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Heavy Metal und Porsche 911

Nina und ihr Porsche

Motor Klassik, Nina Vetterli-Treml, Portrait, yt0213, mokla 0613 Foto: MKL 16 Bilder

Sie steht auf Heavy Metal und schwört auf ihren schwarzen Elfer: Nina Vetterli-Treml, die Frontfrau der Schweizer Band "69 Chambers". Ein Porträt.

12.06.2013 Michael Schröder Powered by

Lange blonde Haare, ein kunstvolles Tattoo über den gesamten rechten Arm, dazu schwarze, Figur betonende Kleidung und High Heels - Nina Vetterli-Treml weiß sehr genau um ihre Wirkung, nimmt dabei gleichermaßen bewundernde wie abschätzende Blicke in Kauf, erst recht, wenn sie aus ihrem schwarzen Elfer steigt. Vermutlich würde ihr Auftritt in Berlin, London oder Los Angeles kaum auffallen - im vergleichsweise beschaulichen Zürich hingegen wirkt die 33-jährige Frau bisweilen wie aus einer anderen Welt.

Ninas Band gehört zu den Top Acts der Schweiz

Doch der Style passt perfekt: Nina Vetterli-Treml ist als Sängerin, Bassistin und Songschreiberin der Kopf der Schweizer Heavy Metal-Band 69 Chambers, zu der ihr Mann, der Gitarrist Tommy Vetterli (Ex-Kreator, Phillip Boa, Stefan Eicher, Coroner) sowie der Drummer Diego Rappachietti gehören. So etwas verpflichtet. Auch im täglichen Leben.

Nach zwei Alben und zahlreichen Konzerten in der Schweiz, in Frankreich, Belgien, Deutschland sowie in Spanien zählt das Trio zu den Top-Acts der eidgenössischen Hard Rock-Szene. "Musik bedeutet mir inzwischen alles im Leben", erklärt die Frau, die im Alter von 16 Jahren allerdings eher zufällig ein Instrument erlernt hat: "Ein paar Freundinnen aus einer Mädchenband haben dringend eine Bassistin gesucht", schmunzelt Nina Vetterli-Treml heute noch über ihre Gehversuche als Rockmusikerin. Und erzählt, dass sie bereits zwei Wochen später ihr erstes Konzert gegeben hatten. Das sei schon eine sehr spannende Zeit gewesen.

Volle Überzeugung ist Voraussetzung

Mit 19 Jahren beginnt Nina Vetterli-Treml Gitarre zu spielen und erste Lieder zu komponieren, 2001 gründet sie ihre bis heute bestehende Band 69 Chambers. Von der Ur-Formation ist allerdings nur noch sie an Bord, erklärt die Frau, der man mit jedem Satz anmerkt, dass sie ganz genau weiß, wovon sie redet. Und was sie will: "Wer nicht mit voller Überzeugung bei der Sache ist, passt nicht in meine Band."

Sie spricht viel von Commitment, das sie von denen verlangt, die mit ihr zusammenarbeiten. Von der völligen Hingabe zur Musik. "Mit Tommy und Diego habe ich jedoch endlich meine Idealbesetzung gefunden."

Musikalische Einflüsse? Zu Ninas Top-Bands zählen Heavy-Metal-Ikonen wie Slayer, Meshuggah oder Machine Head ebenso wie Led Zeppelin und Black Sabbath. Aber auch Grunge-Bands wie Nirvana und Alice in Chains seien bei ihr daheim früher quasi rund um die Uhr gelaufen. Sänger wie Chris Cornell von Soundgarden oder Chris Robinson von den Black Crowes hätten sie in ihrem Gesangstil zudem mehr beeinflusst als irgendwelche Sängerinnen.

Musik und Automobil-Journalismus

Doch inzwischen habe sie längst ihren ganz eigenen Stil gefunden, vermutlich irgendwo in der Mitte zwischen Trash, Blues und Pop. "Meine Musik lässt sich nur schwer mit einem Wort beschreiben", erklärt Nina Vetterli-Treml mit einem Lächeln im Gesicht, das selbst einen Eisberg innerhalb von wenigen Minuten zum Schmelzen bringen würde. "Aber wenn es denn unbedingt ein grober Oberbegriff sein muss, dann machen wir Metal-Rock mit Frauengesang."

