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5 Head-up-Displays zum Nachrüsten im Test

Informationen aus der Windschutzscheibe

Head-up-Displays-zum-Nachrüsten-im-Test Foto: Dino Eisele 15 Bilder

Geschwindigkeit oder Drehzahl direkt auf der Frontscheibe ablesen? Kein Problem dank nachrüstbarer Head-up-Displays. Unser Test zeigt, welche wirklich etwas taugen.

27.10.2016 Lukas Hoffmann 1 Kommentar Powered by

Der Blick von der Straße auf den Tacho wird oft unterschätzt. Bei 100 km/h legt man in nur einer Sekunde fast 28 Meter zurück. Die falsche Blickrichtung kann daher entscheidend sein, wenn es brenzlig wird. Der Lösungsansatz der Autoindustrie: Head-up-Displays, die Informationen wie Geschwindigkeit und Navigationsanweisungen direkt auf die Scheibe projizieren – der Blick des Fahrers kann auf der Straße bleiben. Erst langsam wandert diese Innovation von der Oberklasse in günstigere Segmente, und noch längst nicht jedes Fahrzeug kann mit Head-up-Display (HUD) geordert werden. Außerdem ist die Datenprojektion ein teures Extra: Ein ab Werk eingebautes Head-up-Display kostet meist mehrere Hundert Euro und ist oft nur in Verbindung mit anderen Extras wie dem Navigationssystem lieferbar.

Head-up-Displays-zum-Nachrüsten-im-TestFoto: Dino Eisele
Beim Aufkleben der Reflexionsfolie muss man schon sehr genau sein. Für die perfekte Ausrichtung holt man sich am besten eine zweite Person zur Hilfe.

Premium-Extra auch für kleines Geld

Doch es muss nicht teuer sein, sich den Blick auf den Tacho zu sparen. Nachrüstbare und bezahlbare HUDs gibt es mittlerweile auch auf dem Zubehörmarkt, sodass auch Gebrauchtwagenfahrer in den Genuss der Technik kommen können. Die Geräte nutzen dabei oft die On-Board-Diagnose- Schnittstelle (OBD) als Datenquelle, es sind aber auch Produkte mit GPSEmpfänger erhältlich. Smartphones lassen sich ebenfalls leicht zum Head-up-Display umfunktionieren. Doch worauf ist zu achten, wenn das eigene Auto über kein Head-up-Display verfügt und ein nachrüstbares Gerät angeschafft werden soll? Im Test probierte Auto Straßenverkehr fünf preisgünstige Head-up-Displays und mehrere Smartphone-Apps aus. Bis zu 5,5 Zoll große Displays bieten bei den Geräten von TiPro und Lescars reichlich Platz für Anzeigemöglichkeiten. Doch was möchte man wirklich im Straßenverkehr auf der Scheibe sehen?

Bei den Displays von Lescars lassen sich auch Sekundärdaten wie Batteriespannung und Motorlast ins Sichtfeld programmieren. Der Hinweis des TiPro HUD E300, dass nach vier Stunden Fahrzeit eine Pause angebracht ist, erscheint durchaus sinnvoll. Mehr als eine einfach ablesbare Geschwindigkeitsanzeige und den Akkustand mit GPS-Status spiegelt das kleine Speedvisio von Valeo nicht auf die Scheibe. Für die Übersichtlichkeit ist das auch gut so: Das Speedvisio sichert sich durch die gute Ablesbarkeit Bestwerte bei den Testprodukten. Dagegen versagen die Anzeigen der Konkurrenz kollektiv: Schon bei wenigen Sonnenstrahlen muss man als Fahrer die Anzeigewerte eher deuten als ablesen.

