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Heinz-Harald Frentzen

Zurück auf dem Ring mit einem Apollo-Hybrid

Foto: Jürgen Gebhardt 7 Bilder

Nach einem Ruhejahr tritt Heinz-Harald Frentzen das erste Mal seit 20 Jahren wieder auf der Nordschleife mit einem Gumpert-Apollo und Hybrid-Technik an. Interview mit dem Formel 1-Fahrer.

23.05.2008 Powered by

Wie kam die Idee des Hybrid-Projekts zustande?
Frentzen: Ich denke schon seit mehreren Jahren an das Thema Hybrid-Technik, Elektromotoren, Effizienz und Energie-Rückgewinnung im Rennwagen. Das Interesse war schon immer da. Nach meinem DTM-Ausstieg hatte ich Zeit und Ruhe. Richtig konkret sind die Gedanken dann geworden als ich während meines Ruhejahrs mehr Abstand vom Motorsport hatte. An unserem Hybrid-Projekt arbeite ich schon seit Ende 2006. Am 30. Januar 2008 hat dann die Umrüstung des Apollo mit Hybrid-Technik begonnen.

Warum haben Sie einen Gumpert Apollo als Basis gewählt?
Frentzen: Das Problem bei der Hybrid-Technik ist das Gewicht. Die Batterien wiegen 150 Kilogramm. Man braucht daher ein leichtes Fahrzeug als Basis. Da gab es eigentlich keine Alternative als den Apollo, da er sehr leicht ist. Unser Hybrid Concept Car ist nur unwesentlich schwerer als der Serien-Apollo. Außerdem ist die Bauweise des Apollo ideal um die für die Hybrid-Einheit wichtigen Bauteile unterzubringen. Wir wollten zudem nicht irgendein Hybrid-Fahrzeug bauen, sondern etwas Außergewöhnliches.

Woher kommt die Hybrid-Technik?
Frentzen: Die Elektrotechnik, also die Hardware- und Software-Komponenten für das Hybrid-System kommen aus der Schweiz von der Firma Brusa. Die Firma Gaia stellt die Batterien her. Insgesamt leistet der Elektromotor, der an der Vorderachse sitzt, 136 PS und 220 Nm. Den Verbrennungsmotor mit 520 PS haben wir bei Audi eingekauft.

Wie kommt ein Rennfahrer auf solche "grünen" Gedanken?
Frentzen: Ich denke schon, dass Ökologie und Effizienz auch für Rennfahrer eine Rolle spielen. Als ich noch Formel 1 gefahren bin, hing es besonders von dieser Thematik ab, ob ich beispielsweise eine Runde länger fahren konnte oder nicht. Die Wirtschaftlichkeit und Effizienz spielen daher eine große Rolle auch im Motorsport. Neben der aerodynamischen Effizienz ist natürlich auch der Spritverbrauch entscheidend. So bekommt das ganze Thema natürlich ein ökonomischen, grünen Touch, aber der Effizienz gehört einfach die Zukunft. Wir haben nicht nur irgendeinen Hybrid gebaut, sondern haben unseren Fokus vor allem auf die Bremsenergie-Rückgewinnung gerichtet.

Was erwarten Sie für ihr Projekt vom 24-Stunden-Rennen?
Frentzen: Auf jeden Fall erst einmal ins Ziel kommen. Da wir nicht so viel Zeit hatten in der Vorbereitung, wollen wir auch weitere technische Erkenntnisse sammeln. Wir wollen den anderen aber auch das Hybrid-Konzept im Rennsport der Öffentlichkeit vorstellen und gleichzeitig aber auch zeigen, wie effektiv das System ist.

Thema Nordschleife - Sie sind das letzte Mal vor 20 Jahren beim 24h-Rennen mitgefahren. Sind Sie seit damals mal wieder auf der Nordschleife gefahren?
Frentzen: ... Nee.

Wie bereit man sich als Profi-Rennfahrer wieder auf diese anspruchsvolle Strecke vor?
Frentzen: Ich kenne die Nordschleife von vor 20 Jahren. Eigentlich ist mir die Strecke von damals gut in Erinnerung geblieben, aber ich habe doch noch mal einige Runden gebraucht um mich wieder zurecht zu finden. Vor allem mit unserem neuen Auto kam mir das doch alles anders vor als damals. Es waren plötzlich irgendwie mehr Kurven da, als ich in Erinnerung hatte. Auf Youtube habe ich mir einige Runden vom Stuck (Anm. d. Red: Hans-Joachim Stuck) angeschaut und habe auch auf der Playstation trainiert. Also die obligatorischen Sachen, wo man sich da schlau machen kann.

Sie treten in diesem Jahr sowohl beim 24h-Rennen auf der Nordschleife als auch in Le Mans an. Welche Strecke ist interessanter und anspruchsvoller?
Frentzen: Die Nordschleife ist die interessanteste Strecke überhaupt. Hier ist die Herausforderung für den Piloten am Größten. Le Mans ist einfach etwas anderes. Der Kurs dort ist eher eine normale Rennstrecke, wo eigentlich nicht so viel passieren kann, wie auf der Nordschleife. In Le Mans fährst du einfach noch viel härter am Limit und an die Grenzen des Fahrzeuges. Das kann man auf der Nordschleife zwar auch machen, aber die kennt kein Verzeihen. Wenn du in Le Mans einen Fehler machst, dann gibt es dort immer noch einige Kiesbetten. Die gibt es hier auf der Nordschleife einfach nicht.

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