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Harley-Davidson LiveWire Project

Starkstrom statt Hammer-V2

07/2015, Harley-Davidson Project Livewire Elektromotorrad Foto: Harley Davidson 21 Bilder

Vor gut einem Jahr hat Harley-Davidson das LiveWire Project vorgestellt. Nun ist das Elektromotorrad zu ersten Probefahrten in Deutschland angekommen. Ein Blick auf eine so ganz ungewöhnliche Harley.

30.07.2015 Uli Baumann

Das Bild einer Harley-Davidson ist klassisch geprägt und wird stets von einem mächtigen luftgekühlten V2 mit einem satten Auspuffschlag bestimmt. 2014 haben sie bei Harley den Reset-Button gedrückt und sich eine ganz neue Harley einfallen lassen - das Project LiveWire ging an den Start. Ein Motorrad mit reinem Elektroantrieb, denn wer 111 Jahre mit sattem V2-Schlag erfolgreich war, sollte sich Gedanken über die nächsten 111 Jahre machen.

07/2015, Harley-Davidson Project Livewire Elektromotorrad
Project LiveWire: Elektromotorrad von Harley-Davidson 1:10 Min.

Wer Strom gibt, steht schon nach 60 Kilometern

Und so tritt das LiveWire Project völlig anders auf als jede Harley-Davidson zuvor. Sportlicher, schlanker - die Designer hatten immer ein Rennmotorrad im Kopf und offensichtlich eine Buell im Studio stehen. Der steile Lenkkopfwinkel, das Ein-Mann-Stummelheck und das Rahmenlayout erinnern an die Buell. Im Rahmen aus Alu-Gusselementen sitzt ein in längs montierter, dreiphasiger Wechselstrommotor, der es auf 74 PS und 70 Nm Drehmoment bringt. Darüber macht sich ein Lithium-Ionen-Akku breit, der bei gezügelter Gashand eine Reichweite von 85 Kilometer bietet. Wer Strom gibt steht mit der 210 Kilogramm schweren Harley schon nach 60 Kilometern und dann wenigstens 3,5 Stunden an der Ladesäule. Tempo 100 sollen nach knapp 4 Sekunden erreicht werden. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf knapp 150 km/h limitiert. Begleitet wird das Treiben unter dem Fahrer, ganz Harley-untypisch, von einem Rauschen und Pfeiffen wie von einen Düsenjet - generiert von einem Soundgenerator. Zwar durchaus dynamisch, aber eben nicht unverwechselbar wie der V2-Beat. Und das ganz bewusst, denn man wollte nicht den V2 imitieren.

Serienproduktion des LiveWire Project vorerst nicht geplant

Die Kraftübertragung aufs 17 Zoll große Hinterrad übernehmen ein Eingang-Getriebe und ein Zahnriemen. Am von einer Telegabel geführten 18-Zoll-Vorderrad verzögert eine Einscheiben-Bremsanlage. Wo sonst analoge Uhren den Fahrer mit Infos füttern, sitzt an der LiveWire ein kleiner Touchscreen. Auch bei der Lichttechnik gibt sich die LiveWire zeitgemäß und setzt auf LED-Technik.

Auch wenn die Harley LiveWire schon ziemlich produktionsreif wirkt - einen Plan zur Serienfertigung für das LiveWire Project hat man bei Harley nicht in der Schublade. Mit den ausgedehnten Felderprobungen in den USA und Europa und den daraus gewonnenen Kundenwünschen will man aber für ein mögliches E-Bike der Marke Harley gerüstet sein.

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