Zu den vorläufigen Höhepunkten ihrer Karriere zählt ein Auftritt im Rahmen des weltbekannten Montreux Jazz Festival im vergangenen Sommer. "Das war für uns als Schweizer Band schon eine große Ehre, dort zusammen mit all den anderen Stars aufzutreten." Was jetzt noch fehlen würde, sei der Durchbruch mit 69 Chambers, denn von der Musik allein könnten sie derzeit noch nicht leben. "Tommy betreibt ein Tonstudio, und ich arbeite seit etwa eineinhalb Jahren als Automobil-Journalistin", erklärt Nina Vetterli-Treml, die in Zürich Publizistik studiert und soeben ihre letzten Reportagen vom Genfer Auto-Salon abgegeben hat.

Porsche fahren als Grundbedürfnis

Autos sind neben der Musik ihre zweite große Leidenschaft, sozusagen vom Vater auf die Tochter vererbt. "Mein Dad ist ein wandelndes Motorsportlexikon", erklärt die Sängerin. "Damit sein Wissen nicht verloren geht, haben wir vor acht Jahren gemeinsam ein fast 500 Seiten starkes Buch über die Schweizer Rennsportszene verfasst, die größer ist, als man glaubt." ("Die Außenseiter. Schweizer im internationalen Automobilsport 1950 bis heute" Anm. d. R.).

Autos also. Am besten schnelle. Und - wenn möglich - aus Stuttgart-Zuffenhausen. "Einen Porsche zu fahren ist für mich so etwas wie ein Grundbedürfnis", schmunzelt die Zürcherin. Irgendwie habe sie immer das Geld für einen Porsche aufgetrieben. Gebrauchte natürlich, oft abgerockt und mit hoher Laufleistung. "Nummer eins war ein 944 S2, für den ich mich während meines Studiums hoch verschuldet habe." Aber es musste genau dieses Auto sein, koste es was es wolle und trotz der vielen merkwürdigen Blicke seitens ihrer Kommilitonen. "Viele haben mich wohl für eine Tussi mit einem reichen Vater gehalten."

Nach Frontmotor-Porsche kommt der erste Elfer

Es folgen ein Porsche 924, ein 944 S sowie ein 944 Turbo und schließlich - sozusagen zur Abwechslung - ein 67er Mustang Hardtop-Coupé. Im Laufe der Jahre versenkt die Sängerin ein kleineres Vermögen in unzählige Reparaturen. "Es gab eine Zeit, da war ich beim Pannendienst die mit Abstand beste Kundin", lacht die blonde Frau, die sich eigentlich immer nur nach einem Elfer gesehnt hat.

Vor sechs Jahren war es dann endlich so weit: ein 204 PS starker Porsche 911 SC von 1980 mit einem nachträglich montierten Carrera-Flügel stand vor der Tür, selbstverständlich in Schwarz. "Genau mein Auto", schwärmt Nina, wohl wissend, dass es sich auch bei diesem Exemplar um einen Pflegefall handelt. Weil in den letzten Wochen und Monaten wieder einige Reparaturen anstanden, musste sogar der Mustang dran glauben, den sie bis dahin noch immer in der Garage stehen hatte. Die Trennung fiel am Ende jedoch weniger schwer als erwartet. "Es war halt kein V8", erklärt Nina.

Schwamm drüber. Ninas Elfer läuft jetzt wieder, als wäre nie etwas gewesen. In ein paar Tagen ist eine letzte technische Abnahme fällig, die der Porsche 911 hoffentlich problemlos meistern wird. In Zürich wird man die beiden dann wieder regelmäßig zusammen sehen.

Die Band 69 Chambers

Die Züricher Band "69 Chambers" besteht seit 2001 und zählt in der Schweiz zu den Top-Acts der Hard-Rock-Szene. Zur aktuellen Formation gehören neben der Sängerin und Bassistin Nina Vetterli-Treml der Gitarrist Tommy Vetterli sowie der Drummer Diego Rappachietti. Bisher hat das Heavy-Trio zwei Alben veröffentlich: "War on the Inside" (2009) und "Torque" (2012). Fotos, Videos und Musik sowie sämtliche Tourdaten der Band finden sich unter www.69chambers.com

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