Image 12 Bilder

Die Fahrgemeinschaft Fernando Alonso und Lewis Hamilton hielt
nur ein Jahr. Das gescheiterte Dreamteam von McLaren ist ein
weiteres Beispiel dafür, dass zwei Superstars auf der Lohnliste
mehr Ärger als Freude bringen - die Geschichte der Hassduelle.

21.02.2008 Michael Schmidt Powered by

Formel 1-Weltmeister sind eine eigene Rasse - egoistisch, rücksichtslos, berechnend. Sie schreiben sich ihre Gesetze selbst. Sie schrecken weder vor kleinen noch vor großen Fouls zurück. Sie dulden keine Konkurrenz neben sich. Sie sind Mimosen, wenn es nicht nach Plan läuft. Ganz schlimm wird es, wenn sie in einem Team aufeinandertreffen.

In den letzten 30 Jahren sind Fahrgemeinschaften mit zwei Superstars öfter in die Brüche gegangen, als dass sie funktioniert hätten. Das aktuelle Beispiel ist McLarens gescheiterter Versuch, mit Fernando Alonso und Lewis Hamilton einen zweifachen Weltmeister und den besten Neueinsteiger aller Zeiten zusammenzuspannen. Doch die Geschichte der Hassduelle reicht weit zurück. Ayrton Senna und Alain Prost kamen genauso wenig miteinander aus wie Nelson Piquet und Nigel Mansell. Alan Jones kündigte Carlos Reutemann die Freundschaft. Tragisch endete der Konflikt der Ferrari-Piloten Gilles Villeneuve und Didier Pironi.

Früher waren Autos und Strecken zu gefährlich für schmutzige Tricks

In den 1950er-, 60er- und 70er-Jahren waren die Fahrer eine verschworene Gemeinschaft. Bei aller Rivalität bestimmte Respekt vor dem Gegner das Miteinander. Autos und Rennstrecken waren viel zu gefährlich für schmutzige Tricks. Konflikte wurden hinter verschlossenen Türen ausgetragen. Der Hunger der Medien nach Skandalen hielt sich noch in Grenzen.

So war es möglich, dass Peter Collins 1956 seinem Ferrari-Teamkollegen Juan- Manuel Fangio sein Auto überließ und damit den WM-Titel schenkte. Oder dass der Angestellte Denis Hulme 1967 gegen seinen Chef Jack Brabham Weltmeister werden durfte. Es wäre für Brabham ein Leichtes gewesen, das Duell im WM-Finale in Mexiko zu seinen Gunsten zu steuern.

Dabei haben die Fahrerkombinationen der Vergangenheit durchaus für Zündstoff gesorgt. Jo Siffert und Pedro Rodriguez hatten sich weder als Porsche-Speerspitzen bei den Langstreckenrennen noch als Stallrivalen im Formel 1-Team von B.R.M. viel zu sagen. Aber sie schafften es immerhin, ohne Crash Tür an Tür durch die Eau Rouge-Kurve von Spa zu fahren.

Peterson hielt sich eisern an die Abmachung

Emerson Fittipaldi, der Weltmeister von 1972, hätte allen Grund gehabt, im Jahr darauf seinen neuen Teamkollegen Ronnie Peterson kaltzustellen. Doch die Lotus-Zwillinge arrangierten sich irgendwie. Sie holten 1973 für Lotus zusammen sieben Siege, allerdings verloren sie den Titel an Jackie Stewart. Mario Andretti akzeptierte Peterson 1978 als Teamkollege bei Lotus nur unter der Bedingung, dass der Schwede als Nummer zwei unterschreibt. Peterson, ganz Gentleman, hielt sich eisern an diese Abmachung.

1979 war dann Schluss mit der heilen Welt. Mario Andretti bekam Carlos Reutemann als Teamkollegen - von da an herrschte Eiszeit im Lotus-Camp. Andretti störte, dass Reutemann über seinen Pressemann Peter Windsor in den britischen Zeitungen eindeutig Politik für sich betrieb. Es war das erste dokumentierte Hassduell der Formel 1.

Meistens führten Missverständnisse zum Eklat. Carlos Reutemann ignorierte beim verregneten GP Brasilien 1981 mehrere Boxenbefehle, seinen Teamkollegen Alan Jones vorbeizulassen. Er habe die Boxentafeln in der Gischt nicht gesehen, verteidigte sich Reutemann. Jones wütete: "Der Kerl ist für mich gestorben." Auch Teamchef Frank Williams war sauer. Als Reutemann am Jahresende um den Titel fuhr, fehlte ihm die Unterstützung vom Team. Jones verweigerte Schützenhilfe. Zwei Mal kreuzte er direkt vor Reutemann die Ziellinie und nahm dem Argentinier wichtige Punkte weg. Reutemann revanchierte sich bei Williams auf seine Art. Im Jahr darauf kündigte er aus heiterem Himmel nach dem zweiten Saisonrennen.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Beliebte Artikel
3D Felgenkonfigurator
Anzeige