Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Hanomag Weltrekordwagen auf der Bremen Classic

Der vergessene Silberpfeil aus Hannover

01/2014 - Bremen Classic Motorshow 2014, Hanomag Weltrekordwagen, mokla 0113 Foto: Kai Klauder 13 Bilder

Der Hanomag Diesel-Weltrekordwagen von 1939 stellte 4 Bestmarken auf, bevor er im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Außer wenigen Fotografien sowie technischen Zeichnungen hatte  nichts mehr von dem Hannoveraner Silberpfeil den Krieg überdauert. Eine Gruppe von Enthusiasten sorgt für die Wiederauferstehung des Stromlinienwagens.

01.02.2014 Dirk Johae Powered by

Finanziert wird der originalgetreue Nachbau vor allem durch Spenden. "Für den Aufbau der Karosserie fehlen uns noch rund 50.000 Euro", sagt Andreas Asche von der Hanomag Interessengemeinschaft. Zusammen mit dem Initiator Horst-Dieter Görg und seinen Mitstreiter zeigen die Bewahrer des Hanomag-Erbes den Diesel-Weltrekordwagen auf der Bremen Classic Motorshow.

Rückkehr des Hanomag

Bis zum Frühjahr soll die Karosserie, die von einem Spezialisten in Zetel gefertigt wird, auf dem Hanomag-Nachbau montiert sein. "Dann wollen wir mit dem Diesel-Weltrekordwagen auf dem abgesperrten Autobahnabschnitt bei Dessau fahren, wo die vier Rekorde im Februar 1939 aufgestellt wurden", meint Asche optimistisch.

Vor 75 Jahren stellte der Ingenieur Karl Haeberle auf der Reichsautobahn, die seit 1938 Leipzig mit Berlin verband, bei Dessau vier Weltrekorde auf. Die Besonderheit des Rekordwagens: Unter der windschlüpfigen silbernen Leichtmetallkarosserie arbeitete ein Vierzylinder-Dieselmotor.

Diesel-Pioniere

Erst im Februar 1936 hatte Hanomag neben Mercedes-Benz auf der Internationalen Automobilausstellung in Berlin mit dem ersten Diesel-PKW in Deutschland für Aufsehen gesorgt. Ab 1938 kam er als Rekord Diesel in den Handel und war mit 1,9 Litern Hubraum der kleinste Dieselmotor der Welt.

Doch die Motorleistung des Selbstzünders fiel mit 35 PS so bescheiden aus, dass niemand ernsthaft an den Einsatz im Motorsport denken konnte. Um den Dieselmotor aber als Antriebsquelle für PKW bekannt zu machen, entwickelten die Hanomag-Ingenieure rund um den serienmäßigen D19-Motor und ein ZF-Getriebe einen Rekordwagen. Für den innovativen Rennwagen bauten sie eine Stromlinienkarosserie aus Leichtmetall, so dass der Rekordjäger aus Hannover nur 900 Kilogramm wog.

Weltrekord mit 40 Diesel-PS

Damit gesellte sich Ingenieur Häberle am 8. und 9. Februar 1939 zu Mercedes-Benz und Werksfahrer Rudolf Caracciola. Während der Stromlinienwagen aus Stuttgart von einem bis zu 765 PS starken V12-Motor mit Kompressor angetrieben wurde, musste sich Häberle mit rund 40 PS begnügen. Über die Meile (1,609 Kilometer) erreichte der Hanomag-Ingenieur damit aus dem Stand eine Geschwindigkeit von 98,481 km/h. Caracciola schaffte mit seinem Silberpfeil in der gleichen Disziplin 204,83 km/h: eine neue Weltrekordmarke in der Klasse D.

Erst seit 1925 baute die Hannoversche Maschinenbau AG, kurz Hanomag, neben Lokomotiven, Dampfkesseln, Motoren sowie Rad- und Kettenschleppern auch Autos. Wie sehr Hanomag auf den Dieselmotor setzte, zeigt neben dem PKW-Modell Rekord und dem Weltrekordwagen der Prototyp auf Basis der Spitzenmodells Sturm, das mit einem Sechszylinder-Diesel bestückt war. In Serie ging es allerdings nie.

Hommage an Hanomag und Diesel

Der Hanomag Weltrekordwagen soll als Nachbau nicht nur an die kurze, aber innovative Geschichte von Hanomag als PKW-Bauer erinnern. Der Stromlinien-Hanomag mit Selbstzünder ist auch eine Hommage an den Erfinder Rudolf Diesel. Dass seine Entwicklung im 21. Jahrhundert auch im Motorsport erfolgreich sein würde, ahnten in den 30er Jahren weder er selbst noch Hanomag. Eine Gruppe von Enthusiasten will jetzt dafür sorgen, dass diese Erinnerung erhalten bleibt.

Mehr Informationen über das Hanomag Weltrekordwagen-Projekt unter www.hanomag-museum.de

Öffnungszeiten und Eintrittspreise der Bremen Classic Motorshow 2014

Die Bremen Classic Motorshow hat vom 31.01. bis 02.02. 2014 jeweils von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. 

  • Tageskarte: 15 Euro
  • Zwei-Tageskarte: 22 Euro
  • Ermäßigungskarte: 13 Euro
  • Vorzugskarte für Oldtimerclubs: 13 Euro
Adresse: Bremen Classic Motorshow, Messe Bremen, Theodor-Heuss-Allee, 28215 Bremen

Kontakt: Tel.: +49 (0)421 3505525
Fax: +49 (0)421 3505566

www.classicmotorshow.de

info@classicmotorshow.de
 
Übrigens: Motor Klassik-Abonnenten, die ihre Abo-Card an der Kasse vorzeigen, zahlen nur 10 Euro Eintritt. Mehr Infos zu der Motor KlassikAbo-Card.
 

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Autokredit berechnen
Anzeige