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Hartz-Prozess ohne Prostituierte

Foto: dpa

Zur Vermeidung allzu pikanter Details, hat der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz (65) mit der Staatsanwaltschaft Braunschweig einen Deal ausgehandelt,  der ihn davor bewahren soll, dass in seinem Gerichtsprozess
Prostituierte als Zeugen auftreten. Das berichtet die "Zeit".

10.01.2007

Vom 17. Januar an muss sich Hartz als Angeklagter vor dem Landgericht Braunschweig wegen des Verdachts auf Untreue und Begünstigung eines Mitglieds des Betriebsrates verantworten. Die Anklageschrift umfasst 63 Seiten. Weder Zeugen noch Sachverständige sind dazu geladen. "Wir lassen keine Prostituierten aufmarschieren", zitiert das Hamburger Wochenmagazin Oberstaatsanwältin Hildegard Wolff,  "und im Gegenzug führt  Hartz sein Geständnis über die Sonderbonuszahlungen genau aus."

Der frühere Chef des VW-Betriebsrates, Klaus Volkert, soll auf Anweisung  von Hartz fast zwei Millionen Euro Sonderboni erhalten haben, angeblich ohne sachlichen Grund. Für Bordellbesuche sind nach Erkenntnissen der Ermittler nur wenige tausend Euro aus der Firmenkasse gezahlt worden. "Ein paar tausend Euro tausche ich gegen zwei Millionen", so die Oberstaatsanwältin.

Die Ankläger sind sich sicher, dass Hartz sich in seinem Prozess an die Abmachung halten werde, weil er so große Angst vor dem Thema Bordellbesuche habe. Schon während seiner Vernehmung im vergangenen Oktober brachte er kein Wort über Huren heraus, weil ihm das alles so peinlich war. Sollte Hartz sich im Prozess nicht an die Vereinbarung mit den Staatsanwälten halten, "wird es wohl auf eine richtige Hauptverhandlung hinauslaufen, mit richtig vielen Zeugen", so Oberstaatsanwältin Wolff.

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