Sonneneinstrahlung als Herausforderung

Der Negativeffekt: Die Augen wandern Hilfe suchend zum Tacho hinter das Lenkrad, weg von der Straße. Im Dunkeln hingegen zeigen nahezu alle Geräte eine angemessene Leuchtwirkung. Das TiPro HUD E300 und das Valeo Speedvisio funkeln sogar ein wenig zu ambitioniert in der Nacht, was die Ablesbarkeit erschwert. Durch die vielen Farben und Effekte gleicht das Lescars HUD 55c eher einem Flipperautomaten als einem Gerät, das die Sicherheit erhöhen soll. Unter Sternenhimmel muss es aber gar nicht unbedingt ein HUD-Gerät sein. Wer ein Head-up- Display in sein Auto zaubern will, dem kann auch ein handelsübliches Smartphone genügen. Mit Apps wie Head-up-Display, Torque und SpeedHUD lassen sich Werte wie Geschwindigkeit, Uhrzeit und Tagesstrecke auf die Scheibe projizieren. Wer sich nicht auf die GPS-Daten des Handys verlassen will, wird den OBDLink-2-LX-Stecker von ScanTool.net interessant finden. Er sendet nahezu alle auslesbaren Fahrzeugdaten per Bluetooth an Handy oder Laptop.

Zündzeitpunkt der einzelnen Zylinder, Kühlmittel- oder Abgastemperatur? Kann alles fast problemlos an die Scheibe geworfen werden. Aber eben nur fast. Denn bei allen Apps zeichnet sich unter Tageslicht ein ungünstiges Bild: Selbst bei höchster Helligkeitsstufe der Displays waren auf der Scheibe keine Werte lesbar. Auch erhitzten sich die Smartphones schon bei bewölktem Himmel extrem, was bei Werten von mehr als 35 °C bereits das Aus für den Akku bedeuten kann. Sicher aufgehoben sind Smartphones auf dem Armaturenbrett ohnehin nicht. Wer sein mobiles Endgerät dennoch als HUD benutzen will, sollte in eine Antirutschmatte oder Halterung investieren. Zudem helfen Folien an der Scheibe, die Reflexion zu verbessern. Bombenfest im Cockpit saß das Valeo Speedvisio.

Head-up-Displays-zum-Nachrüsten-im-TestFoto: Dino Eisele
Die Installation gestaltet sich oft als schwierig und unverständlich.

Stabilisation und Positionierung sind das A und O

Mit einem starken 3M-Klebestreifen wird es auf dem Armaturenbrett befestigt. Für große Geräte wie das Lescars HUD 55 c.bt muss man hingegen nach einer Stelle suchen, bei der weder Lüftung noch Ablagefächer verdeckt werden. Im Inneren verbreitete sich nach der Installation von Lescars und TiPro-Geräten ein unangenehmer Plastikgeruch, der wohl der günstigen Fertigung in Asien geschuldet ist. Neben dem stabilen Sitz des Displays ist außerdem die Positionierung des Geräts wichtig. Zwar sollte die Anzeige im Sichtfeld des Fahrers liegen, die Sicht auf die Straße aber nicht behindert werden. Ebenso relevant: Das Display darf nicht direkt aus dem Auto strahlen. Andere Verkehrsteilnehmer können sonst irritiert werden. Im Stadtverkehr gab es mit einigen Head-up-Displays Probleme: Die Start-Stopp-Automatik im Testfahrzeug von BMW dreht den OBD-Geräten die Stromzufuhr ab. Nach dem Ampelstart dauert es deutlich zu lange, bis der Fahrer wieder mit Informationen versorgt wird. Das können die GPS-Geräte wie das TiPro HUD Q7 oder das Speedvisio von Valeo deutlich besser, auch wenn sich das Signal in Tiefgaragen und Tunnels schnell verliert.

Abweichung zwischen Kombi-Instrument und OBD

Obwohl die OBD-Geräte eine genauere Datenquelle haben, unterscheiden sich die Werte zwischen Fahrzeugtacho und HUD teils deutlich. Bemerkbar wird das beispielsweise bei der Drehzahl. In den jeweiligen Einstellungsmenüs können dafür verschiedene Parameter angepasst werden. Doch bis dahin ist es ein komplexer Weg. Komplex? Das sollen die HUDs doch gerade nicht sein. Sie sollen die Fahrt einfacher und sicherer gestalten. In allen Fahrsituationen schaffte dies keiner der Probanden.

