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Handschlag zwischen FIA und McLaren

Foto: dpa

Das Foto ging um die Welt. FIA-Präsident Max Mosley und McLaren-Direktor Ron Dennis reichen sich die Hand. Zuvor hatte Mosley mit seinen Äußerungen vor TV-Kameras noch einmal Öl ins Feuer gegossen.

16.09.2007 Michael Schmidt Powered by

"McLaren ist viel zu milde bestraft worden. Ich hätte für einen Ausschluss für 2007 und 2008 plädiert. Wenn Juristen in dem Gremium gesessen hätten, hätte es ein härteres Urteil gegeben." Außerdem nannte der FIA-Chef seinen Gegenspieler Ron Dennis einen Lügner. Nicht er habe die FIA über den Informationsaustausch der Fahrer mit McLaren-Ingenieur Mike Coughlan über Ferrari-Geheimnisse in Kenntnis gesetzt, sondern Fernando Alonso.

Gespräche werden veröffentlicht

Das entspricht nicht der Wahrheit. Ron Dennis hatte am Morgen des GP Ungarn Mosley sehr wohl informiert, dass Alonso ihm mit belastendem Material im Spionagefall gedroht habe. Der McLaren-Chef konnte nur keine Details berichten, weil Alonso diese zunächst für sich behielt. Erst Wochen später wanderten die Einzelheiten von Alonsos Management über Flavio Briatore und Bernie Ecclestone zur FIA.

Nach einem Gespräch einigten sich Mosley und Dennis auf folgende Sprachregelung: "Die Gespräche, die zwischen uns an jenem Sonntagmorgen des 5. August geführt worden sind, werden kommende Woche in der Abschrift der FIA-Weltratsitzung zu lesen sein." Dennis fuhr weiter fort: "McLaren geht durch eine schwere Zeit, aber ich möchte klarstellen, dass wir immer mit der FIA kooperiert haben. Sollte etwas nicht gesagt worden sein, dann weil ich es zu dem Zeitpunkt nicht wusste."

Berufung unwahrscheinlich

Die Chancen, dass McLaren in Berufung geht, werden immer geringer. Ron Dennis weiß, dass er bei einer Berufungsverhandlung nicht viel zu gewinnen hat. McLaren fürchtet, dass dann auch die Fahrer von der Strafe betroffen sind, oder schlimmer noch, dass der Rennstall im nächsten Jahr von der WM ausgeschlossen würde. "Das wichtigste ist, dass wir weiter Rennen fahren und auf der Rennstrecke unsere Antwort geben können", urteilt Dennis.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug stärkt seinem Partner den Rücken: "Wir stehen voll hinter McLaren. Es wäre vielleicht anders gewesen, hätte die Untersuchung ergeben, dass an unserem Auto wirklich etwas Verbotenes gewesen wäre. Wir sind nicht so stark wie wir sind, weil wir eine Information von Ferrari genutzt hätten." Eine Zivilklage gegen die FIA auf Schadensersatz schloss Dennis ebenfalls praktisch aus: "Das ist ein schmerzlicher Prozess, der lange dauert, Energien bindet und dem Sport schadet."

"Kegelclub mit eigenen Gesetzen"

McLaren wird in den sauren Apfel beißen und mit einer ungerechten Strafe leben müssen. Niki Lauda wundert sich nicht: "Die Formel 1 ist wie ein Kegelclub mit eigenen Gesetzen. Die Prinzipien internationaler Rechtssprechung darf man hier nicht erwarten."

Mosley verteidigte erneut die Höhe der Strafe: "100 Millionen Dollar sind eine Menge Geld, aber sie sind als Abschreckung gedacht, um ähnliche Fälle in Zukunft zu verhindern." Der FIA-Präsident bestätigte weiter auto motor und sport-Informationen vom Vortag. Etwas mehr als die Hälfte des Geldes wird an die restlichen Teams verteilt, die alle einen Platz in der Konstrukteurs-WM aufrücken. Der Rest wird in ein Nachwuchsprogramm junger Renn- unmd Rallyefahrer investiert. "Es ist das erste Mal", sagt Mosley, "dass wir eine derartige Summe für so ein Projekt zur Verfügung haben." Die Idee für die Verwendung des Geldes, das an den Weltverband geht, kam übrigens von Mercedes.

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