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Haut-Pflege

Foto: Götz von Sternenfels 10 Bilder

Wer altes Leder in seinem Klassiker hat, kennt den Ärger mit Rissen. Die lassen sich zwar meist reparieren, der Aufwand jedoch ist oft groß.

13.01.2007 Thomas Wirth Powered by

Am Ende seiner Lebenszeit fasziniert Leder am meisten: Es wirft Falten und knarzt, die oft gegriffenen Stellen sind sanft ergraut. Würdevoll trägt es seine vielen Jahre.

Doch besonders in den Falten ist es anfällig für Risse. Sie entstehen, weil hier das Leder unter Belastung immer wieder knickt. Irgendwann ist das Material geschwächt – der Riss ist da.

Gut gefettete Lederausstattungen halten allerdings deutlich länger als ungepflegte Exemplare. "Was an Pflege über Jahrzehnte versäumt wurde, lässt sich in wenigen Wochen nicht nachholen", sagt Thomas Mayer, der als Lederexperte schon zahllose Oldtimer-Sitze gerettet hat.

Einmal im Jahr Leder reinigen

Er empfiehlt, mindestens einmal im Jahr das Leder im Auto gründlich mit einem Mikrofasertuch und einem milden Waschmittel zu reinigen. Wenn nötig, kann eine weiche Bürste eingesetzt werden. Erst wenn der Schmutz entfernt ist, sollte ein pflegendes Produkt aufgetragen werden, das dem Leder wieder Elastizität verleiht.

Die Sitze, die in Mayers Werkstatt landen, haben eine solch regelmäßige Behandlung meist nicht genossen. Oft reichen hier auch keine handelsüblichen Reinigungsmittel mehr, um das alte Leder von seiner festsitzenden Schmutzschicht zu befreien. Für solche Fälle gibt es spezielle Nassreiniger, die lösemittelhaltig sind und somit zwar sehr gründlich säubern, das Leder dabei allerdings austrocknen.

Doch als Vorbereitung für eine Sanierung eignet sich dieser Reiniger gut, denn vor jeder Rissreparatur wird das Leder grundsätzlich rückgefettet. Pflegemittelhersteller bieten für die professionelle Anwendung sehr effektive Produkte an, die im Handel leider nur schwer erhältlich sind.

Thomas Mayer lässt den Rückfetter oft über mehrere Tage einziehen. Ideal ist es, wenn der Bezug dabei komplett vom Unterbau abgenommen werden kann – bei brüchigem Material ein Risiko, weil es dabei sehr gedehnt wird.

Rückfetter in das Leder einarbeiten

Doch nur im abgezogenen Zustand kann der Rückfetter auch von der Fleischseite in das Leder eingearbeitet werden. Das Ergebnis verblüfft zumeist: Das zuvor störrische Leder verjüngt sich und wird spürbar weicher.

Erst nach diesen Vorarbeiten folgt die eigentliche Reparatur. Altersrisse sollten stets von der Unterseite geflickt werden. Ein großzügig zugeschnittenes Netzgewebe aus Kunststoff wird auf das gereinigte Leder geklebt. Es stabilisiert die geschwächte Stelle und verhindert, dass das Leder im Bereich des Risses weiterhin strapaziert wird.

Der verwendete Kleber sollte in jedem Fall für Leder geeignet sein. Nur dann bleibt er auch nach dem Abtrocknen extrem elastisch und schlägt nicht durch. Handelsübliche Kleber dagegen härten oft aus und zeichnen sich später im Leder ab.

Als Nächstes wird der Riss von oben mit Lederspachtel gefüllt. Dabei sollten Alterungsrisse nicht völlig zugespachtelt werden, rät Thomas Mayer: "Wenn an der Reparaturstelle die Patina fehlt, fällt sie sofort ins Auge." Wo es nötig scheint, retuschiert er die gespachtelte Stelle sogar. Mit passender Lederfarbe zieht er die Falte mit einem Pinsel nach.

Zum Schluss fällt die Entscheidung über den Lack. Er entscheidet über die spätere Optik. Eine neue Farbschicht lässt sich heute zwar auf jeden Ton genau mischen und auch dauerhaft auf Leder auftragen, doch sie birgt einen Nachteil: Man sollte stets die komplette Ausstattung lackieren, weil der Neulack gegenüber der Patina immer einen Kontrast bildet.

Eine Alternative kann der alleinige Auftrag eines klaren Schlusslacks sein – er schützt ebenso, lässt aber zu, dass die in Ehren gealterte Lederstruktur auch anschließend noch sichtbar ist.

Tipps & Adresse

Wichtig ist die Pflege: Je nach Nutzung sollte eine Lederausstattung regelmäßig mit einem sanften Mittel gereinigt werden. Anschließend muss ein Pflegeprodukt aufgetragen werden. Gut gefettetes Leder widersetzt sich Alterungsrissen besser.

Im Gegensatz zu kleinen Stichverletzungen, die von außen repariert werden, kann aufwändiges Sanieren eines Altersrisses bis zu 300 Euro kosten, eine Lackierung bis zu 450 Euro – je nach Größe und Umfang. Kontakt: Thomas Mayer, Fa. Autoblitz in Schwaikheim bei Stuttgart.

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