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Hamilton gewinnt Chaos-Rennen in Australien

Foto: dpa 70 Bilder

Der Brite Lewis Hamilton hat das erste Rennen der neuen Formel-1-Saison für sich entschieden. Der McLaren-Mercedes-Pilot gewann am Sonntag (16.3.) den Großen Preis von Australien vor den beiden deutschen Fahrern Nick Heidfeld und Nico Rosberg.

16.03.2008 Powered by

Ferrari erlebte dagegen ein Fiasko. Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) und der Brasilianer Felipe Massa kamen nicht ins Ziel. Auch der Heppenheimer Sebastian Vettel (Toro Rosso), Force-India-Pilot Adrian Sutil und Toyota-Debütant Timo Glock schieden ebenfalls aus. Von den 22 gestarteten Autos kamen am Ende eines turbulenten Renntages nur noch sieben ins Ziel.

In der Gluthitze von Melbourne hatte Vize-Weltmeister Hamilton den kühlsten Kopf bewahrt und mit dem fünften Sieg in seiner noch jungen Laufbahn gleich zum Formel-1-Auftakt eindrucksvoll seine WM-Ansprüche unterstrichen. Unbeeindruckt vom Ausfallfestival im Albert Park mit drei Safety-Car-Phasen brachte er seinen McLaren von der Pole-Position aus startend souverän ins Ziel. "Ich fühle mich fantastisch. Ich danke meinem Team für ein tolles Auto und eine perfekte Strategie. Ich bin überglücklich für alle, die so hart gearbeitet haben", meinte Hamilton, der mit seinem Kumpel und Ex-Kartkollegen Rosberg Freudentänze vor der Siegerehrung vollführte."

Zwei Deutsche auf dem Podium

Jubel auch bei BMW-Sauber nach dem zweiten Platz von Heidfeld. "Das ist ein fantastischer Start in die Saison, wenn man bedenkt, was wir für Probleme hatten in der Wintersaison", sagte der Mönchengladbacher Heidfeld erleichtert.

Williams-Pilot Rosberg holte in dem chaotischen Grand Prix mit dem dritten Rang das beste Ergebnis seiner Karriere und stand erstmals auf dem Podium. "Mit den Jungs hier oben auf dem Podium zu stehen ist toll. Ich freu mich tierisch für das gesamte Team", erklärte der 22 Jahre alte Blondschopf. "Ich bin happy für ihn", grüßte sein Vater und "Premiere"-Experte Keke Rosberg, der mit Williams 1982 Weltmeister geworden war, via TV.

Alonso vor Kovalainen

Vierter wurde der zweimalige Champion Fernando Alonso aus Spanien im Renault vor Heikki Kovalainen im zweiten McLaren-Mercedes.

Während Heidfeld und Rosberg in "Down under" einen perfekten Start hinlegten, kam für die anderen Mitglieder des deutschen Piloten-Quintetts wie für zwölf weitere Piloten vorzeitig das Aus. Sebastian Vettel musste nach Startproblemen und einer Kollision zu Beginn des Rennens seinen Toro Rosso in der Box stehen lassen. Adrian Sutil rollte mit Hydraulikproblemen an seinem Force India nach dem neunten Durchgang aus. Timo Glock schied bei seinem Toyota-Debüt nach einem spektakulären Unfall in der 45. Runde aus. Honda-Fahrer Rubens Barrichello wurde nachträglich disqualifiziert, weil er die Boxengasse bei Rot verlassen hatte.

Hamilton dagegen erwischte einen tollen Tag. Er siegte nach 58 Runden auf dem 5,303 Kilometer langen Kurs und 307,574 Kilometer in 1:34:50:616 Stunden und hatte 5,478 Sekunden Vorsprung auf Heidfeld. "Wir sind begeistert, dass wir vorne sind. Schade, dass es nicht auch mit Platz zwei geklappt hat", sagte McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis.

Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sprach von einem "Traumstart": "All unsere harte Arbeit hätte nicht besser belohnt werden können", sagte Haug, der auch seinem deutschen Konkurrenten gratulierte: "Kompliment an BMW. Deren Pace war besser als die von Ferrari. Ferrari hätte hier keine Chance gehabt." Sein BMW-Kollege Mario Theissen, der nur den Ausfall von Robert Kubica zu bedauern hatte, meinte: "Das war ein Lotteriespiel mit den Safety-Car-Phasen. Für Nick hat es gut gepasst, für Robert nicht. Es war ein echtes Strategiespiel. Platz zwei war das Beste, was wir rausholen konnten."

Ferrari verliert


Der große Verlierer war Ferrari. Weltmeister Räikkönen war nach der missglückten Qualifikation nur von Platz 15 ins Rennen gegangen. Der Finne konnte sich zwar bis auf den dritten Rang vorarbeiten. Doch bei Überholmanövern gegen seinen Landsmann Kovalainen in der 29. und später gegen Toyota-Fahrer Glock in der 44. Runde landete er jeweils neben der Strecke und schied in der 55. Runde aus. Nicht viel besser erging es Teamkollege Massa. Erst rutschte der Brasilianer in der ersten Runde von der Strecke, in der 31. Runde blieb sein Auto mit Problemen stehen. Durch die nachträgliche Disqualifikation des sechsplatzierten Honda-Piloten Rubens Barrichello wurde Räikkönen immerhin noch als Achter gewertet und erhielt einen Punkt. Dennoch steht die Scuderia beim zweiten von 18 Rennen in der kommenden Woche in Malaysia mächtig unter Druck.

Zeitentabelle GP Australien:

1. Lewis Hamilton - McLaren-Mercedes 1:34:50,616 Std.
2. Nick Heidfeld - BMW-Sauber + 5,478 Sek. Sek.
3. Nico Rosberg - Williams +8,163
4. Fernando Alonso - Renault + 17,181
5. Heikki Kovalainen - McLaren-Mercedes + 18,014
6. Rubens Barrichello - Honda + 52,453
7. Kazuki Nakajima - Williams + 1 Runde
8. Sébastien Bourdais - Toro Rosso + 3 Runden
9. Kimi Räikkönen - Ferrari + 5 Runden

Ausfälle:
Sebastian Vettel, Toro Rosso: 1. Runde/Kollision
Jenson Button, Honda: 3. Runde/Defekt
Anthony Davidson, Super Aguri: 3. Runde/Kollision
Giancarlo Fisichella, Force India: 3. Runde/Kollision
Mark Webber, Red Bull: 3. Runde/Kollision
Adrian Sutil, Force India: 10. Runde/Hydraulik
Jarno Trulli, Toyota: 20. Runde/Defekt
David Coulthard, Red Bull: 26. Runde/Kollision
Felipe Massa, Ferrari: 30. Runde/Defekt
Nelson Piquet Jr., Renault: 30. Runde/Defekt
Takuma Sato, Super Aguri: 32. Runde/Defekt
Timo Glock, Toyota: 44. Runde/Unfall
Robert Kubica, BMW-Sauber: 48. Runde/Kollision

Fahrer-Wertung nach 1 von 18 Rennen*:

1. Lewis Hamilton, 10 P.
2. Nick Heidfeld, 8 P.
3. Nico Rosberg, 6 P.
4. Fernando Alonso, 5 P.
5. Heikki Kovalainen, 4 P.
6. Kazuki Nakajima, 3 P.
7. Sébastien Bourdais, 2 P.
8. Kimi Räikkönen, 1 P.

Team-Wertung nach 1 von 18 Rennen*:

1. McLaren-Mercedes, 14 P.
2. Williams, 9 P.
3. BMW-Sauber, 8 P.
4. Renault, 5 P.
5. Toro Rosso, 2 P.
6. Ferrari, 1 P.

* nach Disqualifikation von Honda-Pilot
Barrichello

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