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Haug

"Kein erhöhter Druck auf Hamilton"

Foto: dpa 46 Bilder

Mercedes-Sportchef Norbert Haug gibt sich vor dem Großen Preis von Großbritannien gewohnt kämpferisch. Von einem erhöhten Druck auf den Lokalmatador Lewis Hamilton in Silverstone will er nichts wissen.

01.07.2008 Gregor Messer Powered by

Der Heim-Grand Prix von Hamilton ist ebenso das Heimrennen des ganzen McLaren-Teams. "Silverstone, das ist jedes Jahr ein Riesen-Hype", betont Haug. "Nach zwei Nullrunden für Lewis sollte jetzt allerdings nicht die Ungeduld Überhand nehmen. Es ist erst drei Rennen her, dass wir in Monaco mit Lewis noch gewonnen haben." Haug weiß aber auch: "Wir müssen mit Leistung glänzen, nicht durch Glück."

Von größerem Druck will Haug nichts wissen. "Im vergangenen Jahr hatte Räikkönen schon 26 Punkte Rückstand auf den WM-Führenden. Da war die Saisonhalbzeit bereits vorüber und er wurde dennoch Champion. Lewis ist sehr speziell. Besonders auf den wirklich herausfordernden Strecken, und da zählt Silverstone dazu." Der Sportchef gibt zu, dass in den vergangenen Rennen auch Fehler gemacht wurden. "Allerdings tanzt Lewis auch auf einem hohen Seil."

Willkür der Sportkommissare?

Wichtig ist Haug, dass das Potenzial vorhanden ist. "In den letzten beiden Rennen hat Lewis 15, 16 oder 18 Punkte liegenlassen. In Frankreich wäre Rang drei möglich gewesen." Und dank Räikkönens Auspuffproblem vielleicht sogar der zweite Platz. "Die Grundvoraussetzungen dafür waren da." Doch Hamiltons Durchfahrtsstrafe für das unerlaubte Überholmanöver gegen Vettel vermasselte McLaren-Mercedes den angestrebten Podiumsplatz.

Als sehr hart muss man auch die Bestrafung Heikki Kovalainens im Zeittraining von Magny Cours betrachten. Sicher stand der Silberpfeil-Pilot Mark Webber im Weg, aber der Finne konnte sich auch nicht in Luft auflösen - zumal neben ihm Kazuki Nakajima fuhr. Zehn Tage danach scheint der Ärger bei McLaren allerdings schon etwas verraucht: "Die Möglichkeit, diese Situationen so auszulegen, ist gegeben", gab Haug zu.

Abhaken und Weitermachen lautet nun die Devise. Auch Hamilton soll die Strafe und die damit verbundene Nullrunde bereits verdaut haben. Haug: "Natürlich war Lewis sauer. Aber nur fünf Minuten. Wir haben geredet, ich habe ihm noch ein paar Tipps gegeben, und wer ihn gesehen hat, erkennt, wie professionell er damit umgeht. In Silverstone wird er sich wieder an den Zaun stellen und den Fans Autogramme geben."

Kein Vergleich zu Magny Cours

Die Testfahrten in Silverstone stimmen den Mercedes-Sportchef zuversichtlich für das kommende Rennen: "Wir haben einige Dinge ausprobieren können, die uns weiterbringen. Etwa was die Aerodynamik betrifft." Dass Silverstone ganz ähnlich wie Magny Cours eine Strecke ist, die wiederum Ferrari favorisieren könnte, glaubt Haug nicht. "Was den aerodynamischen Abtrieb betrifft, mag Silverstone mit Magny Cours vergleichbar sein. Aber die Reifen werden zum Beispiel ganz anders gefordert. In Silverstone gibt es viel mehr schnelle Kurven. Und eine starke Verzögerung auf eine Spitzkehre wie in Magny Cours findet in Silverstone nicht statt."

Rechenbeispiele

Zuversicht schöpft Haug auch aus der Statistik. Kaum ein Motorsport-Verantwortlicher liebt Rechenbeispiele so sehr wie der 55-Jährige. "Wir haben in Silverstone immer gut ausgesehen“, analysiert Haug die vergangenen Grands Prix auf dem ehemaligen Militärflugplatz. "In den letzten zehn Jahren haben wir 47 Prozent der Rennrunden angeführt. Leider konnten wir nicht auch die Hälfte der Grands Prix bei den letzten zehn Auftritten gewinnen."

Den letzten McLaren-Mercedes-Sieg erlebten die Fans 2005 durch Juan Pablo Montoya. Davor siegten David Coulthard (1999 und 2000) sowie Mika Häkkinen (2001) für die Silberpfeile. Auch in der Dreijahresbilanz seit 2005 steht McLaren gut da: "86 von 179 Rennrunden lagen wir vorne", ergänzt Haug.

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