Valeo Speedvisio (GPS)

Pro: Simple Installation, sicher auf dem Armaturenbrett verklebt, Akkubetrieb möglich, viel Zubehör enthalten (3x Folie + Rakel), keine Start-Stopp-Probleme.
Contra: Wenig Informationen für den Fahrer, Suche von GPS-Satelliten dauert teils lange, Helligkeit nicht einstellbar, dunkle Folie beeinträchtigt teilweise das Sichtfeld.
Fazit: Empfehlenswert

TiPro HUD E-300 (OBD)

Pro: Anzeige gut und einfach ablesbar, verständliche Bedienungsanleitung.
Contra: Langer Reboot nach Start-Stopp-Pause, Drehzahlkranz und Multifunktionsanzeige nachts zu grell und unübersichtlich. Verarbeitung billig.
Fazit: Empfehlenswert

TiPro HUD Q7 (GPS)

Pro: Im Nachtdesign ruhige und klare Anzeigen, keine Start-Stopp-Probleme.
Contra: Wenig Informationen im Vergleich zu OBD-Geräten, Geschwindigkeitsring unleserlich.
Fazit: Bedingt empfehlenswert

Lescars HUD 55c.bt (OBD)

Pro: Angenehme Helligkeitsstufen nachts, Zusatzfunktion Bluetooth erlaubt Datenauslese am Handy, 2x Reflexionsfolie im Lieferumfang.
Contra: Bluetooth-Funktion nicht parallel mit HUD-Anzeige nutzbar, billige Verarbeitung.
Fazit: Bedingt empfehlenswert

Lescars HUD 55c (OBD)

Pro: Geschwindigkeitsanzeige zentral im Sichtfeld gehalten.
Contra: Trotz guter Ausrichtung ein sehr schwer ablesbares Display, nur 1x Reflexionsfolie, teils verwirrende Bedienungsanleitung.
Fazit: Bedingt empfehlenswert

Diese Head-up-Displays haben wir getestet
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So haben wir getestet

Head-up-Displays lassen sich in jedem marktgängigen Fahrzeug nachrüsten – nötig sind OBD-Buchse oder Zigarettenanzünder. Die Head-up-Displays wurden gemäß den Arbeitsschritten der Bedienungsanleitungen im Testfahrzeug installiert. Bewertet wurden die Komplexität des Einbaus und die Handhabung der Geräte; auch für ihre Verarbeitungsqualität und das mitgelieferte Zubehör konnten die Modelle Punkte sammeln. Auf einer festgelegten Strecke mussten sich die Displays dann im Praxisbetrieb bewähren. Nach der Testfahrt bewerteten die Fahrer die Übersichtlichkeit der Displays und ob die Geräte auf verschiedene Lichtsituationen, wie Abdunkelungen in Tunnels oder unter Überführungen, reagierten. Unter direkter Sonneneinstrahlung bewerteten die Tester außerdem die Ablesbarkeit bei Tageslicht, auf einer Schlechtwegestrecke die auftretenden Vibrationen.

Das sagt der TÜV

ExpertePhilip Puls vom TÜV Süd sieht nachrüstbare Head-up-Displays der Sicherheit wegen eher skeptisch. Für nachrüstbare Head-up-Displays gibt es derzeit keine Prüfnorm. Diesen Zustand sehen wir beim TÜV mit Sorge. So kann bei verschiedenen Automodellen der ideale Platz im Cockpit für das nachrüstbare Head-up-Display variieren. Ein Mini Cooper hat nun mal eine andere Windschutzscheibe und damit einen anderen unkritischen Bereich im Sichtfeld als beispielsweise ein VW Multivan. Die Autohersteller müssen im Idealfall in einen Abnahmeprozess der HUDs eingebunden werden. So können wirklich sichere Head-up-Displays auf den Markt kommen, mit denen man sich vor keiner Polizeikontrolle fürchten muss. Kritisch ist auch der Anschluss per OBD: Die Verbindung mit einem Zubehörprodukt kann sich unter Umständen schädlich auf das Auto auswirken – schließlich kann man per OBD auf die Motorsteuerung zugreifen.

