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Handelsstreit USA - China

China erhebt Strafzölle auf US-Autos

US-Flagge, US-Absatz Foto: dpa

Im Handelsstreit mit den USA will China in Amerika produzierte Autos mit Strafzöllen belegen. Auch Fahrzeuge der deutsche Hersteller BMW und Daimler wären betroffen, wenn auch in geringem Maße.

15.12.2011 dpa

BMW betonte in einer ersten Reaktion, der Konzern rechne nicht mit spürbaren Folgen. Eine Sprecherin des amerikanischen Handelsbeauftragten zeigte sich am Mittwoch (14.12.) enttäuscht. Man werde mit den Beteiligten und dem US-Congress über das weitere Vorgehen beraten. "Wir prüfen, ob und welche Auswirkungen diese Entscheidung für uns haben wird", sagte eine Daimler-Sprecherin am Mittwoch in New York.

Hersteller geben sich gelassen

Fahrzeuge von General Motors sollen mit Strafzöllen von 12,9 Prozent belegt werden und Wagen von Chrysler mit 8,8 Prozent, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf das chinesische Handelsministerium. Für Autos aus der Produktion der US-Töchter von BMW und Daimler seien Zölle von jeweils 2,0 und 2,7 Prozent vorgesehen, hieß es. Die Maßnahme solle Fahrzeuge mit mehr als 2,5 Litern Hubraum treffen. Auch Wagen anderer Hersteller aus US-Produktion seien betroffen.
 
"Wir rechnen nicht mit nennenswerten Auswirkungen", sagte ein BMW-Sprecher mit Blick auf den relativ niedrigen Prozentsatz. Der Münchner Autobauer führt nach China die in Amerika produzierten Geländewagen ein. Es geht um mehrere zehntausend Fahrzeuge im Jahr. Seit Jahresbeginn seien in China rund 15.000 Geländewagen des Modells X5 verkauft worden sowie knapp 6.000 X3 und etwa 7.700 X6. Die BMW-Aktie hatte am Mittwoch gut fünf Prozent auf 50,25 Euro verloren und sich damit deutlich schlechter als der Markt entwickelt. Auch Daimler baut in den USA seine Geländewagen.

Der Autoriese General Motors, an dem der Staat nach der Rettung vor zwei Jahren immer noch beteiligt ist, dringt auf eine Lösung des Handelsstreits. Der Konzern verkauft im asiatischen Raum inzwischen mehr Autos als in der Heimat. Auch der kleinere Rivale Chrysler drängt verstärkt in die Volksrepublik. Von Chrysler war kein Kommentar zu erhalten.
 
Die Strafzölle dürften eine Gegenmaßnahme sein: Peking war es nicht gelungen, US-Zölle auf chinesische Reifen abzuwenden. Auch ein Gang vor die Welthandelsorganisation WTO war ergebnislos geblieben. China ist für die weltweite Autoindustrie zu einem immer wichtigeren Absatzmarkt geworden. Zuletzt hatte sich das Wachstum allerdings deutlich verlangsamt.

China hat seine Strafzölle auf Autos aus den USA verteidigt. Die Entscheidung basiere "auf Gesetzen und Tatsachen", teilte das Handelsministerium am Donnerstag in Peking nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua mit. Die schon seit zwei Jahren laufende Untersuchung sei "objektiv, gerecht und verantwortlich" vorgenommen worden. Auslöser seien Klagen chinesischer Autohersteller über die US-Konkurrenz gewesen.

 

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