Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Harman/Becker

"Es gibt keine fehlerfreie Software"

Foto: Harman/Becker

Interview mit Harman International-Vorstand Sidney Harman und Harman/Becker-Chef Erich Geiger über die Zukunft der Auto-Elektronik.

24.10.2005

Die Firma Harman trägt Ihren Namen. Wie wichtig ist Markenpflege für Sie?
Harman:: Sehr wichtig. Markenpflege war und ist für die Entwicklung von Harman existenziell. So sind wir auch sehr stolz, dass 100 Prozent aller neuneuen Mercedes mit Premium-Soundsystem das Logo von Harman/Kardon tragen. Schließlich ist der richtige Markenname als Imageträger auch profitabel für die Automobilhersteller.

Was sind die wichtigsten Trends im Bereich der Auto- Elektronik?
Harman:: Neben dem breitflächigen Einsatz von Fahrerassistenzsystemen Wird die Ausweitung der elektronischen Diagnose ein weiterer wichtiger Schritt sein. Bei der neuen S-Klasse diente uns die PC-Card des Infotainmentbereichs bei der Entwicklung unter anderem als genauer Fehlerspeicher für das System. Mercedes denkt an eine Nutzung dieser Technologie auch im Servicebereich.

Wir müssen unsere Kosten pro Jahr um 30 bis 50 Prozent senken

Stichwort Fehler-Diagnose: Elektroniksysteme wie in der E-Klasse zeigten in der Vergangenheit große Zuverlässigkeitsprobleme. Wie wirken Sie dem als Zulieferer entgegen?
Geiger:: Bei der E-Klasse sind die Qualitätsprobleme beseitigt. Für die neue S-Klasse haben wir inzwischen 6.000 Geräte gebaut, von denen bisher nur acht zurückkamen - wegen Kratzern am Gehäuse. Gezielte Qualitätsverbesserung aller Systemkomponenten und eine völlig neue Software- Architektur gewährleisten bei der S-Klasse höchste Zuverlässigkeit. Unser Betriebssystem verfügt über Diagnose und Fehlerkorrekturmechanismen, die im Störungsfall eine Selbstheilung ermöglichen. Trotzdem, es gibt keine 100-prozentig fehlerfreie Software.

Was ist neben der Zuverlässigkeit die größte Herausforderung für Elektronikzulieferer in der Zukunft?
Geiger:: Die Anpassungsfähigkeit der Systeme an wachsende Aufgaben. Die Systeme müssen sich dynamisch an das Umfeld anpassen. Daran straucheln zurzeit auch so große Elektronikzulieferer wie Delphi und Visteon. Wir bei Harman haben schon vor zwölf Jahren angefangen, in die richtigen Technologien zu investieren und die richtigen Firmen in den Konzern aufzunehmen.


Welchem finanziellen Druck sind die Elektronikzulieferer denn inzwischen ausgesetzt?
Geiger:: Bei vergleichbaren Funktionen müssen wir pro Jahr unsere Kosten um 30 bis 50 Prozent senken. Hierbei gibt es sicherlich natürliche Grenzen. Der mittlere Systempreis für den Automobilhersteller ist immens gefallen. Vor drei Jahren lag er noch bei mehreren 1.000 Euro, inzwischen sind bereits für rund 1.000 Euro hochwertige Systeme verfügbar.

Wie sieht es mit den Endkunden- Preisen für Infotainmentsysteme in Zukunft aus?
Geiger:: Bei den nächsten großen Aufträgen, die wir bearbeiten, finden Sie bereits in Mittelklasse-Autos Infotainmentsysteme im dreistelligen Euro-Bereich. Um den Einstiegspreis zu senken, arbeiten wir in Zukunft auch mit so genannten „Ready-for-Navi“-Geräten. Mit einer Speicherkarte kann sich der Kunde die Navigationsfähigkeit später als reine Software nachkaufen.

Haben Sie noch weitere solcher Innovationen in petto?
Geiger:: Ein Infotainmentsystem ist eine Computer- Plattform. Mit der Rechenleistung dieser Systeme können und werden wir auch andere Applikationen wie zum Beispiel Hybridsysteme oder erweiterte Fahrerassistenz-Systeme umsetzen.

Was stellen Sie sich da konkret vor?
Geiger:: Im Bereich der Fahrerassistenz-Technologie entwickeln wir gerade ein integrales System. Vier Kameras reichen dabei, um alle Funktionen abdecken zu können. Die unterschiedliche Bildaufnahmetechnik ist dabei sekundär. Wichtiger ist ein intelligenter und skalierbarer Transport der Datenmengen, die dabei anfallen. Der MOST-Bus beherrscht inzwischen bis zu 115 Megabit pro Sekunde.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Autokredit berechnen
Anzeige