So funktioniert der Einbau

1. HUD anschließen: Die meisten HUDs nutzen die OBDBuchse als Datenquelle. Wo sich die Buchse befindet, entnehmen Sie dem Bordbuch, in den meisten Fällen ist sie links im Fußraum des Fahrers zu finden. GPS-Geräte hingegen brauchen Strom aus dem Zigarettenanzünder. Das Kabel sichern Sie mit Klebeband oder verlegen es hinter dem Armaturenträger.

2. Anbringen der Folie: Reinigen Sie die Scheibe von innen. Feuchten Sie die Windschutzscheibe dort mit einem Zerstäuber an, wo Sie die Folie anbringen möchten. Durch den feinen Wasserfilm lässt sich die Folie auch verklebt noch verschieben und Luftblasen leichter herausdrücken.

3. Display ausrichten: Positionieren Sie das Head-up-Display unterhalb der Reflexionsfolie. Setzen Sie sich in Fahrposition hinter das Steuer und justieren Sie den Stand des Head-up-Displays nach, wenn Sie nicht alle Display-Inhalte sehen können.

4. Luftbläschen entfernen: Beseitigen Sie mit einem flachen Gegenstand oder einem Rakel Luftbläschen und Feuchtigkeit, die sich unter der Folie gesammelt haben.

Apps

Wer die HUD-Ansicht einmal vorab ausprobieren möchte, kann sich eine der meist kostenlosen Smartphone-Apps herunterladen. Für den Realbetrieb ist dann nur noch ein OBD-Adapter (ab 15 Euro) nötig. Bedauerlich: Im Sonnenlicht konnten die Displays von iPhone 6 und Samsung Galaxy S4 kaum lesbare Ergebnisse liefern.

Fazit

Ob App oder Display: Richtig überzeugt hat uns keines der Systeme. Besonders an Ablesbarkeit und Qualität müssen die Zubehörfirmen arbeiten. Denn was nützen die eingespiegelten Infos, wenn sie nicht lesbar sind? Nicht vergessen sollte man auch den Sicherheitsaspekt der Geräte: Bei einem Unfall können die Displays zu Geschossen werden, und mancher Ordnungshüter könnte ihr Leuchten als Verkehrsgefährdung werten. Auf das Niveau eines Displays ab Werk kommt keines der Produkte. Logisch: Preislich liegen die getesteten Modelle weit unter den Head-up-Displays ab Werk, die dafür aber auch deutlich mehr zu bieten haben. Dennoch konnten wir dem Testsieger Valeo Speedvisio, ebenso wie dem zweitplazierten TiPro HUD E-300 (Nachfolgemodell TiPro HUD E-350), das Urteil „empfehlenswert“ aussprechen.

Neuester Kommentar

Also ich habe in meinen beiden Autos das Valeo GPS eingebaut. In Augenhöhe links neben der A-Säule. Ich bin hundert Prozent zufrieden. Seid ich meine Autos damit ausgerüstet habe schaue ich kaum noch auf den Tacho. Die Kabel sind in der A-Säule verlegt und direkt an Plus angeschlossen. Ich brauche auch nicht mehr wie die Tachoanzeige, alles andere halte ich persönlich für überflüssig. Man Fährt damit kontrollierter, weil man nicht immer den Blick auf den Tacho senken muß. Die Augen bleiben auf der Straße, die Geschwindigkeit immer im Blick und ganz nebenbei geht GPS genauer als jeder Tacho. Es müßte Serienmäßig in den Autos verbaut werden...

Peter Backes 28. Oktober 2016, 16:41 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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